Tariferhöhung angekündigt
Der städtische Energieversorger Energie Service Biel (ESB) hat eine Erhöhung der Stromtarife um 4,8 Prozent ab dem 1. Januar 2027 bekannt gegeben. Konkret führt der ESB aus, dass dies für einen durchschnittlichen Bieler Haushalt jährliche Mehrkosten von rund 64 Franken bedeutet.
Begründung der Preiserhöhung
In einer Mitteilung nennt der ESB mehrere Ursachen für die Verteuerung. Massgeblich seien gestiegene Kosten für Energie und Netznutzung. Ausserdem habe die tiefer ausgefallene Wasserkraftproduktion im Jahr 2025 dazu geführt, dass mehr Strom zugekauft werden musste. Die Volatilität an den Börsenmärkten und hohe kurzfristige Preise am Spot-Markt würden den Einkauf verteuern.
Der ESB nennt als Gründe «gestiegene Kosten für Energie und Netznutzung» sowie eine reduzierte Eigenproduktion aus Wasserkraft.
Weshalb die Netznutzung teurer wird
Der ESB verweist zudem auf strukturelle Effekte im Netzbetrieb: Durch den Zubau von Photovoltaikanlagen und eine insgesamt höhere Energieeffizienz fliesst weniger Strom über das Netz. Die Fixkosten des Netzes verteilen sich dadurch auf eine geringere Energiemenge, was den Preis pro Kilowattstunde steigen lasse. Insgesamt steigt der Tarif um 1,42 Rappen pro Kilowattstunde.
- Erhöhung: 4,8 Prozent ab 1. Januar 2027
- Kosten für Haushalt: rund 64 Franken mehr pro Jahr
- Mehrkosten pro kWh: 1,42 Rappen
- Ursachen: höhere Börsenpreise, stärkere Volatilität, weniger Wasserkraftproduktion, höhere Netznutzungskosten
Folgen für Betreiber von Photovoltaik
Für Betreiberinnen und Betreiber von Photovoltaikanlagen bringt das Jahr 2027 eine Änderung bei der Vergütung eingespeisten Solarstroms: Dieser werde künftig nach dem stündlichen Börsenpreis zum Zeitpunkt der Lieferung vergütet. Der ESB führt dies als Neuerung auf, die Auswirkungen auf Einspeiseerträge haben kann, abhängig von Einspeisezeitpunkt und Marktpreisen.
Lokaler Kontext und Ausblick
Die Erhöhung trifft die Bieler Haushalte unmittelbar. Für kommunale Akteurinnen und Akteure ist entscheidend, wie sich diese Kostensteigerung in der städtischen Energie- und Sozialpolitik auswirkt. Konkrete Massnahmen gegen Energiearmut oder Entlastungen für besonders betroffene Haushalte hat der ESB in der vorliegenden Mitteilung nicht genannt. Auch bleibt offen, ob und wie die Stadt Biel oder kantonale Stellen mit ergänzenden Unterstützungsangeboten reagieren werden.
| Position | Wert |
|---|---|
| Prozentuale Erhöhung | 4,8 % |
| Mehrkosten durchschnittlicher Haushalt | ~64 CHF/Jahr |
| Mehrkosten pro kWh | 1,42 Rappen |
Mittelfristig dürfte die Entwicklung der Börsenpreise, die hydrologische Lage für die Wasserkraft und die Ausgestaltung der Netztarife darüber entscheiden, ob weitere Anpassungen folgen. Zudem beeinflussen die staatlichen Rahmenbedingungen — etwa Vergütungsmodelle für erneuerbare Energien — die wirtschaftliche Lage des ESB und damit die Tarifgestaltung. Die städtische Energiepolitik verfolgt weiterhin das Ziel, die Versorgung mit erneuerbarer, einheimischer Energie zu stärken; wie sich dies mit steigenden Preisen für Endkundinnen und Endkunden vereinbaren lässt, wird Teil der kommenden Diskussionen sein.
Weitere Informationen und allenfalls ergänzende Massnahmen seitens Stadt oder ESB werden zu gegebener Zeit erwartet. Die angekündigte Tarifanpassung gilt ab 1. Januar 2027.