Die Stadt Zürich zieht nach dem ersten Berichtsjahr zur Umsetzung der im Herbst 2024 verabschiedeten Zukunfts- und Gute-Luft-Initiativen eine positive Zwischenbilanz. Wie der Stadtrat am Montag mitteilte, sind bereits 33,3 Prozent der Vorgaben zur Begrünung erfüllt, während beim Ausbau des umweltfreundlichen Verkehrs – Fussverkehr, Velo und öffentlicher Verkehr – 8,3 Prozent erreicht wurden.
Konkrete Zahlen und Zielsetzung
Die städtischen Zielvorgaben sehen bis ins Jahr 2035 insgesamt 600'000 Quadratmeter neu gestaltete Flächen vor. Ein grosser Faktor für das rasche Vorankommen in der Begrünung war die Anrechnung des Überlandparks in Schwamendingen, der alleine 27 Prozent des nötigen Begrünungsvolumens ausmacht und damit die Bilanz stark beeinflusst.
«Das Ergebnis des ersten Berichtsjahres ist sehr gut ausgefallen»,
erklärte Stadträtin Simone Brander (SP) bei der Präsentation der Zahlen. Brander betonte, dass mehrere laufende Projekte noch nicht vollständig angerechnet seien, aber bereits in der Realisierung stünden.
Was bereits realisiert und in Arbeit ist
Als konkretes Beispiel nennt die Stadt die Arbeiten an der Winzerhalde in Höngg. Dort sollen zusätzliche unversiegelte Flächen und eine Begegnungszone entstehen; geplant sind zudem 45 zusätzliche Bäume. Ebenfalls in Vorbereitung sind grössere Umgestaltungen wie jene an der Neuen Hard und der Geroldstrasse. Dort ist die Pflanzung von 74 Bäumen und die Anlage eines Grünstreifens vorgesehen.
- Begrünungsfortschritt: 33,3 % des Gesamtziels erreicht
- Umweltverbund (Velo, Fuss, ÖV): 8,3 % erreicht
- Zielfläche bis 2035: 600'000 m²
- Grosser Beitrag: Überlandpark Schwamendingen = 27 % des Begrünungsziels
Tempo, Erwartungen und offene Fragen
Stadträtin Brander zeigte sich optimistisch: Für die Begrünung könnten die Zwischenziele bis 2028 laut Stadt bereits zu 70 Prozent erreicht sein, wenn die laufenden und projektierten Massnahmen realisiert werden. Beim Ausbau des Umweltverbunds rechnet die Stadt mit einem langsameren Fortschritt, sieht aber mit den bereits in Ausführung befindlichen Velovorzugsrouten und Umnutzungen von Strassenflächen Perspektiven für Beschleunigung.
Die Bilanz wirft unterschiedliche Fragen auf: Wie schnell werden die in Planung befindlichen Projekte tatsächlich ausgeführt? Welche Abhängigkeiten bestehen gegenüber kantonalen oder privaten Zuständigkeiten? Und wie wird die Wirkung der Begrünung – etwa auf städtische Hitzeinseln und Biodiversitaet – messbar gemacht?
Jährliche Berichterstattung und weitere Schritte
Die Stadt kündigte an, künftig jedes Jahr über den Stand der Umsetzung zu berichten. Einige Massnahmen, namentlich Umgestaltungen zugunsten von Fuss-, Velo- und öffentlichem Verkehr, erfordern oft längere Planungsschritte und Abstimmungen mit verschiedenen Akteuren. Dennoch hebt die Stadt hervor, dass erste Umnutzungen von Strassenflächen zugunsten von Velo und ÖV bereits realisiert worden seien.
| Indikator | Stand nach 1 Jahr | Ziel (bis 2035) |
|---|---|---|
| Begrünung | 33,3 % | 600'000 m² (gesamt) |
| Umweltverbund (Velo/Fuss/ÖV) | 8,3 % | Ausbau der Netze und Flächenanteile |
Lokale Effekte für Quartiere und Verkehrsteilnehmende
Für Bewohnerinnen und Bewohner bedeuten die Massnahmen konkretere Verbesserungen: Mehr Bäume und unversiegelte Flächen reduzieren lokale Hitzeeffekte, erhöhen Aufenthaltsqualitaet und fördern Biodiversitaet. Für Velofahrende und Fussgängerinnen sollen die Umnutzungen von Strassenflächen sicherere und attraktivere Verbindungen schaffen; das Parkieren auf Strassen wird in einigen Fällen neu geregelt, um Platz für Grün und Veloinfrastruktur zu schaffen.
Die Stadt betont, dass manche Projekte speziell kommunale Auflagen und Vorhaben der Tiefbau-, Grün- und Verkehrsämter erforderten. Die nächsten Berichtsjahre werden zeigen, ob das aktuelle Tempo gehalten werden kann und wie die konkreten Projekte die städtische Lebensqualitaet messbar verändern.
Die angekündigte jährliche Berichterstattung soll mehr Transparenz in den Umsetzungsstand bringen und die Diskussion über Prioritäten und Finanzierungsmöglichkeiten auf Stadtebene weiter befeuern.