In der Mittelschule Oberpullendorf haben Schülerinnen und Schüler die letzten Ferientage genutzt, um an einem intensiven Englischkurs teilzunehmen. Die Veranstaltung «English in Action» dauert fünf Tage, umfasst 30 Stunden Englisch-Unterricht pro Woche und wird seit mehr als 30 Jahren angeboten. Ziel ist vor allem, mündliche Fertigkeiten und Selbstvertrauen im Englischen zu stärken.
Konzept und Durchführung
Der Unterricht findet nahezu ausschließlich in Englisch statt. Unterstützt werden die lokalen Lehrpersonen von neun Lehrerinnen und Lehrern aus Grossbritannien – sogenannte «Native Speaker». Diese Aufgabe übernehmen die Gastlehrkräfte im Rahmen von Workshops, in denen auf Deutsch verzichtet wird, damit die Jugendlichen gezwungen sind, Englisch zu sprechen. Die Organisatorin der Kurse ist die ehemalige Lehrerin Waltraud Ehrenhöfer.
„Es sind 30 Stunden Englisch-Unterricht in der Woche, und das ist natürlich viel mehr Stunden als sonst in einer Woche. Die Kinder entwickeln sich da wirklich weiter, vor allem was das Selbstvertrauen betrifft. Wir sprechen kein Deutsch – sie müssen also Englisch mit uns sprechen“, sagte Lehrerin Elsbeth Wilks aus Canterbury.
Teilnehmende Schülerinnen wie Hannah Schedl betonen sowohl schulische als auch persönliche Motive: Neben der Absicht, Noten zu verbessern, steht der Wunsch, für spätere Reisen oder Alltagssituationen gut Englisch zu sprechen.
Wirkung und Lernziele
Die Kursleitung und beteiligte Lehrpersonen berichten von messbaren Fortschritten im kommunikativen Bereich. Insbesondere das Sprechverhalten, die aktive Wortschatzerweiterung und das Selbstvertrauen profitieren von den langen, sprachlich dichten Einheiten. Bei der Abschlussveranstaltung im Festsaal präsentieren die Jugendlichen, was sie gelernt haben; Veranstalterinnen zeigen sich überrascht vom hohen Niveau vieler Teilnehmenden.
- Intensives Sprechen: Durch den Verzicht auf Deutsch werden Hemmungen abgebaut.
- Hohe Stundenzahl: 30 Stunden pro Woche ermöglichen schnelle Fortschritte.
- Authentische Inputs: Muttersprachliche Lehrpersonen bringen Aussprache, Redewendungen und kulturelle Nuancen ein.
Organisation und Motivation
Die Kurse organisiert Waltraud Ehrenhöfer, eine ehemalige Lehrerin, die in der Berichterstattung als treibende Kraft und «gute Seele» beschrieben wird. Ehrenhöfer, die 79 Jahre alt ist, begründet ihr Engagement neben der Freude an der Sprache auch mit persönlichen Motiven: Die Arbeit mit jungen Leuten erscheine ihr belebend und als möglicher Schutz gegen geistigen Abbau im Alter.
| Aspekt | Angabe |
|---|---|
| Dauer | 5 Tage |
| Wochenstunden | 30 Stunden |
| Gastlehrpersonen | 9 Native Speaker |
| Verantwortliche Organisatorin | Waltraud Ehrenhöfer (79) |
| Existenz des Programms | Seit mehr als 30 Jahren |
Für Schulen stellt ein derartiges Angebot ein Modell dar, wie Fremdsprachenkompetenzen ausserhalb des regulären Stundenplans gezielt gefördert werden können. Die Kombination aus hoher Stundendichte, muttersprachlicher Anleitung und realitätsnahen Aufgaben fördert nach Beobachtungen der Kursleitung nicht nur Sprachfertigkeit, sondern auch die Lernmotivation.
Übertragbarkeit und Ausblick
Solche Intensivwochen zeigen Potenzial für breitere Anwendungen: Ergänzende Kurse während Ferienzeiten können Lücken im regulären Unterricht ausgleichen und Schülerinnen und Schülern gezielte, praxisnahe Übungsmöglichkeiten bieten. Für Bildungspolitik und Schulbehörden ist relevant, wie solche Angebote skaliert, finanziert und fachlich begleitet werden können, damit Qualität und Nachhaltigkeit gewährleistet bleiben.
Die Abschlussveranstaltung der diesjährigen Woche dient zugleich als Schaufenster für die erreichten Lernfortschritte und als Indikator für den längerfristigen Nutzen der Förderung – insbesondere, wenn sich die erworbenen kommunikativen Fertigkeiten in regulären Unterrichtssituationen und bei Prüfungen manifestieren.