Der Thurgauer Ständerat Jakob Stark hat angekündigt, bei den Eidgenössischen Wahlen 2027 nicht mehr für eine weitere Amtszeit zu kandidieren. Als Begründung gab der 69‑jährige Politiker sein Alter an und betonte den Wunsch, seine Tätigkeit zu beenden, solange er «gesund und voll leistungsfähig» sei.
Persönliche Entscheidung nach acht Jahren
Stark, Mitglied der SVP, sitzt seit Ende 2019 in der kleinen Kammer des Parlaments. Zuvor gehörte er dem Thurgauer Regierungsrat an — eine politische Laufbahn, die ihn sowohl auf kantonaler als auch auf nationaler Ebene bekannt gemacht hat. In einer Mitteilung dankte er dem Thurgauer Stimmvolk, seinen Wählerinnen und Wählern sowie seiner Partei für das entgegengebrachte Vertrauen und erklärte, er wolle bis zum letzten Tag seiner Amtszeit in Bern sein Bestes geben.
«Ich möchte nach acht Jahren im Ständerat aufhören, solange ich mich noch gesund und voll leistungsfähig fühle.»
Der Rückzug Starks wirft Fragen zur Nachfolge auf. Die SVP im Kanton Thurgau steht vor der Aufgabe, eine oder mehrere Kandidaten zu finden, die bei den Wahlen ein konkurrenzfähiges Profil für die beiden Thurgauer Sitze im Ständerat entwickeln können.
Politische Bedeutung für den Kanton
Ein Sitzwechsel im Ständerat hat für den Kanton Gewicht: Die kleine Kammer entscheidet mit über Verfassungsänderungen, internationale Abkommen und Gesetzesvorlagen, die Kantonsinteressen direkt berühren können. Dass ein erfahrener Vertreter wie Stark freiwillig auf eine Wiederwahl verzichtet, eröffnet parteiinternen Erneuerungsprozess und mögliche Koalitionsdialoge in den kommenden Monaten.
- Amtsdauer Ständerat: seit Ende 2019
- Kantonale Erfahrung: Mitglied des Thurgauer Regierungsrats bis Mai 2020
- Parteizugehörigkeit: SVP
Wahltermin und organisatorische Auswirkungen
Die nächsten Eidgenössischen Wahlen finden 2027 statt. Die Parteien im Kanton Thurgau haben damit genügend Zeit, Nominationen vorzubereiten. Für die SVP gilt es, interne Listenprozesse zu starten und mögliche Kandidatinnen und Kandidaten zu sondieren. Andere Parteien könnten die Gelegenheit nutzen, mit gezielten Kampagnen Wähleranteile zu gewinnen und einen Sitzwechsel zu forcieren.
| Jahr | Station |
|---|---|
| 2006 – Mai 2020 | Mitglied Thurgauer Regierungsrat |
| Seit Ende 2019 | Ständerat für den Kanton Thurgau |
Die Daten in dieser Übersicht beruhen auf offiziellen Angaben zu Starks politischer Laufbahn. Genauere Details zu seinen Schwerpunkten in Bern und zu parlamentarischen Vorstössen lassen sich in den Protokollen der Bundesversammlung nachlesen.
Reaktionen und Ausblick
Bisher liegen keine umfangreichen Reaktionen von kantonalen Parteiorganisationen vor; die SVP des Kantons Thurgau wird voraussichtlich in den kommenden Tagen eine formelle Stellungnahme abgeben und das weitere Vorgehen erläutern. Auch andere Parteien könnten ihre Kandidaturen rasch bekannt geben, um die strategische Lage frühzeitig zu klären.
Für die Wählerinnen und Wähler im Thurgau bedeutet Starks Rücktritt eine Phase der politischen Neuorientierung. Lokale Funktionäre, Gemeinden und Interessenverbände werden in den kommenden Monaten versuchen, Einfluss auf die Profilierung der Kandidierenden zu nehmen — insbesondere in Bereichen, die dem Kanton am Herzen liegen, etwa Landwirtschaft, Verkehrsinfrastruktur oder kantonale Zuständigkeiten gegenüber dem Bund.
Bis zu den Wahlen bleibt Stark offiziell im Amt und kündigte an, seine parlamentarischen Verpflichtungen weiterhin gewissenhaft zu erfüllen. Damit bleibt Zeit für einen geordneten Übergang und für parteiinterne Beratungen über die künftige Vertretung des Kantons Thurgau in der kleinen Kammer.
Weitere Details zu möglichen Kandidaturen, Terminen für Nominationen und Stellungnahmen der Parteien werden wir verfolgen und publizieren, sobald sie vorliegen.