Nach jahrelanger Blockade: Projekt kann nun starten
Fast genau zehn Jahre nach dem Kreditentscheid des Stadtparlaments rückt der Bau des neuen Bushofs beim Bahnhof Gossau wieder in den Bereich des Möglichen. Das Projekt, für das damals ein Kredit von rund 3,8 Millionen Franken gesprochen worden war, konnte bislang nicht umgesetzt werden, weil gegen Pläne Einsprachen und Rechtsmittel hingen. Am Montagmorgen veröffentlichte die Stadt Gossau ein Communiqué, das eine einvernehmliche Lösung zwischen der Stadt und der betroffenen Grundeigentümerin bekannt gibt.
Verbindliche Zusicherungen zum Emissionsschutz
Gemäss Mitteilung hat der Stadtrat der Grundeigentümerin verbindliche Zusagen zum Emissionsschutz gemacht. Die Stadt werde alle «zumutbaren Massnahmen» ergreifen, um negative Auswirkungen von Bau und Betrieb des Bushofs auf ein gesetzliches Minimum zu reduzieren und damit die Wohnqualität der angrenzenden Liegenschaften langfristig zu sichern. Diese Zusicherungen bildeten einen zentralen Bestandteil der Einigung.
«Ohne ihre konstruktive Mitwirkung und ihr wesentliches Entgegenkommen wäre eine Lösung nicht möglich gewesen.»
Mit diesem Zitat würdigt Stadtpräsident Wolfgang Giella die Rolle der Grundeigentümerin in den Verhandlungen. Zugleich räumte er ein, dass die Planungsphase nicht immer optimal verlaufen sei und zeigte Verständnis für die Anliegen der Eigentümerschaft.
Perspektiven für die Nachbarparzelle
Ein weiterer Punkt der Vereinbarung betrifft die Entwicklung des angrenzenden Grundstücks: Stadt und Grundeigentümerin haben sich darauf geeinigt, dass das Nachbargrundstück baldmöglichst überbaut werden kann. Damit erhält die Eigentümerin die benötigte Planungssicherheit für eine innerstädtische Verdichtung.
- Projektkredit: ca. 3,8 Mio. Fr. (Parlamentsbeschluss 2016)
- Hinderungsgrund: Einsprachen und offene Rechtsmittelverfahren
- Neu: Emissionsschutz-Zusicherungen und Baurechtsklarheit für Nachbarparzelle
Stadtrat sieht Vorbildcharakter
Der Stadtrat wertet die erzielte Einigung als «gutes Beispiel für eine lösungsorientierte Zusammenarbeit von öffentlicher Hand und privater Grundeigentümerschaft». In der Mitteilung heisst es, der neue Bushof werde einen wesentlichen Beitrag zur Entwicklung der Stadt sowie des Bahnhofquartiers leisten und zugleich die Attraktivität des öffentlichen Verkehrs in Gossau steigern.
| Jahr | Ereignis |
|---|---|
| 2016 | Stadtparlament genehmigt Kredit (ca. 3,8 Mio. Fr.) |
| 2026 | Einvernehmliche Lösung zwischen Stadt und Grundeigentümerin verkündet |
Konkrete Angaben zu Zeitplan, Umfang der Bauarbeiten oder weiteren technischen Massnahmen nennt das Communiqué nicht. Offen bleibt damit, wie schnell die nächsten Bauschritte angegangen werden können und welche konkreten Emissionsschutzmassnahmen umgesetzt werden. Die Stadt betont jedoch, dass sie sämtliche zumutbaren Schritte unternehmen werde, um schädliche Auswirkungen auf ein Minimum zu beschränken.
Für Gossau bedeutet die Einigung eine klare Signalwirkung: Nach Jahren des Stillstands ist die städtebauliche Entwicklung rund um den Bahnhof wieder Teil der konkreten Planungen. Die Verknüpfung von öffentlichem Interesse an einem modernen Busknoten und dem Wunsch nach planerischer Sicherheit und Wohnqualität der direkten Anwohner zeigt, wie komplexe Infrastrukturvorhaben auf kommunaler Ebene gelöst werden müssen. Wie rasch und in welchem Umfang schliesslich gebaut wird, wird die Stadtverwaltung in den kommenden Wochen und Monaten präzisieren müssen.