Bei einer öffentlichen Exkursion durch das Europaschutzgebiet Lässer Au in Knittelfeld machten Teilnehmende am Wochenende eindrücklich die Bedeutung lokaler Lebensräume für Artenvielfalt sichtbar. Die Führung, organisiert von der Stadtgemeinde, wurde begleitet von der Europaschutzgebietsbetreuerin Christine Orda-Dejtzer und dem Bürgermeister Harald Bergmann. Neben besonderen Pflanzenarten standen seltene Fisch- und vor allem Amphibienarten im Fokus.
Amphibien als Messlatte für Umweltzustand
Ein Schwerpunkt der Exkursion lag auf den Amphibien. In der Führung wurde betont, dass Amphibien zu den weltweit am stärksten bedrohten Wirbeltieren zählen und empfindlich auf Veränderungen in ihrem Lebensraum reagieren. Damit liefern sie klare Hinweise auf den ökologischen Zustand von Gewässern und Feuchtgebieten.
Als konkretes Beispiel wurde der Grasfrosch genannt, dessen Bestand in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangen ist. Nach Angaben aus der Veranstaltung liegt der Rückgang beim Grasfrosch bei etwa 80 Prozent. Diese Zahl unterstreicht, wie drängend der Schutz geeigneter Laich- und Rückzugsgebiete für Amphibien geworden ist.
Was die Exkursion zeigte
- Vorhandensein seltener Pflanzenarten in der Lässer Au.
- Nachweis seltener Fisch- und Amphibienarten, die besondere Schutzmassnahmen erfordern.
- Amphibien dienen als Indikatoren für die Qualität von Feuchtlebensräumen.
- Die Bedeutung von lokalen Schutzbemühungen zur Erhaltung der Artenvielfalt.
Die Veranstaltung endete gesellig im neu angelegten Naschgarten. Dort boten lokale Akteure eine Honigverkostung an, und Stadtimker Philipp Opresnik vermittelte Einblicke in die Imkerei und das Leben der Honigbienen. Solche Angebote verbinden Umweltbildung mit praktischen Beispielen aus der Region und machen Zusammenhänge von Biodiversität, Landwirtschaft und lokalen Ökosystemdienstleistungen erfahrbar.
Konsequenzen für Schutz und Politik
Die Exkursion verdeutlichte, dass der Erhalt von Feuchtgebieten wie der Lässer Au nicht nur Schutz einzelner Arten bedeutet, sondern auch präventive Wirkung für die gesamte Umweltqualität entfaltet. Amphibien reagieren auf Schadstoffeinträge, Habitatschwund und Veränderung der Wasserstände; ihr Rückgang signalisiert Handlungsbedarf auf mehreren Ebenen.
Aus der Veranstaltung ergeben sich mehrere praktische Schlussfolgerungen für das Management des Schutzgebiets:
- Erhalt und Wiederherstellung von Laichgewässern und Uferzonen.
- Reduktion von Störeinflüssen durch gezielte Zugangsregelungen und Information der Bevölkerung.
- Förderung von Umweltbildung, damit lokale Akteurinnen und Akteure die Bedeutung der Schutzmassnahmen verstehen und unterstützen.
| Art | Bemerkung |
|---|---|
| Grasfrosch | Bestandsrückgang ca. 80 % in den letzten Jahren (Angabe aus der Führung) |
Die Teilnehmenden der Exkursion gewannen so nicht nur einen Einblick in die biologische Vielfalt der Lässer Au, sondern auch in die konkreten Herausforderungen beim Schutz dieser Lebensräume. Die Kombination aus fachkundiger Führung und anschliessender Begegnung mit lokalen Imkern zeigte, wie vernetzt ökologische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Interessen sind.
Langfristiger Erfolg beim Schutz der Artenvielfalt erfordert neben Schutzgebietsstatus und fachlichem Monitoring auch die Akzeptanz und Mitwirkung der Bevölkerung. Information, Bildung und lokale Mitwirkung wurden an der Exkursion als zentrale Elemente für den Erhalt der Lässer Au herausgestellt.
Die Veranstaltung macht deutlich: Schutzgebiete funktionieren nicht isoliert. Sie brauchen kontinuierliche Betreuung, gezielte Massnahmen zur Habitatverbesserung und eine breite gesellschaftliche Unterstützung, damit Arten wie der Grasfrosch wieder stabile Bestände erreichen können.