Der Kanton Bern wird ab September nicht mehr auf der Plattform X präsent sein. Das teilte das Amt für Kommunikation am Montag mit. Stattdessen konzentriert der Kanton seine Social-Media-Aktivitäten auf die Kanäle, «wo er am meisten Menschen erreichen kann»: Instagram, Facebook, WhatsApp und YouTube.
Historische Präsenz und Gründe für den Schritt
Der Kanton informierte der Mitteilung zufolge bereits seit 2012 auf dem Dienst, der ursprünglich als Twitter bekannt war und 2022 von Elon Musk übernommen und später in X umbenannt wurde. Gerade bei Wahlen, Abstimmungen und in besonderen Lagen habe der Auftritt stets hohe Resonanz erzielt.
In den letzten ein bis zwei Jahren sei jedoch sowohl die Reichweite als auch die Interaktivität auf X deutlich zurückgegangen, schreibt das Amt für Kommunikation. Auf anderen Plattformen erreiche der Kanton inzwischen «deutlich mehr» Bernerinnen und Berner. Die Behörde zieht daraus die Konsequenz, ihre Ressourcen dorthin zu bündeln, wo das Publikum am grössten ist.
Unterschiedliche Praxis innerhalb der Verwaltung
Die Abkehr des Kantons bezieht sich auf die offiziellen Kanäle des Amtes für Kommunikation. Eine einheitliche Praxis innerhalb sämtlicher kantonaler Stellen besteht damit nicht: Die Kantonspolizei Bern kündigte an, ihre Präsenz auf X nicht zu ändern. Mediensprecherin Michelle Egger schrieb auf Anfrage:
«Wir werden weiterhin wie gewohnt auf X kommunizieren.»
Damit bleiben zentrale Sicherheits- und Polizeiinformationen auf der Plattform verfügbar, während allgemeine kantonale Mitteilungen künftig primär über andere soziale Netzwerke verbreitet werden.
Konsequenzen für die Informationsversorgung
Für Nutzerinnen und Nutzer bedeutet der Wechsel vor allem, dass offizielle Meldungen des Kantons an anderen Orten zu erwarten sind. Die Entscheidung hat Auswirkungen in mehreren Bereichen:
- Krisenkommunikation: In Notlagen sind schnelle und breite Reichweite essenziell. Der Kanton setzt darauf, dass die gewählten Kanäle diese Anforderungen besser erfüllen.
- Wahlen und Abstimmungen: Bisher erzielte Resonanz auf X soll künftig auf Plattformen mit höherer Interaktion übertragen werden.
- Ressourceneinsatz: Personal und Budget für Social Media werden offenbar auf weniger Kanäle konzentriert, um Wirkung zu maximieren.
Wie Betroffene informiert werden können
Für Personen, die bisher dem Kanton auf X folgten, empfehlen sich folgende Schritte, um künftig kantonale Meldungen nicht zu verpassen:
- Den offiziellen Auftritten des Kantons Bern auf Instagram, Facebook und YouTube folgen.
- Bei Bedarf WhatsApp-Services prüfen, sofern angeboten.
- Bei sicherheitsrelevanten Informationen zusätzlich die Kanäle der Kantonspolizei Bern auf X abonnieren.
Einordnung
Der Schritt spiegelt eine übergeordnete Entwicklung in der Medien- und Kommunikationslandschaft: Öffentliche Stellen prüfen regelmässig, welche Plattformen den grössten Nutzen bringen, und richten ihre Präsenz danach aus. Sinkende Aktivität und Interaktion auf einzelnen Diensten können Behörden dazu veranlassen, Strategien anzupassen, damit Informationen effizienter und zielgerichteter bei der Bevölkerung ankommen.
| Fakt | Angabe |
|---|---|
| Plattform | X (ehemals Twitter) |
| Seit wann Kantonsauftritt | 2012 |
| Neuer Fokus | Instagram, Facebook, WhatsApp, YouTube |
| Kantonspolizei | Bleibt auf X aktiv |
Die Änderung tritt im September in Kraft. Konkrete Angaben zu Zeitpunkt und Ablauf der Umstellung auf den einzelnen Kanälen machte das Amt für Kommunikation in der Mitteilung nicht. Beobachterinnen und Beobachter der kantonalen Kommunikation werden nun verfolgen, ob die Konzentration auf weniger Plattformen die Reichweite und Interaktion tatsächlich steigert und wie sich dies auf Timings und Format der Meldungen auswirkt.
Für die Bevölkerung bleibt zentral: Offizielle Informationen kommen künftig vermehrt über die genannten sozialen Netzwerke – und die Kantonspolizei wird parallel weiterhin X nutzen. Wer verlässlich informiert bleiben will, sollte die entsprechenden Profile abonnieren oder alternative Informationswege des Kantons prüfen.