In Zürich-Oerlikon hat am Samstagnachmittag der jährliche Marsch fürs Läbe unter starkem Polizeiaufgebot stattgefunden. Gemäss Berichten von Keystone-SDA nahmen über 1000 Menschen an der Kundgebung teil. Die Veranstaltung, die unter dem Motto «Together for Life!» stand, verlief nicht ohne Zwischenfälle: rund 200 vermummte Gegendemonstranten auf Velos störten den bewilligten Umzug mehrfach.
Versammlung, Sichtschutz und Redebeiträge
Als Sammelort diente der Marktplatz in Oerlikon, der mit Sichtschutz abgesperrt worden war. Die Veranstaltenden, die den Anlass seit 2010 organisieren und seit 2021 nach Zürich-Oerlikon ausweichen, kritisierten erneut den Entscheid der Stadt, den Marsch nicht in der Innenstadt zuzulassen. Auf dem Podium hielt unter anderem der Freiburger SVP-Nationalrat Nicolas Kolly eine Rede.
«Together for Life!»
Konfrontationen entlang der Route
Bereits vor dem Start kam es zu Behinderungen: Vermummte Personen blockierten die Route, stellten umgekippte Container auf die Strasse und zündeten Böller. Nachdem die Polizei die Aufforderung, die Strasse freizugeben, mehrfach ohne Erfolg wiederholt hatte, setzte sie Wasserwerfer ein. Trotz dieser Massnahmen tauchten Gegendemonstranten entlang der Route wiederholt an verschiedenen Orten auf.
Die Stadtpolizei Zürich teilte weiter mit, dass gegen Einsatzkräfte Flaschen geworfen wurden. Gegen diejenigen, die Flaschen warfen, setzte die Polizei Gummischrot ein. Zudem nahm sie laut Communiqué zwei Personen wegen Gewalt und Drohung gegen Beamte vorläufig fest und brachte sie für weitere Abklärungen in eine Polizeiwache.
Polizeipräsenz und Sicherheit
Zur Begleitung des Marsches war ein grosses Polizeiaufgebot vor Ort. Beobachter berichteten, dass sogar zwei Wasserwerfer in Bereitschaft standen. Im Umfeld kontrollierte die Polizei mehrere Personen, um die öffentliche Ordnung sicherzustellen und die Route freizuhalten.
- Teilnehmende: über 1000
- Vermummte Gegendemonstranten: rund 200 auf Velos
- Massnahmen der Polizei: Wasserwerfer, Gummischrot, Kontrollen, zwei vorläufige Festnahmen
Hintergrund des Anlasses
Der Marsch fürs Läbe wird seit 2010 jeweils am Samstag vor dem Buss- und Bettag abgehalten und ist aus dem christlich-konservativen Milieu getragen. Seit 2021 findet der Anlass in Zürich-Oerlikon statt. Die Organisatoren bemängeln, dass die Stadt die Veranstaltung zum sechsten Mal in Folge nicht in der Innenstadt zulässt. In der Vergangenheit kam es bei ähnlichen Anlässen bereits wiederholt zu unbewilligten Gegendemonstrationen in Oerlikon.
| Fakt | Zahl / Bemerkung |
|---|---|
| Teilnehmende | Über 1000 |
| Vermummte Gegendemonstranten | Rund 200 auf Velos |
| Vorläufig Festgenommene | 2 Personen |
| Polizeieinsatzmittel | Wasserwerfer, Gummischrot, Kontrollen |
Was nun zu beachten ist
Die wiederkehrenden Auseinandersetzungen in Oerlikon zeigen die Spannungen zwischen konservativen Veranstaltern und linken Gegengruppen. Die Stadtbehörden stehen vor der Herausforderung, Versammlungsfreiheit und öffentliche Sicherheit gegeneinander abzuwägen. Für Anwohnende und Pendelnde bedeuteten die Sperrungen und Störungen am Samstag teils erhöhte Wartezeiten und Umleitungen; Veranstalter und Polizei wiesen Teilnehmende auf die bewilligte Route und Verhaltensregeln hin.
Die genauen Ermittlungen zu den Vorfällen, insbesondere zu den Personen, die Flaschen gegen Einsatzkräfte geworfen haben, und zu den Gründen für die bisherigen wiederholten Standortentscheide der Stadt, dauern an. Zuständig sind die lokalen Polizeibehörden; weitergehende strafrechtliche Abklärungen bleiben abzuwarten.
Der Anlass in Oerlikon steht exemplarisch für die zunehmende Polarisierung öffentlicher Debatten in Zürich und die praktischen Fragen der Versammlungslenkung in urbanen Quartieren. Die Diskussion darüber, wo kontroverse Kundgebungen stattfinden dürfen und wie die Sicherheit gewährleistet werden kann, dürfte mit Blick auf kommende Anlässe nicht abflauen.