Stadtrat leitet vertiefte Aufarbeitung ein
Der Stadtrat Uster hat an seiner Sitzung vom 25. August mehrere weitere Massnahmen beschlossen, um die Vorgänge in der Stadtpolizei gründlich aufzuarbeiten. Die Massnahmen sehen sowohl externe Prüfungen als auch vorübergehende personelle Umverteilungen in der politischen Führung und der Verwaltung vor.
Konkret hat der Stadtrat der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft BDO den Auftrag erteilt, die Finanzen, Prozesse und Regeln im Geschäftsfeld Sicherheit vertieft zu untersuchen. Zusätzlich wird der ehemalige Kommandant der Kantonspolizei Zürich, Bruno Keller, mandatiert, die Betriebskultur innerhalb des Geschäftsfelds zu überprüfen und dem Stadtrat Handlungsvorschläge zu unterbreiten.
Politische Zuständigkeit vorübergehend neu geregelt
Als Teil der Trennung zwischen der laufenden Aufarbeitung und der politischen Führung überträgt der Stadtrat die Verantwortung für das Geschäftsfeld Sicherheit per sofort und voraussichtlich bis Ende 2026 an Stadträtin Petra Bättig (vorsteherin der Abteilung Soziales). Die bisher zuständige Sicherheitsvorsteherin Beatrice Caviezel bleibt weiterhin verantwortlich für die Geschäftsfelder Publikumsdienste sowie Recht und Vollstreckung.
Der Stadtrat begründet die temporäre Übergabe damit, dass die politische Führung des unmittelbar betroffenen Bereichs von der Untersuchung getrennt werden soll. Bereits Ende Juli hatte der Rat einen speziellen Ausschuss zur Aufarbeitung eingesetzt; diesem gehören Stadtpräsidentin Barbara Thalmann (SP), Finanzvorstand Daniel Frei (GLP) und Bauvorstand Richard Sägesser (FDP) an.
Wechsel in der Verwaltungsebene
Auch in der Verwaltung gibt es konkrete Folgen: Der Abteilungsleiter Sicherheit, Enrico Quattrini, gibt seine Funktion per Mitte September 2026 auf. Die Stelle soll öffentlich ausgeschrieben werden. Bis eine Nachfolge gefunden ist, übernimmt Hansruedi Steinmann von der Firma Steinmann & Partner interimistisch die Leitung der Abteilung Sicherheit.
- Externe Prüfung durch BDO: Finanzen, Prozesse, Regeln
- Betriebskultur-Analyse durch Bruno Keller
- Politische Verantwortung Sicherheit: vorübergehend bei Petra Bättig bis Ende 2026
- Abteilungsleiter Enrico Quattrini tritt per Mitte September 2026 zurück
- Interimistische Leitung: Hansruedi Steinmann übernimmt
Transparenz und weiteres Vorgehen
Der Stadtrat kündigt an, die Ergebnisse der Untersuchungen zuerst den zuständigen Kommissionen vorzulegen. Anschliessend will er die Öffentlichkeit über die Erkenntnisse und die daraus abgeleiteten Massnahmen informieren. In der Mitteilung nennt der Stadtrat keine weiteren Details zu den konkreten Vorfällen, die den Untersuchungen zugrunde liegen.
| Bereich | Vorher | Neu / Interim |
|---|---|---|
| Politische Verantwortung Sicherheit | Beatrice Caviezel | Petra Bättig (bis Ende 2026) |
| Abteilungsleitung Sicherheit | Enrico Quattrini | Hansruedi Steinmann (interimistisch) |
| Externe Untersuchungen | — | BDO (Finanzen/Prozesse), Bruno Keller (Betriebskultur) |
Für Uster bedeutet diese Vorgehensweise eine Phase mit erhöhter Aufmerksamkeit und administrativer Neuordnung. Der Stadtrat versucht, einerseits die laufenden Prüfungen unabhängig zu halten und andererseits die operative Führung sicherzustellen. Wann genau die Berichte vorliegen und welche konkreten Massnahmen daraus folgen, bleibt abzuwarten. Der Stadtrat hat aber einen klaren Fahrplan kommuniziert: Untersuchung, Vorprüfung durch Kommissionen, anschliessende Publikation und mögliche politische oder administrative Konsequenzen.
Die Stadt Uster setzt damit auf externe Expertise und eine personelle Neuordnung, um das Vertrauen in die Führung und Organisation der städtischen Sicherheitsaufgaben wiederherzustellen. Die nächsten Wochen dürften klären, in welchem Ausmass die Befunde strukturelle Änderungen nach sich ziehen werden.