Die durchschnittlichen Krankenkassenprämien für 2027 liegen in den Ostschweizer Kantonen weiterhin unter dem Schweizer Schnitt. Appenzell Innerrhoden weist dabei zwar mit 285,50 Franken monatlich eine der tiefsten Belastungen auf, verzeichnet jedoch mit 5,9 Prozent den stärksten prozentualen Anstieg innerhalb der Ostschweiz.
Schweizer Mittel höher als in der Ostschweiz
Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) veröffentlichte diese Zahlen am Dienstag. Auf nationaler Ebene steigt die durchschnittliche Prämie über alle Altersklassen auf 412,00 Franken pro Monat, ein Plus von 19,70 Franken gegenüber 2026. Zur Berechnung werden alle bezahlten Prämien in der Schweiz zusammengerechnet und durch die Zahl der Versicherten geteilt.
In der Ostschweiz fallen die Erhöhungen im Vergleich zum schweizerischen Durchschnitt moderater aus: So steigt die durchschnittliche Prämie im Kanton St. Gallen auf 358,40 Franken, ein Mehrbetrag von 17,20 Franken pro Monat. Im Thurgau beträgt die neue durchschnittliche Prämie 364,60 Franken, das sind 17,30 Franken mehr als im Vorjahr.
Appenzell Innerrhoden: Niedrige absolute Prämie, hoher Prozentanstieg
Mit 285,50 Franken pro Monat bleibt Appenzell Innerrhoden einer der günstigsten Kantone der Schweiz; lediglich die Einwohnerinnen und Einwohner des Kantons Zug kommen mit 276,20 Franken noch günstiger weg. Gleichzeitig führt Innerrhoden die prozentuale Rangliste der Ostschweiz an: 5,9 Prozent entspricht dem stärksten relativen Anstieg in der Region.
Auch der benachbarte Kanton Appenzell Ausserrhoden liegt im unteren Bereich des nationalen Rankings und kommt auf eine durchschnittliche Prämie von 354,30 Franken, was einem Zuwachs von 13,60 Franken gegenüber dem Vorjahr entspricht.
| Kanton / Schweiz | Neue Durchschnittsprämie 2027 (Fr. / Monat) | Veränderung gegenüber 2026 |
|---|---|---|
| Schweiz (Durchschnitt) | 412,00 | +19,70 Fr. |
| Appenzell Innerrhoden | 285,50 | +5,9 % |
| Zug | 276,20 | (niedrigste Prämie) |
| St. Gallen | 358,40 | +17,20 Fr. |
| Thurgau | 364,60 | +17,30 Fr. |
| Appenzell Ausserrhoden | 354,30 | +13,60 Fr. |
| Tessin | 519,90 | (höchste Prämie) |
Unterschiede und mögliche Ursachen
Die Prämienhöhe hängt von mehreren Faktoren ab: Leistungsausgaben der Krankenkassen, regionale Gesundheitskosten, Altersstruktur der Versichertenbestände und lokale Anbieterstrukturen spielen eine Rolle. Kantone mit tieferen Prämien weisen nicht automatisch geringere Gesundheitskosten auf; oft wirken demografische und marktbedingte Effekte zusammen.
Besonders auffällig ist in den vorliegenden Zahlen, dass der Kanton Jura mit einem prozentualen Anstieg von 6,6 Prozent die stärkste Steigerung landesweit aufweist, während das Tessin mit 519,90 Franken weiterhin die höchsten durchschnittlichen Monatsprämien hat.
Was bedeutet das für Versichertengruppen?
Für Haushalte in Appenzell Innerrhoden bleibt die absolute finanzielle Belastung trotz Prozentanstieg im nationalen Vergleich gering. Dennoch können prozentuale Erhöhungen bei Personen mit knapper Haushaltskasse spürbare Mehrkosten bedeuten. Bei älteren Versicherten oder Familien mit mehreren Prämienpflichtigen addieren sich die monatlichen Mehrbelastungen rasch.
- Prüfen Sie die jährliche Prämienabrechnung und vergleichen Sie Angebote verschiedener Versicherer.
- Beziehen Sie mögliche Prämienverbilligungen oder Ergänzungsleistungen in die Kalkulation ein.
- Beachten Sie, dass günstigere Prämien oft mit höheren Franchise- oder Selbstbehaltmodellen einhergehen können.
Die BAG-Zahlen geben einen Gesamtüberblick; individuelle Prämien können je nach Franchise, Zusatzversicherungen und Wohnort abweichen. Versicherte in Appenzell Innerrhoden sollten neben dem Preis auch Leistungen und mögliche Prämienhilfen prüfen, um die persönlich beste Lösung zu finden.
Redaktionell: Reto Kaufmann, Wirtschaftsredaktion WE NEWS