Die Interessengemeinschaft historischer Blockbauten im Kanton Schwyz (IG HBSZ) hat an ihrer zweiten Generalversammlung letzte Woche die Anliegen der Vereinigung bekräftigt. Der Verein, der vor rund zwei Jahren gegründet wurde, will den jahrhundertealten Blockbauten im Kanton eine Stimme geben und deren Wahrnehmung in Öffentlichkeit und Behörden stärken. Im Zentrum der Versammlung stand ein Vortrag der Bauarchäologin Ulrike Gollnick über «Zeichen der Volksfrömmigkeit», der die Bedeutung dieser Bauten aus kulturgeschichtlicher Perspektive beleuchtete.
Blockbauten als Träger lokalen Gedächtnisses
In ihrem Referat legte Gollnick dar, wie Bauformen, Zier und Anordnung in Blockbauten Hinweise auf religiöse Praktiken und Alltagsglauben der ehemaligen Bewohner geben können. Solche Merkmale würden zeigen, dass die Gebäude mehr seien als nur Wohnraum: Sie dokumentierten lokale Lebensweisen, handwerkliche Traditionen und soziale Strukturen. Die IG HBSZ sieht in dieser kulturhistorischen Dimension einen Grund, die Blockbauten sichtbarer zu machen und in Schutzüberlegungen stärker zu berücksichtigen.
Verein zieht erste Bilanz
Die Versammlung bot auch Gelegenheit für eine Zwischenbilanz: Seit der Gründung vor circa zwei Jahren hat sich der Verein organisatorisch etabliert und bemüht sich um Vernetzung zwischen Expertinnen, Denkmalpflegenden und Gemeinden. Präsident Christoph Bühlmann war anwesend; die Veranstaltung wurde fotografisch dokumentiert (Foto: Nathalie Henseler Pfyl).
- Gründung: vor rund zwei Jahren
- Veranstaltung: zweite Generalversammlung
- Schwerpunkt: Vortrag über Zeichen der Volksfrömmigkeit
Konkrete Anliegen und Wirkung
Die IG fordert, dass Blockbauten in kommunalen Inventaren und in der Denkmalpflege stärker beachtet werden. Solche Bauten seien oft ausserhalb der bekannten touristischen Routen gelegen und würden im Alltag leicht übersehen. Für die IG ist wichtig, dass Eigentümerinnen und Eigentümer sowie Gemeinden über den historischen Wert dieser Bauten informiert werden und bei Renovationen fachliche Beratung erhalten können.
Die Versammlung machte deutlich, dass Austausch und Sensibilisierung zentrale Instrumente der IG sind: Durch Vorträge, Exkursionen und Öffentlichkeitsarbeit will der Verein Wissen verbreiten und lokale Verantwortung stärken. In diesem Kontext bezeichnete die Versammlung die Zusammenarbeit mit Fachleuten aus Architektur, Denkmalpflege und Bauarchäologie als essenziell.
Was bedeutet das für Gemeinden und Private?
Für Gemeinden und Private stellt sich die Frage, wie historische Blockbauten in Planungsprozesse aufgenommen werden können, ohne Eigentumsrechte unverhältnismässig einzuschränken. Die IG HBSZ plädiert für pragmatische Lösungen: Erhalt durch Beratung, finanzielle Unterstützung bei fachgerechten Sanierungen und Einbindung in lokale Identitätsprojekte. Konkrete Förderinstrumente oder kantonale Massnahmen wurden an der GV nicht beschlossen; der Schwerpunkt lag auf Aufbauarbeit und Vernetzung.
| Aspekt | Status |
|---|---|
| Gründungsjahr | vor rund zwei Jahren |
| Letzte Veranstaltung | Zweite Generalversammlung |
| Fachlicher Beitrag | Vortrag Bauarchäologin Ulrike Gollnick |
Öffentliche Wahrnehmung als Herausforderung
Die IG macht deutlich, dass eines der grössten Probleme die geringe Sichtbarkeit im öffentlichen Bewusstsein ist. Viele Blockbauten stehen nicht im Fokus von Tourismus oder Denkmalpflege und laufen Gefahr, bei Umnutzungen oder Sanierungen ihre charakteristischen Merkmale zu verlieren. Der Verein will deshalb Dokumentation und Beratung fördern, um den historischen Wert stärker zu schützen.
Die Versammlung zeigte zudem, dass fachliche Auseinandersetzungen mit Laien zugänglich gemacht werden müssen: Gollnicks Vortrag über volksfromme Zeichen wurde als ein Beitrag gewertet, der Fachwissen in eine allgemein verständliche Sprache übersetzt und damit das Interesse an der Materie weckt.
Ausblick
Die IG HBSZ will die begonnenen Aktivitäten fortsetzen und die Zusammenarbeit mit Gemeinden und Fachstellen vertiefen. Ziel ist es, langfristig dafür zu sorgen, dass historische Blockbauten im Kanton Schwyz nicht verschwinden, sondern als Teil des kulturellen Erbes erhalten bleiben und wahrgenommen werden.