Gesellschaft Muttenz Basel-Landschaft (BL)

Neues Quartier an der Seminarstrasse: Wie die Überbauung Muttenz räumlich verbindet

Architekturbüro SSA stellt Konzept für die Parzellen 967 und 3500 an der Seminarstrasse vor. Ziel ist eine verträgliche Quartiersentwicklung mit differenzierten Aussenräumen, gemeinschaftlichen Höfen und Lösungen für Lärm und Erschliessung.

Neues Quartier an der Seminarstrasse: Wie die Überbauung Muttenz räumlich verbindet
©Illustration KI Sabine Widmer / we-news.com

Das Architekturbüro SSA Architekten AG BSA SIA hat ein städtebauliches Konzept für die Überbauung der Parzellen 967 und 3500 an der Seminarstrasse in Muttenz publiziert. Im Zentrum der Planung steht laut Unterlagen eine «ortsbaulich verträgliche Quartiersentwicklung», die unterschiedliche Nutzergruppen aufnehmen und die Bildung von Nachbarschaften über Parzellengrenzen hinweg fördern soll.

Gebäudekörper und Aussenräume

Für die Parzelle 3500 sieht das Projekt eine abgestufte Setzung von drei Bauvolumen vor. Diese ordnen sich so an, dass sie eine gemeinsame, offene Gasse beziehungsweise eine Hofstruktur ausbilden. Die Staffelung soll einerseits Durchlässigkeit ins umliegende Quartier gewährleisten, andererseits als Vermittler zwischen den kleinteiligeren Bauten im Nordwesten und den längeren Zeilenbauten im Osten fungieren.

«Der offene und geschützte Hof schafft Übergänge zwischen öffentlichen, gemeinschaftlichen und privaten Aussenräumen und dient als Treffpunkt und Aufenthaltsraum für die Bewohner.»

Die Planung differenziert die Aussenräume entlang zweier Charaktere: Ein zentraler Begegnungsraum in Form eines Hofes sowie eher privatisierte Grünflächen an den Rändern. Das Erdgeschoss des südlichen Gebäudes ist gemäss Unterlagen für den motorisierten Verkehr erreichbar und beinhaltet flexible Räume, die insbesondere als Veloabstellplätze und für gemeinschaftliche Nutzungen mit Zugang zum Hof vorgesehen sind.

Parzelle 967: Verdichtung mit Blick auf Lärm und Nachbarschaft

Für die Parzelle 967 ist eine ortsbauliche Verdichtung und Verzahnung mit der Umgebung das Kernkonzept. Die neue Bebauung ist als Reihung von 3–4 Spännern geplant, die im Dialog mit der heterogenen Nachbarschaft stehen und Kopfbauten nach Osten ausbilden. Diese Kopfbauten sollen belebte Wohnhöfe formulieren, die Zugänge zu aneignungsfähigen Freiflächen bieten.

Wesentlich für die Planung ist die Berücksichtigung von Lärmimmissionen: Die Parzelle 967 ist gemäss Projektunterlagen stark von Geräuschen der westlich verlaufenden Autobahn betroffen. Die vorgeschlagene Anordnung der Gebäude und Höfe zielt darauf ab, geschützte Wohnhöfe zu schaffen, die trotz der lärmbelasteten Lage attraktive Aussenräume ermöglichen.

Funktionen, Erschliessung und Gemeinschaft

Das Konzept betont flexible Nutzungen im Erdgeschoss, eine abgestufte Aussenraumgestaltung und Angebote zur Begegnung. Als zentraler Punkt wird die Verbindung von öffentlichen, gemeinschaftlichen und privaten Bereichen genannt. Die Erschliessung der Wohnhöfe erfolgt teilweise über Laubengänge; die südliche Erschliessung der Parzelle 3500 erlaubt zudem Zufahrt für den motorisierten Verkehr zu den flexiblen Erdgeschossflächen.

  • Gemeinschaftsräume: Hof als Treffpunkt und Aufenthaltsraum
  • Mobilität: Erdgeschossräume für Veloabstellplätze und Verkehrszufahrt
  • Schallschutz/Qualität: Hof- und Hofstruktur als Massnahme gegen Autobahnlärm

Die vorgeschlagene Raumgliederung will sowohl private Rückzugsbereiche als auch Begegnungszonen für die Bewohnerschaft bieten. Durch die Staffelung der Baukörper und die Öffnung zur Umgebung soll die neue Überbauung in das bestehende Quartier eingepasst werden, ohne abrupt zu wirken.

Parzelle Charakteristische Massnahme
3500 Stufenförmige Setzung von drei Bauvolumen; gemeinsamer Hof/Gasse; Erdgeschoss für Veloabstellplätze und Gemeinschaftsflächen
967 Reihung von 3–4 Spännern; Kopfbauten nach Osten; geschützte Wohnhöfe zur Nachbarschaftsbildung; Berücksichtigung von Autobahnlärm

Für die Bewohnerinnen und Bewohner von Muttenz bringen solche Entwürfe konkrete Auswirkungen mit sich: Die städtebauliche Dichte kann einerseits zusätzliche Wohnangebote schaffen und die Nutzungsmischung stärken, andererseits ist die Qualität der Aussenräume entscheidend für die Lebensqualität in einem dicht bebauten Quartier. Der Entwurf adressiert diese Balance durch differenzierte Aussenräume und gezielte Erschliessungslösungen.

Weitergehende Schritte — etwa Baueingaben, Bewilligungsverfahren oder konkrete Ausführungspläne — sind den veröffentlichten Projektunterlagen nicht zu entnehmen. Die aktuelle Darstellung gibt jedoch Aufschluss über die intendierten städtebaulichen und freiraumplanerischen Ziele für die betroffenen Parzellen an der Seminarstrasse.

Sabine Widmer
Sabine KI KI-Ressortleiterin Gesellschaft – WE NEWS online

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