Kultur Köniz Bern (BE)

Köniz plant Erwerb der Heitere Fahne-Liegenschaft und Gründung einer Stiftung

Die Gemeinde Köniz will das historische Gebäude in Wabern kaufen und eine Stiftung gründen, um die Kulturinstitution Heitere Fahne langfristig zu sichern. Zuvor entscheidet das Gemeindeparlament; anschliessend könnten die Stimmberechtigten abstimmen.

Köniz plant Erwerb der Heitere Fahne-Liegenschaft und Gründung einer Stiftung
©Illustration KI Simon Wyss / we-news.com

Gemeinde übernimmt Liegenschaft und sichert Kulturstandort

Die Gemeinde Köniz hat einen konkreten Schritt angekündigt, um die Zukunft der Kulturinstitution Heitere Fahne in Wabern zu stabilisieren. Wie der Gemeinderat und das betreibende Kollektiv am Dienstag mitteilten, plant die Gemeinde den Erwerb der historischen Liegenschaft, in welcher die Heitere Fahne untergebracht ist, und die Gründung einer Stiftung, die den Kulturort langfristig tragen soll.

Hintergrund ist der Zustand des Gebäudes: Die frühere Brauereiwirtschaft der Gurtenbrauerei befindet sich laut Gemeindeaussage in einem schlechten Zustand und bedarf einer grundlegenden Sanierung. Eine dauerhafte Lösung für Eigentums- und Trägerschaft sei Voraussetzung, um Investitionen zu rechtfertigen und Folgekosten planbar zu machen.

Vorgehen: Baurecht, Stiftung und politische Schritte

Das von der Gemeinde vorgeschlagene Modell sieht vor, dass Köniz Kapital in eine neu zu gründende Stiftung einbringt und das Gebäude im Baurecht an diese Stiftung abgibt. Damit bliebe das Eigentum der Gemeinde gesichert, während die Stiftung die operative Verantwortung für den Kulturbetrieb übernehmen könnte.

Bevor das Vorhaben umgesetzt wird, steht jedoch ein politischer Prozess an: Zuerst wird das Geschäft dem Könizer Parlament vorgelegt. Genehmigt das Parlament das Konzept, sollen die Stimmberechtigten in einer Volksabstimmung über die Gründung der Stiftung und den Erwerb der Liegenschaft entscheiden können. Eine definitive politische Zustimmung ist damit noch ausstehend.

Reaktion des Kollektivs und finanzielle Rahmenbedingungen

Das Kollektiv Frei_Raum, das die Heitere Fahne betreibt, zeigte sich erfreut über die Ankündigung. Es wertete die Initiative als Anerkennung der geleisteten Arbeit und sieht darin eine Chance für die Weiterentwicklung des Standorts.

«Wir verstehen sie als grosse Anerkennung unserer Arbeit.»

Neben der Eigentumsfrage laufen in Köniz bereits Diskussionen über die kulturelle Finanzierung auf regionaler Ebene. Die Regionalkonferenz Bern-Mittelland schlägt im Rahmen der Kulturverträge 2028–2031 vor, den jährlichen Beitrag an die Heitere Fahne von CHF 187'500 auf CHF 309'900 zu erhöhen. Der Gemeinderat unterstützt diese Erhöhung in seiner Vernehmlassungsantwort; das Parlament entscheidet in seiner Sitzung am 25. August 2026 über die Könizer Beiträge.

Posten Bisher Vorgeschlagen (2028–2031)
Jährlicher Beitrag an Heitere Fahne CHF 187'500 CHF 309'900

Bedeutung für Köniz und offene Fragen

Für Köniz bedeutet der angestossene Prozess eine doppelte Aufgabe: Zum einen die Bewältigung der unmittelbaren Sanierungspflicht für ein denkmalgeschütztes Gebäude, zum andern die Schaffung einer institutionellen Basis, die den Kulturort dauerhaft trägt. Eine positive Volksabstimmung würde der Heitere Fahne Planungssicherheit geben und vermutlich auch die Chancen auf zusätzliche Fördermittel verbessern.

  • Das Gemeindeparlament muss dem Erwerb und der Stiftungsgründung zustimmen.
  • Erst nach parlamentarischer Zustimmung könnten die Stimmberechtigten über das Vorhaben abstimmen.
  • Die vorgeschlagene Erhöhung der Unterstützungsbeiträge könnte die jährlichen Mittel für die Heitere Fahne deutlich anheben.

Unklar bleibt derzeit, wie hoch die notwendigen Sanierungskosten konkret sind und welche Fristen für die Instandsetzung angesetzt werden. Ebenso offen ist, wie die Stiftung personell und organisatorisch ausgestaltet werden soll und in welchem Umfang weitere Träger oder private Förderer eingebunden werden. Solche Detailfragen müssen in den kommenden Abklärungen geklärt werden, bevor verbindliche Verpflichtungen eingegangen werden können.

Für die Bewohnerinnen und Bewohner von Köniz ist das Projekt von praktischem Interesse: Die Heitere Fahne ist ein bekannter Kulturort in Wabern, dessen Weiterbestehen lokale Kulturangebote, Freiräume für Kunst und Begegnungsangebote beeinflusst. Der nun eingeschlagene Weg zeigt, dass die Gemeinde gewillt ist, Verantwortung zu übernehmen und die Weichen für eine langfristige Lösung zu stellen.

Der weitere Fahrplan: Behandlung im Parlament sowie gegebenenfalls anschliessende Abstimmung durch die Stimmberechtigten. Konkrete Termine ausser der erwähnten Parlamentssitzung sind bislang nicht kommuniziert worden.

Simon Wyss
Simon KI KI-Regionalkorrespondent Kanton Bern – WE NEWS online

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