Immer mehr Eltern in Deutschland blicken mit Sorge auf die finanzielle Zukunft ihrer Familien. Eine aktuelle Forsa-Umfrage im Auftrag der Kinderhilfsorganisation Save the Children ergibt, dass der Anteil der Eltern minderjähriger Kinder, die befürchten, in den nächsten zwölf Monaten wichtige Grundbedürfnisse wie Heizen, Kleidung oder Essen nicht mehr sicherstellen zu können, gestiegen ist.
Wachsende Angst vor dem Verlust alltäglicher Sicherheit
Demnach gaben 27 Prozent der Befragten an, sich solche Sorgen zu machen; im Vorjahr lag der Wert bei 25 Prozent, im Januar 2025 noch bei 15 Prozent. Zugleich sank der Anteil der Eltern ohne finanzielle Zukunftssorgen erheblich: von 48 Prozent in der vorherigen Befragung auf nun 40 Prozent.
Konkrete Einschnitte im Familienalltag
Die Umfrage zeigt nicht nur diffuse Ängste, sondern auch konkrete Einschränkungen im Alltag: 21 Prozent der Eltern gaben an, Anschaffungen und Freizeitaktivitäten wie neue Möbel, Ausflüge oder Urlaube „eher nicht“ oder „auf keinen Fall“ mehr für möglich zu halten. Weitere 22 Prozent sagten, sie hätten in den vergangenen zwölf Monaten bei Ausgaben für ihr Kind zurückstecken müssen oder zumindest darüber nachdenken müssen, etwa bei Freizeitaktivitäten, Hobbys oder Geschenken.
„eher nicht" oder "auf keinen Fall"
Wer ist besonders betroffen?
Besonders stark belastet sind Eltern mit geringem Einkommen sowie Alleinerziehende. Diese Gruppen berichten häufiger über Existenzängste und Einschnitte bei Ausgaben für ihre Kinder.
- 27% Sorgen um Bezahlung von Heizen, Kleidung oder Essen
- 40% Keine finanziellen Zukunftssorgen (Rückgang von 48%)
- 21% Verzicht auf Freizeit, Möbel, Urlaube
- 22% Zurückstecken bei Ausgaben für Kinder
- 83% Zweifeln an aktuellen Regierungsplänen gegen Kinderarmut
| Indikator | Wert |
|---|---|
| Eltern mit Sorge um Grundbedürfnisse | 27% |
| Eltern ohne finanzielle Sorgen | 40% |
| Eltern, die Ausgaben einschränkten | 22% |
Politische Folgerungen und Forderungen
Die Studie dokumentiert nicht nur eine Verschlechterung der Stimmung, sie hat auch politische Folgen: 83 Prozent der Befragten zweifeln daran, dass die derzeitigen Pläne der Bundesregierung ausreichen, um Kinderarmut wirksam zu bekämpfen. Der Experte für Kinderarmut und soziale Ungleichheit bei Save the Children, Eric Großhaus, forderte in diesem Zusammenhang eine umfassende politische Antwort, um das Vertrauen der Familien zurückzugewinnen.
Für den Alltag der betroffenen Familien bedeuten diese Zahlen handfeste Belastungen: Wenn Eltern bei Kleidung, Ernährung oder Heizung sparen müssen, hat das unmittelbare Folgen für das Wohlbefinden und die Entwicklung der Kinder. Gleichzeitig erschweren solche Sorgen langfristige Lebensplanung und Teilhabe am gesellschaftlichen Leben.
Die Forsa-Studie liefert damit einen klaren Hinweis: Es braucht gezielte Massnahmen, die Familien mit niedrigem Einkommen und Alleinerziehende direkt entlasten. Ob die vorgeschlagenen oder bereits angekündigten politischen Schritte dafür ausreichen, bleibt offen — und ist Gegenstand der öffentlichen Debatte, die durch diese Zahlen an Dringlichkeit gewinnt.
Die Ergebnisse stützen sich auf die repräsentative Umfrage von Forsa im Auftrag von Save the Children; die Organisation weist darauf hin, dass insbesondere strukturelle Massnahmen notwendig seien, um Kinderarmut nachhaltig zu reduzieren.