Am Freitagabend kam es im Raum Zürich zu erheblichen Störungen im S-Bahn-Verkehr: Ein Personenunfall zwischen Zürich Stadelhofen und Zürich Stettbach führte zu einer zeitweiligen Unterbrechung des Bahnverkehrs und betraf mehrere Linien im Kernnetz.
Betroffene Linien und erste Entspannung
Die SBB meldete, dass insbesondere die Linien S20 und S21 auf der ganzen Strecke ausfielen. Weitere Linien verzeichneten Verspätungen, Umleitungen oder hielten nicht wie gewohnt an den Bahnhöfen Stadelhofen und Stettbach. Kurz nach 18 Uhr lag die durchschnittliche Verspätung im Kernnetz noch bei etwa 10 Minuten, wie die SBB mitteilte.
Entgegen früherer Erwartungen entspannte sich die Lage jedoch rascher: Seit 20:00 Uhr können Züge wieder am Bahnhof Stettbach halten. Damit kehrten die S3, S9 und S11 in den regulären Fahrplan zurück und bedienen wieder Stettbach.
Weiterhin eingeschränkte Verbindungen
Nicht vollständig normalisiert ist die Situation für die S12. Diese Linie wird umgeleitet und hält vorübergehend nicht in Zürich Hardbrücke, Zürich Stadelhofen und Stettbach. Stattdessen fährt sie zusätzliche Halte in Wallisellen an, um den Anschluss in der Region sicherzustellen. Die SBB hatte zunächst damit gerechnet, dass die Einschränkungen bis etwa 21:30 Uhr andauern könnten, musste diese Angabe aber später nach unten korrigieren.
Personaldisposition als Folge
Die SBB wies zudem auf betriebliche Auswirkungen hin: Der Unterbruch habe die Personaldisposition durcheinandergebracht. In der Folge könne es in seltenen Fällen vorkommen, dass Lokpersonal verspätet zur nächsten Fahrleistung erscheine oder gar nicht vor Ort sei. Dies erkläre zusätzliche Verspätungen und allenfalls kurzfristige Zugausfälle.
«Leider wurde durch den Unterbruch auch die Personaldisposition durcheinandergebracht», schrieb die SBB.
Für Reisende: Tipps und alternative Verbindungen
Pendler und Reisende sollten sich vor Fahrtantritt über die aktuelle Lage informieren. Die SBB rät, die Reiseinformationen in den Apps und am Perron zu prüfen. Praktische Hinweise:
- Prüfen Sie Online-Fahrpläne und Echtzeitinformationen der SBB.
- Wenn möglich, Pendlerfahrten zeitlich verschieben oder alternative Verbindungen mit Zügen und Trams in Betracht ziehen.
- Rechnen Sie am Feierabend mit ausserordentlichen Wartezeiten und überfüllten Zügen.
Regionale Auswirkungen
Der betroffene Abschnitt liegt auf einer wichtigen Achse für Pendlerinnen und Pendler aus dem Osten und Nordosten der Agglomeration. Die Ausfälle und Umleitungen trafen deshalb Menschen, die von ausserhalb Zürichs in die Stadt fahren, sowie Umsteiger, die auf die S-Bahn angewiesen sind, um Anschlüsse in Richtung Flughafen oder ins Stadtzentrum zu erreichen.
Hintergrund
Personenunfälle an Bahnanlagen führen in der Schweiz regelmässig zu grösseren Störungen, weil Gleise gesperrt, Rettungskräfte eingesetzt und Unfallaufnahmen durchgeführt werden müssen. Solche Einsätze beanspruchen nicht nur die Infrastruktur, sondern können auch die Verfügbarkeit des Betriebs- und Lokpersonals beeinflussen, wie die SBB betont.
Ausblick
Die Situation war am Freitagabend bereits deutlich entspannter als zunächst befürchtet. Ob es in den kommenden Stunden zu weiteren Nachwirkungen kommt, hängt von der Wiederherstellung der regulären Personaldisposition und der Freigabe der betroffenen Gleisabschnitte ab. Reisende wird empfohlen, die aktuellen Mitteilungen der SBB zu beachten und mehr Zeit für ihre Fahrten einzuplanen.
Die SBB und die Kantonspolizei Zürich geben in der Regel zu laufenden Ereignissen stündlich aktualisierte Meldungen heraus; diese sollten als verlässliche Informationsquelle genutzt werden.