Schon vor 9 Uhr säumten zahlreiche Besucherinnen und Besucher die Strassen von Speicher, als die diesjährige Viehschau begann. Die Veranstaltung zeigte die Vielfalt und Lebendigkeit der regionalen Viehwirtschaft: Rund 200 Tiere aus neun Betrieben wurden aufgestellt und präsentierten sich vor dem Publikum.
Tradition trifft Schauformat
Die Schau verband traditionelle Elemente mit einer erklärenden Präsentation der einzelnen Betriebe. Ein Speaker stellte die Landwirtinnen und Landwirte sowie ihre Tiere vor. Die Auftritte reichten von Appenzeller Trachten und Senntum bis zu Innerschweizer Treicheln – eine Vielfalt, die bei den Besuchern auf Interesse stieß. Neben Hochleistungskühen und einem Stier waren auch sogenannte «Betriebsbalken» Teil der Ausstellung.
Eigenes Konzept: die «Betriebslatte»
Die Organisatoren setzten auf ein besonderes Ausstellungsprinzip: Anders als bei vielen anderen Schauen, wo nach Alter oder Leistung sortiert wird, präsentierten die Speicherer ihre Tiere an einer eigenen Betriebslatte. Schaupräsident Roland Sturzenegger erläuterte, dass auf diese Weise die Unterschiedlichkeit der Betriebe deutlicher sichtbar werde. Jeder Betrieb stellte auf seinem Porträt spezifische Merkmale dar – etwa Zuchtziele, Fütterungsart, standortgerechte und klimafreundliche Produktion oder Produktionsschwerpunkte bei Milch und Fleisch.
«Genau die richtige Schau»
Die Veranstaltung zog nicht nur Einheimische an; auch Besucherinnen und Besucher aus Deutschland reisten an und zeigten sich beeindruckt von dem gelebten Brauchtum. Ein Ehepaar schilderte seine Zufriedenheit mit der Auswahl der Schau: «Genau die richtige Schau für uns.»
Förderung des Nachwuchses
Der Nachwuchs war sichtbar präsent: Insgesamt massen sich 32 Kinder mitten im Schaureal beim sogenannten Jahrmarktschwingen. Solche Aktivitäten fördern das Interesse an ländlicher Lebensweise und Traditionen schon in jungen Jahren.
Bildungsprojekte und Führungen
Auch schulische und edukative Beiträge prägten die Schau. Eine Schülerin, Fabienne Zellweger, präsentierte im Rahmen einer Schulprojektarbeit eine Neugestaltung des Spruchs am Schaubogen. Zusätzlich wurden Führungen angeboten; unter anderem führte Hansueli Frick durch das Gelände und erklärte den Besucherinnen und Besuchern Hintergründe zur Tierhaltung und den einzelnen Betriebspräsentationen.
Lokale Identität und Austausch
Schaupräsident Roland Sturzenegger zeigte sich erfreut über den grossen Zuspruch und insbesondere darüber, dass auch junge Landwirtinnen und Landwirte teilnahmen. Er betonte die Bedeutung, der Bevölkerung die eigene Arbeit zu zeigen und den Austausch mit Familien zu pflegen: „Machen, was wir gerne tun“ sei ein wichtiges Leitbild dieser Schau — und die Präsenz vieler Familien bestätige dies.
Was die Schau vermittelt
Die Viehschau in Speicher bot mehrere Ebenen: Sie war Schauplatz für Zucht, Leistung und Betriebspräsentation, Museum lebendiger Tradition und Forum für den Austausch zwischen Stadt und Land. Für die Besucherinnen und Besucher ergab sich so nicht nur ein Blick auf die Tiere, sondern auch auf Produktionsweisen und die Alltagspraxis der regionalen Landwirtschaft.
- Anzahl Tiere: rund 200
- Teilnehmende Betriebe: 9
- Aktivitäten für Kinder: 32 Kinder im Jahrmarktschwingen
- Besonderes Format: Ausstellung nach Betriebslatten statt rein nach Leistung
| Aspekt | Angabe |
|---|---|
| Tiere | Rund 200 |
| Betriebe | 9 |
| Kinderaktivität | 32 (Jahrmarktschwingen) |
Die Schau zeigte, wie regionale Landwirtschaft und Brauchtum zusammenwirken: Durch die Präsentation der einzelnen Betriebe mittels Betriebslatten konnten Besucherinnen und Besucher gezielt Einblick in unterschiedliche Produktionsansätze gewinnen. Für die Veranstalter gilt die Schau als Plattform, um Wertschätzung zu erfahren und die eigene Arbeit öffentlich zu erklären.