Die Stadt Frauenfeld führt am 27. September eine Abstimmung über den Erwerb einer 22'611 Quadratmeter grossen Parzelle nördlich der Autobahn A7 und über Planungskosten für die Verlegung von Werkhof und Stadtbusdepot durch. Die aktuellen Anlagen an der Gaswerkstrasse liegen mitten im Stadtzentrum; die Stadt erachtet sie als zu klein, sanierungsbedürftig und zum Teil nicht mehr gesetzeskonform.
Was zur Abstimmung steht
Zur Entscheidung liegen zwei Beträge vor: 8'270'020 Franken für den Landkauf der Parzellen 61488 und 61492 sowie 2'750'000 Franken für Wettbewerb, Planung und Projektierung von Werkhof, Stadtbusdepot und Erschliessung. Zusammen ergeben diese Positionen rund 11 Millionen Franken. Die Grundstücksverträge müssen gemäss Botschaft bis Ende 2026 vollzogen werden. Der eigentliche Baukredit soll voraussichtlich 2028 behandelt werden.
„Die Gebäude sind nach Darstellung der Stadt zu klein, sanierungsbedürftig und teilweise nicht mehr gesetzeskonform.“
Standort und Zweck
Das vorgesehene Areal liegt zwischen Langdorfstrasse, Waffenplatzstrasse, A7 und Oststrasse und wurde bereits 1987 der Zone für öffentliche Bauten und Anlagen zugeteilt. Die Stadt plant eine gemeinsame Anlage für städtische Betriebe mit dem Ziel, Abläufe zu verbessern, Synergien zu schaffen und die Elektrifizierung der Busflotte zu ermöglichen. Zudem ist eine neue Grosse-Allmend-Strasse zur Erschliessung vorgesehen. Die Waffenplatzstrasse bleibt Eigentum der Armee und soll für den zivilen Verkehr gesperrt werden; eine Verlängerung dieser Strasse ist nicht Bestandteil der Vorlage.
Finanzielle Rahmenbedingungen
Die Stadt rechnet bei einer späteren Realisierung mit folgenden groben Kostenschätzungen (Genauigkeit: +/- 25 Prozent):
| Position | Kosten (Fr.) |
|---|---|
| Werkhof | 20'100'000 |
| Stadtbusdepot | 7'700'000 |
| Neue Erschliessungsstrasse | 2'300'000 |
Die Gesamtschätzung der Bruttoinvestitionen liegt bei 38,39 Millionen Franken. Die Stadt hat bereits 2024 einen Betrag von 12 Millionen Franken per Zustimmung des Stimmvolks reserviert; zusätzlich wurden 4 Millionen Franken aus Rechnungsüberschüssen beigesteuert. Zusammen sollen damit 16 Millionen Franken vorfinanziert werden. Die Stadt schätzt die jährliche Mehrbelastung auf rund 1,18 Millionen Franken, was etwa 1,7 Steuerprozenten entspricht.
Folgen für das Stadtzentrum und Zeitplan
Die Zukunft des Areals an der Gaswerkstrasse ist derzeit offen. Die Stadt sieht dort Potenzial für Wohn- und Mischnutzungen, falls Werkhof und Depot verlegt werden. Eine mögliche Verlagerung der Feuerwehr auf das neue Areal wird frühestens ab 2035 geprüft; Thurplus als Nutzer ist frühestens nach 2040 denkbar. Diese Nutzungen sind nicht Teil der aktuellen Vorlage.
- Abstimmungstermin: 27. September
- Vertragsabschluss für Land: bis Ende 2026
- Voraussichtlicher Zeitpunkt für Baukredit: 2028
Im Gemeinderat war der Landkauf weitgehend unbestritten; der Planungskredit wurde im Parlament mit 20 zu 14 Stimmen angenommen. Die Vorlage ist damit in der lokalen Politik umstritten, doch nicht mehrheitlich abgelehnt. Entscheidend für den Fortgang des Projekts ist nun die Zustimmung der Stimmberechtigten.
Für die Bevölkerung geht es bei der Abstimmung nicht nur um neue Gebäude, sondern auch um die Frage, wie sich das Stadtzentrum künftig entwickelt und wie kommunale Infrastruktur langfristig finanziert wird. Kommt der Ja-Stimmen-Anteil zustande, folgt ein Etappenkonzept: Landkauf und Planungsarbeiten zuerst, anschliessend die konkrete Kreditbeantragung für den Bau.
Die Vorlage verbindet städtebauliche Planung mit technischen Anforderungen an Betrieb und Mobilität. Insbesondere die Möglichkeit, die Busflotte zu elektrifizieren, stellt eine langfristige Weichenstellung dar, die über reine Flächenfragen hinausgeht.