Winterthur – Der HC Rychenberg hat seinen erfolgreichen Sommer weitergeführt: In der Axa-Arena setzten sich die Winterthurer im Supercup gegen den Cupsieger Thurgau mit 6:5 durch und hoben damit erstmals auch diese Trophäe in die Höhe. Für den HCR ist es die zweite grosse Premiere binnen weniger Monate nach dem ersten Meistertitel.
Offener Beginn – Thurgau mit frühem Doppelschlag
Das Eröffnungsspiel der Saison zeigte zwei Mannschaften auf Augenhöhe. Thurgau nutzte die Abstimmungsprobleme der verjüngten HCR-Mannschaft früh: Bereits in der 6. und kurz darauf erzielte der Gast die ersten beiden Treffer und ging damit mit 2:0 in Führung. Die Winterthurer wirkten in den Anfangsminuten in der Defensive noch ungenügend abgestimmt, während Thurgau seine eingespielte Formation zu nutzen wusste.
HCR kämpft sich zurück – ausgeglichener Spielverlauf
Nach der ersten Pause stabilisierte sich Rychenberg. Torhüter Eric Kunz bekam mehr Schutz, und die Gastgeber neutralisierten die gefährlichen Konter sowie die Querpässe des Gegners zunehmend besser. Trotz weiterhin hoher Spielanteile auf Seiten Thurgau entwickelte sich ein offener Schlagabtausch mit Chancen auf beiden Seiten.
In der 16. Minute gelang Levin Conrad der erste Anschlusstreffer für den HCR, ehe Thurgau per Penalty durch Mariotti wiederum in Führung ging. Kurz vor der Pause erhöhte Wiedmer auf 4:2, sodass die Thurgauer mit einer verdienten Führung in die Kabine gingen.
Wendepunkt im Mitteldrittel
Das Mitteldrittel bot weniger Torraum, dafür mehr Zweikämpfe. Der HCR arbeitete sich kämpferisch in die Partie zurück. Die erste Linie um Noah Püntener prägte die Szene: Einmal als Passgeber, einmal als Vollstrecker – Püntener war massgeblich am Ausgleich zum 4:4 beteiligt. Somit waren nach zwei Dritteln wieder alle Karten offen.
Entscheidung mit Tempo: Zwei Treffer in 77 Sekunden
Nach dem Seitenwechsel gelang Thurgau erneut die Führung. Captain Ramon Zenger schoss in der 45. Minute das 5:4 für die Gäste – ein Treffer, der die Partie erneut zu kippen schien. Doch Rychenberg reagierte prompt und entschlossen: Innerhalb von nur 77 Sekunden drehten Janik Muffler und Damian Hocevar das Spiel und brachten die Winterthurer mit 6:5 in Führung. Diese Phase war der Schlüsselmoment des Spiels und markierte die Wende zugunsten des Meisters.
Endspurt und Spielausgang
Die Schlussphase entwickelte sich zu einem engen Kampf. Thurgau drängte auf den Ausgleich, kam jedoch nicht mehr zum erneuten Abschluss in Form eines Treffers. Rychenberg verteidigte die knappe Führung mit Solidarität und konzentriertem Einsatz bis zum Schlusspfiff.
| Ergebnis | HC Rychenberg 6 – Thurgau 5 |
|---|---|
| Schlüsselmomente | Frühe Thurgauer 2:0-Führung, 4:2 zur Pause, Ausgleich 4:4, 5:4 Thurgau (45'), 6:5 Rychenberg (47', zwei Tore in 77 Sekunden) |
| Spielort | Axa-Arena, Winterthur |
- HCR feiert erste Supercup-Sieg nach dem historischen Meistertitel.
- Thurgau zeigte eine starke, eingespielte Leistung, verlor das Spiel jedoch in einer kurzen, entscheidenden Phase.
- Entscheidend waren die schnellen Reaktionen der Winterthurer nach Rückständen.
Für den HC Rychenberg bestätigt der Erfolg die positive Entwicklung des Klubs: Trotz vieler neuer und junger Spieler präsentierten sich die Winterthurer im Ernstkampf belastbar und situationsgerecht. Das Team zeigte insbesondere im zweiten und dritten Drittel die nötige Reife, um Rückstände wettzumachen und im entscheidenden Moment zuzuschlagen.
Für Thurgau bleibt die Erkenntnis, dass die Mannschaft auch gegen den frischgebackenen Meister überzeugen kann: Mit einer strukturierten Leistung erspielte sich der Cupsieger zahlreiche Chancen und führte mehrfach. Letztlich fehlte in der entscheidenden Phase die nötige Effizienz oder das nötige Quäntchen Glück.
Der Supercup bietet beiden Teams eine erste Standortbestimmung vor der neuen Saison. Für die Fans in der Ostschweiz war es ein intensives Spiel mit dramatischen Wendungen, das die Vorfreude auf die kommenden Begegnungen weiter steigen lässt.
Aus Sicht der Thurgauer ist nun die Aufgabe, die gezeigten Stärken zu konservieren und gleichzeitig die Phasen mit Abstimmungsproblemen in den kommenden Spielen zu minimieren. Rychenberg muss die Balance zwischen Verjüngung und Stabilität weiter ausbauen, um den Schwung des Sommers in die Meisterschaft zu tragen.
Die Begegnung in der Axa-Arena bleibt dem Publikum als ein Match mit hoher Spannung und knappen Entscheidungen in Erinnerung – entschieden durch eine kurze, aber folgenschwere Geniestreiche der Winterthurer Offensive.