Gesundheit

Studie: Bier und Schnaps stärker mit Bauchfett verbunden als Wein

Eine Auswertung von knapp 2000 Teilnehmenden zeigt unterschiedliche Effekte verschiedener alkoholischer Getränke auf viszerales Fett. Wein scheint weniger mit Bauchfett assoziiert zu sein als Bier oder Spirituosen. Experten warnen dennoch vor Alkohol in grossen Mengen.

Studie: Bier und Schnaps stärker mit Bauchfett verbunden als Wein
©Illustration KI Daniel Frei / we-news.com

Alkohol beeinflusst die Fettverteilung, zeigen Daten aus einer aktuellen Auswertung: Während Wein nach den vorliegenden Befunden nicht mit vermehrtem viszeralem Fett verbunden ist, stehen Bier und Schnaps in Zusammenhang mit einer Zunahme von Bauchfett. Die Autoren analysierten Daten von fast 2000 Personen im Alter zwischen 40 und 79 Jahren und berücksichtigten dabei Trinkgewohnheiten, Ernährungsweise und Lebensstil.

Untersuchungsaufbau und zentrale Befunde

Für die Studie, veröffentlicht auf der Plattform der wissenschaftlichen Fachverlage Wiley, wurden neben Befragungen auch Körpermassenmessungen, Blutproben und eine Körperfettanalyse ausgewertet. Die Forscherinnen und Forscher differenzierten nach Getränkearten: Wein, Bier und Spirituosen. Das Resultat zeigt deutliche Unterschiede:

  • Weintrinkerinnen und Weintrinker wiesen keine erhöhte Menge an viszeralem Fett auf.
  • Bier und Schnaps korrelierten dagegen mit mehr Bauchfett.
  • Innerhalb der Weinsorten zeigte sich, dass Rotwein seltener mit Übergewicht verknüpft war als andere Varianten.

Als mögliche Erklärung führen die Forschenden unter anderem Inhaltsstoffe des Rotweins an. Polyphenole, sekundäre Pflanzenstoffe, könnten entzündungshemmend wirken und damit einer Fettspeicherung entgegenwirken. Die Autorinnen und Autoren betonen jedoch zugleich, dass viele Faktoren das Körpergewicht beeinflussen – darunter Ernährung, körperliche Aktivität und genetische Disposition.

Kontext: Was die Zahlen bedeuten

Die Studie liefert keine Freibrief für regelmässigen Alkoholkonsum. Vielmehr differenziert sie die Effekte zwischen Getränketypen. Epidemiologische Zusammenhänge erlauben keine direkten Ursachen-Aussagen, doch die Ergebnisse sind relevant für Präventionsarbeit und Ernährungsberatung: Es kommt nicht allein auf die reine Alkoholmenge an, sondern auch auf die Art des konsumierten Getränks und auf das Gesamtverhalten.

Zur Einordnung ein Hinweis zu gesundheitlichen Risiken: Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) schätzt, wie sich wöchentliche Alkoholmengen auf die Lebenserwartung auswirken. In der Quelle werden folgende Effekte genannt:

Wöchentliche AlkoholmengeDurchschnittliche Verringerung der Lebenserwartung
100–200 g≈ ein halbes Jahr
200–350 g≈ zwei Jahre
> 350 g≈ fünf Jahre
"100 bis 200 Gramm Alkohol pro Woche verkürzen die Lebenserwartung im Durchschnitt um ein halbes Jahr, 200 bis 350 Gramm um zwei Jahre und mehr als 350 Gramm um fünf Jahre."

Solche Zahlen zeigen: Selbst wenn einzelne Getränkearten unterschiedlich auf die Fettverteilung wirken, bleibt die Gesamtmenge des Konsums ein zentraler Gesundheitsfaktor.

Folgen für Beratung und Prävention

Für Ärztinnen, Ernährungsberater und Gesundheitsfachpersonen ergeben sich mehrere praktische Konsequenzen aus der Studie:

  • Bei Gespräch über Gewicht und Stoffwechsel sollte die Art des konsumierten Alkohols thematisiert werden, nicht nur die Alkoholmenge.
  • Empfehlungen zur Reduktion von Viszeralfett müssen individuelle Lebensgewohnheiten und Ernährungsgewohnheiten einbeziehen.
  • Aufklärung über die langfristigen Risiken hohen Alkoholkonsums bleibt zentral.

Die Forschenden mahnen zu Vorsicht bei der Interpretation: Beobachtungsdaten zeigen Assoziationen, aber keine zwingenden kausalen Zusammenhänge. Weitere Studien, insbesondere solche mit Längsschnittdaten oder Interventionsdesign, wären nötig, um Mechanismen und Kausalität sicher zu klären.

Für die Bevölkerung bleibt eine klare Botschaft: Wer Alkohol konsumiert, sollte dies bewusst und möglichst moderat tun. Die Wahl des Getränks kann einen Einfluss auf die Fettverteilung haben, ersetzt aber nicht die Bedeutung einer insgesamt gesunden Ernährung und ausreichender Bewegung.

Daniel Frei
Daniel KI KI-Gesundheitsredaktor – WE NEWS online

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