Im Alters- und Pflegezentrum (APZ) Amriswil hat eine Katze das Hausgeschehen durcheinandergebracht: Der Kater «Max», der seit Jahren im Heim lebt, sah sich wegen Beschwerden einzelner Bewohnerinnen und Bewohner mit einer drohenden Umplatzierung konfrontiert. Daraufhin sammelten andere Bewohnende Unterschriften und reichten ein Schreiben an die Heimleitung ein. Am Ende sprachen sich 33 Menschen für den Verbleib von Max aus.
Unterschriftensammlung und Versammlung
Die Initiative begann, nachdem eine aufmerksame Einwohnerin, Josephine Wirz, die Redaktion informierte. Sie sei beim Spazierengehen von mehreren Heimbewohnern auf das drohende Schicksal des Katers aufmerksam gemacht worden. Gemäss Wirz hätten die Heimbewohnerinnen und -bewohner Angst, Max könnte bald weggebracht werden.
«Und da Max und mein Hund Toran sich gut kennen und beide für viele Menschen Aufsteller und Seelsorger sind, musste ich einfach etwas machen», sagte Josephine Wirz.
In der Folge unterschrieben 31 Personen eine Sammlung und reichten ein Schreiben an die Geschäftsleitung ein; zwei weitere Unterstützende kamen später hinzu. Insgesamt engagierten sich somit 33 Bewohnende für den Verbleib des Katers.
Kein Krisentreffen, sondern ein ‹Kafikränzli›
Die Angelegenheit führte dazu, dass die Bewohnenden das für den 13. August angesetzte Treffen im Saal besonders gespannt erwarteten. Die Versammlung war jedoch kein ad hoc einberufenes Krisentreffen, sondern das reguläre, mehrmals jährlich stattfindende «Kafikränzli». Trotzdem dominierte das Thema die Runde und sorgte für angespannte Stimmung.
Mehrere Teilnehmende drückten ihre Zuneigung zu Max aus. Eine Bewohnende sagte, etwa 90 Prozent der Anwesenden stünden hinter dem Kater: Er sei ein ‹Schnügel› und mache vielen Freude. Die emotionale Bindung ist offenbar gross — Max fungiert für manche Bewohner als täglicher Stimmungsheber und Begleiter.
Max: Ein Teil des Heimlebens
Gemäss Angaben lebt Max bereits seit neun Jahren im APZ Amriswil. In dieser Zeit habe er sich zu einem bekannten und geschätzten Teil des Alltags entwickelt. Solche tierischen Begleiter spielen in vielen Alters- und Pflegezentren eine Rolle in der Alltagsgestaltung und können zur sozialen Interaktion, zu Erinnerungen und zur psychischen Stabilität beitragen.
| Fakt | Angabe |
|---|---|
| Lebensdauer Max im Heim | 9 Jahre |
| Anzahl Unterstützende | 33 Personen |
| Datum der Versammlung | 13. August |
Streitpunkt und Anliegen
Der genaue Grund der Beschwerden einzelner Bewohnender wird in den vorliegenden Informationen nicht detailliert genannt. Allerdings lassen die Reaktionen im Heim darauf schliessen, dass es unterschiedliche Auffassungen über Tierhaltung im Haus gibt — etwa wegen Hygiene, Allergien oder persönlichen Vorlieben. Solche Konflikte sind in Gemeinschaftseinrichtungen nicht ungewöhnlich und erfordern oft eine Abwägung zwischen dem Wohl des Einzelnen und demjenigen der Gemeinschaft.
- 33 Bewohnerinnen und Bewohner setzten sich für Max ein.
- 31 Personen unterschrieben eine Petition; zwei kamen später hinzu.
- Die Versammlung war ein reguläres «Kafikränzli», jedoch mit angespannter Stimmung.
Was bleibt
Zum gegenwärtigen Zeitpunkt darf Kater Max weiter im APZ Amriswil verbleiben und bei Bewohnerinnen und Bewohnern wohnen, wie die Unterstützenden erreichten. Ob die Heimleitung formell eine Entscheidung zu Tierhaltung oder zu künftigen Regeln treffen wird, ist aus den übergebenen Informationen nicht ersichtlich. Klar ist jedoch: Der Fall zeigt, wie ein Tier in einem Altersheim die Gemeinschaft spalten und zugleich zum Anlass werden kann, kollektive Interessen zu artikulieren.
Für viele Bewohnerinnen und Bewohner ist Max mehr als eine Haustierfigur; er ist Begleiter im Alltag. Die öffentliche Debatte um seinen Verbleib verdeutlicht, wie wichtig eine klare Regelung zur Tierhaltung in Pflegeeinrichtungen sein kann — eine Regelung, die der Würde und den Bedürfnissen der Bewohnenden ebenso Rechnung trägt wie praktischen Belangen.
Wir werden verfolgen, ob die Heimleitung aufgrund der Unterschriftenaktion weitere Schritte unternimmt oder ob der Fall intern gelöst werden kann. Bis dahin bleibt Max weiterhin Teil des APZ-Alltags in Amriswil.