Die geplante Dreifachsporthalle beim Kollegium Stans stösst auf Zustimmung – doch über die Frage, wie der Baustellenverkehr abgewickelt werden soll, ist in Stans eine öffentliche Debatte entbrannt. Ein überparteiliches Komitee verlangt, die Erschliessung der Baustelle nicht ausschliesslich durch das Dorf und die Mürgstrasse zu führen und hat eine Online-Petition angekündigt.
Ausgangslage: Ja zum Kredit, Streit um Erschliessung
Am 14. Juni stimmte die Nidwaldner Stimmbevölkerung dem Objektkredit von 26 Millionen Franken für den Bau einer Dreifachsporthalle beim Kollegium klar zu: Mit 72,8 Prozent Ja-Stimmen wurde das Projekt getragen. Inzwischen laufen die Vorbereitungen für den Bau, darunter die Planung des Baustellenverkehrs. Gemäss aktueller Mitteilung ist vorgesehen, dass der Verkehr während der Bauphase ausschliesslich durchs Stanser Dorf und über die Mürgstrasse geführt wird.
Überparteiliches Komitee erhebt Einwände
Gegen diese Lösung formiert sich Widerstand: Ein Komitee, dem Vertreterinnen und Vertreter der Stanser Ortsparteien FDP, SVP, GLP, Grüne und SP sowie eine Persönlichkeit aus dem lokalen Gewerbe angehören, sieht darin eine erhebliche Belastung für das Dorf. Betroffen seien Anwohnende, Läden und Gastrobetriebe sowie alle Verkehrsteilnehmenden im Dorfzentrum. Besorgt ist das Komitee auch wegen der Sicherheit von Kindern und Jugendlichen auf ihren Schulwegen.
«Wir unterstützen den Bau der neuen Dreifachsporthalle beim Kollegium Stans», sagte Lukas Odermatt, Co-Präsident der GLP Stans. Die Baustellenerschliessung solle jedoch so geplant werden, dass Sicherheit und Lebensqualität gewährleistet und die Infrastruktur bestmöglich geschützt seien.
Forderungen der Petition
Die Online-Petition mit dem Titel «Sporthalle JA – mit Rücksicht auf Stans!» richtet sich an den Nidwaldner Regierungsrat und den Gemeinderat von Stans. Konkret fordert das Komitee:
- dass alternative oder ergänzende Verkehrsführungen geprüft werden, um das Dorfzentrum und die Mürgstrasse zu entlasten,
- dass die Baustellenerschliessung mit der geplanten Sanierung der Mürgstrasse und weiteren Infrastrukturprojekten koordiniert wird,
- dass Schutzmassnahmen für die Sicherheit von Schulkindern und Fussgängern verbindlich vorgesehen werden.
Zeithorizont und Formalitäten
Die Unterschriftensammlung startet am 2. September und dauert bis zum 14. Oktober. Die Petition wird digital geführt und soll die Planungsverantwortlichen von Kanton und Gemeinde dazu bringen, die Erschliessungsplanung anzupassen oder zusätzliche Varianten zu prüfen.
| Datum / Kennzahl | Angabe |
|---|---|
| Abstimmung Objektkredit | 14. Juni – Ja mit 72,8% |
| Kreditbetrag | 26 Mio. Fr. |
| Petitionszeitraum | 2. September bis 14. Oktober |
Auswirkungen für Anwohnende und Gewerbe
Das Komitee betont, dass nicht nur Lärm und Staub, sondern auch erhöhter Schwerverkehr, Platzbedarf für Baustellenfahrzeuge und mögliche Schäden an bestehender Infrastruktur zu erwarten seien. Dies könne die Lebensqualität im Dorfzentrum beeinträchtigen und lokale Betriebe in ihrer Erreichbarkeit und Kundenfrequenz belasten. Zudem weisen die Initianten auf die Kollision mehrerer Bauprojekte hin: Die geplante Erschliessung müsse mit der Sanierung der Mürgstrasse und weiteren anstehenden Arbeiten koordiniert werden, um kumulative Belastungen zu vermeiden.
Behördliche Zuständigkeiten und mögliche Schritte
Die Petition richtet sich sowohl an den Regierungsrat des Kantons Nidwalden als auch an den Gemeinderat Stans. Entscheide über die endgültige Baustellenerschliessung treffen die zuständigen Planungs- und Bewilligungsinstanzen auf kantonaler und kommunaler Ebene. Das Komitee fordert, dass diese Instanzen alternative Erschliessungsrouten prüfen und die Interessen der Dorfbevölkerung stärker berücksichtigen.
Was jetzt zu erwarten ist
Zunächst dürfte die Petition den politischen Druck erhöhen und eine öffentliche Diskussion über die konkrete Verkehrsführung auslösen. Ob und in welchem Umfang die Behörden die Erschliessungsplanung anpassen, hängt von den Resultaten der Unterschriftensammlung, technischen Machbarkeitsprüfungen und der Abwägung zwischen Projektumsetzung und Schutzinteressen ab. Für Anwohnende bleibt die Petition eine Möglichkeit, ihre Anliegen formell vorzubringen.
Die Debatte zeigt, dass Zustimmung zum Bauvorhaben nicht zwingend mit Zustimmung zur gewählten Baustellenerschliessung einhergeht. Sowohl Befürworterinnen und Befürworter der Sporthalle als auch kritische Stimmen betonen die Bedeutung, Lösungen zu finden, die Baufortschritt und die Lebensqualität im Dorf in Einklang bringen.