Die Staus entlang der A2 im Kanton Uri bleiben ein zentrales Thema. Als besonders prägnantes Beispiel gilt der 6 Kilometer lange Rückstau vor dem Gotthard-Nordportal am 20. Juli 2025. Vertreterinnen und Vertreter aus dem Kantonsparlament sowie eine lokale Interessengruppe üben Kritik an der bisherigen Handhabung durch die Regierung und die Sicherheitsdirektion.
Politische Kritik und Forderungen
Im Februar 2026 musste der Regierungsrat eine Interpellation zur Verkehrssituation beantworten. Kritiker bemängeln, die Antwort enthalte keine Hinweise auf grundlegend andere Ansätze oder innovative Methoden zur Stauvermeidung. Stattdessen setze die Regierung weiter auf jene Massnahmen, die im sogenannten Baukasten des Bundesamts für Strassen (Astra) vorgeschlagen werden.
Die IG Kanton Uri hat derweil eine Petition mit rund 8 000 Unterzeichnenden eingereicht und bringt damit zusätzlichen Druck in die Debatte. Mit einer Protestaktion am 18. Juli in Amsteg machte die Bevölkerung erneut auf die Situation aufmerksam.
«untauglich»
Ein besonders heikler Punkt in der Diskussion ist die Bewertung neuer Vorschläge zur Stauminderung. So wird berichtet, dass Regierungsrat Epp die Empfehlungen der Entwickler der «Acél/Schindler-Methode© zur Stauvermeidung» als «untauglich» taxiert habe. Die Kritiker verweisen darauf, Epp habe die Unterlagen offenbar nie auf seinem Regierungstisch geprüft.
Bauprojekt: Kreisel in Göschenen
Als konkretes Bauvorhaben steht der Ausbau des Kreisels in Göschenen zur Diskussion. Dieses Projekt wird in der medialen Debatte als massgeblicher Beitrag zur Entlastung erwähnt und ist seit 2018 in Planung. Der Ausbau wird mit 20 Millionen Franken beziffert. In der Diskussion tauchen Fragen auf, warum bei einem so zentralen Projekt nicht rascher mit dem Bau begonnen werde und ob das Vorhaben als politisches Beruhigungsmittel für staugeplagte Anwohner dient.
| Datum / Ereignis | Kurzbeschreibung |
|---|---|
| 18. Juli (Jahr nicht spezifiziert) | Protestaktion in Amsteg gegen Stauprobleme |
| 20. Juli 2025 | Sechs Kilometer Stau vor Gotthard-Nordportal |
| Februar 2026 | Regierungsantwort auf Interpellation zur Stauproblematik |
Ausweichverkehr und Dorfbelastung
Ein zentrales Argument der Kritiker lautet: Lässt sich der Verkehr auf der A2 flüssig halten, nimmt der Ausweichverkehr durch die Dörfer sofort deutlich ab. Folge wären weniger lange Staukolonnen und kürzere Wartezeiten für die Pendlerinnen und Pendler sowie Entlastung für die Anwohnerinnen und Anwohner in den betroffenen Gemeinden.
- Flüssiger Verkehr auf A2 = weniger Ausweichverkehr in Dörfern
- Bisherige Astra-Massnahmen gelten vielen als unbefriedigend
- Bauvorhaben wie Göschenen-Kreisel sollen Entlastung bringen, werden aber kritisiert wegen Verzögerungen
Die Sicherheitsdirektion setzt laut Berichten weiterhin auf «Dosierung und Sperren» als Mittel zur Bewältigung akuter Stausituationen. Diese Instrumente gelten in der Praxis als kurzfristige Massnahmen, die jedoch die strukturellen Probleme nicht lösen.
Offene Fragen und Ausblick
Mehrere Punkte bleiben unklar: Welche konkreten zusätzlichen Massnahmen will der Regierungsrat neben den Astra-Vorschlägen umsetzen? In welchem Zeitrahmen ist mit dem Ausbau des Kreisels in Göschenen zu rechnen? Und inwiefern werden alternative Ansätze, die in der öffentlichen Diskussion genannt werden, sachlich geprüft?
Die Debatte zeigt deutlich, dass die Erwartungshaltung in der Bevölkerung hoch ist. Die Kombination aus wiederkehrenden Störungen auf der A2, dem Protest der Anwohnenden und einer grossen Unterschriftensammlung macht die Verkehrspolitik im Kanton Uri zu einem Thema mit hohem Druck auf die Exekutive.
Die nächsten Schritte werden vor allem davon abhängen, wie schnell die Regierung konkrete Zeitpläne für geplante Bauprojekte vorlegt und ob zusätzliche Massnahmen zur Verkehrssteuerung geprüft und allenfalls umgesetzt werden. Bis dahin bleiben die Dörfer auf diese Entscheidungen angewiesen.