Die Stimmberechtigten in Winterthur entscheiden am 27. September über einen Kredit von rund 35 Millionen Franken für die Sanierung des Fussballstadions Schützenwiese. Stadt und Verein begründen das Vorhaben mit dem hohen Alter der Anlage: Das Stadion sei «fast 70 Jahre alt» und müsse modernisiert werden, heisst es in den Unterlagen.
Was geplant ist
Die Vorlage sieht Investitionen in zwei neue Stirntribünen sowie in ein neues Betriebs- und Garderobengebäude vor. Der FC Winterthur beteiligt sich mit Fr. 2,6 Millionen an den Kosten. Zweck der Arbeiten ist laut Projektangaben ein höherer Komfort für Zuschauerinnen und Zuschauer sowie bessere Sicherheits- und Betriebsbedingungen für den Club.
- Neubau von zwei Stirntribünen
- Neubau eines Betriebs- und Garderobengebäudes
- Finanzierung durch Stadt und Beteiligung des FC Winterthur (Fr. 2,6 Mio.)
Breite Unterstützung, wenig Widerspruch
Im Unterschied etwa zum lange umstrittenen Hardturm-Projekt in der Stadt Zürich gilt die Vorlage in Winterthur als wenig umstritten. Stadtrat, Gemeinderat und der Club stehen geschlossen hinter dem Kredit. Im Parlament äusserte einzig die SVP grundsätzliche Bedenken mit Hinweis auf die Höhe des Kredits; schliesslich stimmte aber auch die SVP dem Kredit zu.
Die breite politische Zustimmung dürfte den Abstimmungskampf weniger polarisiert erscheinen lassen als bei vergleichbaren Stadionvorlagen. Für die Stadtregierung ist die Sanierung eine Frage der Erhaltung einer bestehenden Sportinfrastruktur, die für den kommunalen Sportbetrieb und das Vereinsleben im Kanton Zürich eine Rolle spielt.
Finanzielle und sportliche Bedeutung
Die Schützenwiese gilt als das einzige reine Fussballstadion im Kanton Zürich. Der Erhalt der Anlage hat mehrere Dimensionen: Er sichert dem FC Winterthur die Nutzung moderner Umkleide- und Betriebsräume, beeinflusst das Zuschauererlebnis und hat Auswirkungen auf die Stadtkasse. Konkrete Zahlen zur erwarteten wirtschaftlichen Wirkung liegen in der Vorlage nicht detailreich aufbereitet; im Zentrum steht die zwingende Erneuerung veralteter Bauten.
| Position | Betrag |
|---|---|
| Gesamtkredit | Fr. 35 Mio. |
| Beiträge FC Winterthur | Fr. 2,6 Mio. |
Kontrast zum Zürcher Stadiondebakel
Die Debatte in Winterthur steht in Kontrast zur Stadiongeschichte in der Stadt Zürich. Dort verliefen Entscheide und Gerichtsverfahren in den letzten zwei Jahrzehnten wechselhaft: 2003 sagten Zürcher Stimmberechtigte erstmals Ja zu einem neuen Stadion auf dem Hardturm-Areal, 2008 wurde das alte Stadion abgerissen, 2013 scheiterte ein stadter finanziertes Projekt an der Urne. 2020 bestätigte eine Abstimmung das Projekt «Ensemble» mit Stadion, Wohntürmen und Gewerbeflächen; in den Folgejahren gab es Gerichtsurteile bis hin zu einem noch laufenden Verfahren vor dem Bundesgericht (Stand: heute).
Dieses länger andauernde Ringen in Zürich macht die Winterthurer Vorlage aus kommunaler Sicht bemerkenswert: Hier scheinen politische Akteure und Verein eine gemeinsame Lösung gefunden zu haben, welche die Stimmberechtigten nun bestätigen sollen.
Was Bürgerinnen und Bürger wissen sollten
Stimmberechtigte erhalten die Abstimmungsunterlagen rechtzeitig per Post. Entscheidend ist das Ja oder Nein zum beantragten Kredit; Details zu Bauetappen, Bauzeitraum oder zu Betriebskosten nach der Sanierung sind in der kommunalen Dokumentation beschrieben und sollten vor der Stimmabgabe geprüft werden. Ein Ja würde den Weg für die Umsetzung frei machen; ein Nein würde weitere Abklärungen und möglicherweise eine Verschiebung oder Teilsanierung nach sich ziehen.
Die Abstimmung über die Schützenwiese ist ein lokaler Entscheid mit konkreten Folgen für den Sportbetrieb in Winterthur: Es geht nicht nur um ein Gebäude, sondern um die Infrastruktur eines Vereins, der in der Region eine sichtbare Rolle spielt.
Als städtisches Privatgut wie auch als öffentlich genutzte Sportanlage bleibt die Schützenwiese ein Prüfstein dafür, wie Kommunen Investitionen in Sportinfrastruktur und Vereinswesen finanzieren und priorisieren.