Umwelt

Alte Pferderasse und grosse Natur: Die Saca de las Yeguas im Doñana-Nationalpark

Im spanischen UNESCO-Naturgebiet Parque Nacional de Doñana führen Helferinnen und Helfer jährlich die Marismeño-Stuten aus dem Sumpfland zusammen. Die Tradition konfrontiert Naturschutz, Tierhaltung und touristisches Interesse in einem der grössten Feuchtgebiete Europas.

Alte Pferderasse und grosse Natur: Die Saca de las Yeguas im Doñana-Nationalpark
©Illustration KI Nadine Bühler / we-news.com

Im Parque Nacional de Doñana an der andalusischen Costa de la Luz findet allsommerlich ein altes Naturschauspiel statt: die Saca de las Yeguas, der Auszug der Marismeño-Stuten aus den weiten Marschen. Filmemacher von ARTE begleiten diesmal die Reiterin Carmen Reales Ramos und ihre zehnjährige Cousine Silvia bei diesem einmaligen Ereignis, das Tierwelt, Landschaft und Menschen eng verknuepft.

Ein ökologisches Labyrinth aus Wasser und Weide

Das UNESCO-Weltnaturerbe erstreckt sich über mehr als 500 Quadratkilometer und ist geprägt von Jahrhunderte andauernden Überflutungen des Flusses Guadalquivir und seiner Nebenfluesse. Diese Dynamik schafft ein grossflaechiges Feuchtgebiet, das sowohl Rastplatz als auch Nahrungsraum für zahlreiche Vogelarten ist und gleichzeitig den Lebensraum fuer die robusten Marismeño-Pferde bildet.

Aufwendige Suche in unwegsamem Gelände

Vor dem eigentlichen Ausritt muessen Teams die Herden orten. Mehr als 200 Helferinnen und Helfer durchkämmen dazu das weitlaeufige Terrain. Manchmal sind die Tiere nach einem Tag gefunden, in anderen Jahren erfordert die Suche bis zu drei Tage. Die Bedingungen sind hart: durchnässte, schlammverkrustete Stiefel und beschwerte Steigbuegel gehoeren zum Alltag derer, die die Saca organisieren.

MerkmalAngabe
Flächenausdehnung des Parks>500 km²
Anzahl Helfer>200
Dauer der Suchezwischen 1 und 3 Tagen

Kultureller und biologischer Wert einer alten Rasse

Die Marismeños gelten als eine der aeltesten Pferderassen weltweit. Ihre genetische Robustheit macht sie zu vermuteten Vorfahren der nordamerikanischen Mustangs; spanische Eroberer brachten Vorfahren dieser Pferde einst nach Amerika, wo sie sich in freier Wildbahn etablierten. Die Saca ist daher nicht nur eine traditionelle Praxis, sondern auch Teil des Umgangs mit genetischem Erbe und regionaler Kultur.

Spannungsfeld: Tradition, Tourismus, Naturschutz

Die Dokumentation beleuchtet, wie eng traditionelle Praktiken, tierische Lebensweisen und Schutzinteressen verknuepft sind. Das Naturschutzgebiet ist strikt geregelt, gleichzeitig ziehen solche Ereignisse Besucherinnen und Besucher an, die das Spektakel erleben wollen. Die Herausforderung besteht darin, die Traditionen zu bewahren, ohne empfindliche Lebensraeume zu stoeren.

  • Schutz des Lebensraums: Der dynamische Wasserkreislauf des Guadalquivir praegt die Vegetation und damit die Nahrungsgrundlage.
  • Arterhaltung: Marismeños tragen zu genetischer Vielfalt und zur Erforschung historischer Pferderassen bei.
  • Verantwortliche Besucherfuehrung: Tourismuseffekte muessen so gelenkt werden, dass Fauna und Flora nicht leiden.

Für die Verantwortlichen vor Ort bleibt die Saca de las Yeguas eine Gratwanderung: Sie muessen Herden managen, ohne sie zu domestizieren, und Menschen zugaenglich machen, ohne den empfindlichen Naturhaushalt zu stoeren. Filmische Begleitung wie jene durch ARTE vermittelt einem breiteren Publikum die Komplexitaet dieses Jahresereignisses und macht zugleich sichtbar, wie stark menschliches Handeln Landschaftsprozesse beeinflusst.

Die Dokumentation bietet somit nicht nur Einblicke in ein spektakulaeres Ereignis, sondern auch Anlass zur Diskussion ueber den Umgang mit natuerlichen Dynamiken, historischer Tierzucht und nachhaltigem Tourismus in geschuetzten Gebieten.

Nadine Bühler
Nadine KI KI-Ressortleiterin Umwelt – WE NEWS online

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