Die Stimmberechtigten in Frauenfeld entscheiden am 27. September 2026 über eine Totalrevision des Reglements für den Fonds für erneuerbare Energien und Energieeffizienz (Energiefondsreglement). Ziel der Revision ist es, die städtische Förderung an die veränderten energie- und klimapolitischen Rahmenbedingungen der letzten Jahre anzupassen und Förderlücken zu schliessen.
Grund für die Revision
Das bisher gültige Reglement stammt aus dem Jahr 2012. Seit dessen Inkrafttreten hat die Stadt zahlreiche Projekte unterstützt. Allein zwischen 2021 und 2025 wurden laut Stadtverwaltung 450 Fördergesuche bewilligt und Förderbeiträge in der Höhe von 1,9 Millionen Fr. ausbezahlt. In der Praxis habe sich jedoch gezeigt, dass die Bestimmungen des Reglements nicht mehr alle aktuellen Bedürfnisse abdecken, insbesondere angesichts der veränderten energie- und klimapolitischen Rahmenbedingungen.
Das bisherige Reglement sei in der Förderpraxis «zu eng» geraten, sagt der zuständige Stadtrat. Mit der Revision sollen neue Förderbereiche möglich werden, die über die bisherigen Schwerpunkte hinausgehen.
«Das heutige Reglement stammt aus dem Jahr 2012. Seither hat sich vieles verändert. Mit der Revision schaffen wir die Grundlage, damit Frauenfeld auch künftig wirksam in erneuerbare Energien, Energieeffizienz und Versorgungssicherheit investieren kann», erklärt Stadtrat Stefan Leuthold, Vorsteher des Departements Thurplus, Freizeit und Sport.
Was neu gefördert werden soll
Bisher konzentrierte sich die städtische Förderung stark auf Gebäudehüllensanierungen und einzelne weitere Massnahmen. Die Totalrevision sieht vor, die Fördermöglichkeiten zu erweitern. Genannt werden in der Informationsvorlage Beispiele wie:
- Ersatz fossiler Heizungen
- Anschlüsse an Fernwärmenetze
- Investitionen in Batteriespeicher
Neu sollen allgemein Projekte förderfähig werden, die einen Beitrag zur Erfüllung der Energie- und Klimaziele der Stadt Frauenfeld leisten. Bei der Vergabe orientiert sich die Stadt dabei an bestehenden Förderprogrammen des Kantons.
Finanzielle und politische Bedeutung
Die geplante Ausdehnung der Förderbereiche kann die lokale Umsetzung von Energieprojekten erleichtern. Indem auch Heizungsersatz, Fernwärmeanschlüsse und Speichersysteme unterstützt werden, sollen Hemmnisse für Investitionen gesenkt werden. Für Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer, aber auch für Genossenschaften oder Unternehmen in Frauenfeld könnte dies finanzielle Vorteile bringen und Projekte wirtschaftlich tragbarer machen.
Zugleich ist die Abstimmung ein politischer Gradmesser dafür, wie die Bevölkerung die Rolle der Stadt bei der Umsetzung von Energie- und Klimazielen bewertet. Die Vorlage verlangt kein konkretes neues Ausgabenpaket in der veröffentlichten Zusammenfassung, vielmehr geht es um die Grundlage, auf deren Basis künftig Förderungen gesprochen werden können.
| Zeitraum | Anzahl bewilligter Gesuche | Ausbezahlte Förderbeiträge |
|---|---|---|
| 2021–2025 | 450 | 1,9 Mio. Fr. |
Was Stadtbewohnerinnen und -bewohner jetzt tun sollten
Die Stimmberechtigten erhalten die Unterlagen zur Totalrevision im Vorfeld der Abstimmung. Es empfiehlt sich, die veröffentlichten Informationen der Stadt und der zuständigen Departementsstelle zu prüfen, um Folgen für eigene Bautätigkeiten oder geplante Sanierungen abklären zu können. Wer bereits über Sanierungs- oder Ersatzprojekte nachdenkt, gewinnt mit einer angenommenen Revision zusätzliche Förderoptionen als Entscheidungshilfe.
Die Abstimmung vom 27. September 2026 ist damit ein Schritt, in dem die Stadtgemeinde entscheidet, ob die städtische Förderpraxis künftig breiter und flexibler ausgestaltet werden soll, um die lokalen Energie- und Klimaziele wirkungsvoller zu unterstützen.
Dieser Bericht basiert auf den städtischen Angaben zur Totalrevision des Energiefondsreglements und den publizierten Förderzahlen.