Ungarn hat sich laut Angaben des Regierungspräsidiums Tübingen (RP) wegen des außergewöhnlich niedrigen Donaupegelstands an Behörden in Baden‑Württemberg gewandt. Die Anfrage sei über das ungarische Generalkonsulat in Stuttgart erfolgt, heisst es in der Mitteilung. Konkrete Vorschläge, wie mehr Wasser in die Donau geleitet werden könnte, lagen dem RP demnach nicht vor.
Keine technischen Möglichkeiten in Baden‑Württemberg
Das RP teilte mit, dass es keine Stauanlagen oder vergleichbare Einrichtungen in Baden‑Württemberg gebe, die geeignet seien, den Abfluss der Donau im Niedrigwasserfall zu stützen. Die Behörde habe dem Generalkonsulat entsprechend geantwortet und damit erklärt, keine Hilfe leisten zu können. Damit bleibt die Anfrage Ungarns ohne praktische Folge aus Baden‑Württemberg.
"In Baden‑Württemberg gibt es keine Stauanlagen oder Ähnliches, die geeignet sind, im Niedrigwasserfall den Abfluss in der Donau zu stützen."
Lage an der Donau auch regional angespannt
Die Situation an der Donau ist nicht nur in Ungarn, sondern auch in Teilen Baden‑Württembergs angespannt. Nach dem Lagebericht des Niedrigwasser‑Informationszentrums Baden‑Württemberg liegt der Pegel am Messpunkt Hundersingen (Kreis Sigmaringen) auf Niedrigwasser‑Stufe 2 und wird als „extrem niedrig“ bezeichnet. Eine kurzfristige Verbesserung der Lage ist dem Bericht zufolge nicht in Sicht.
- Ungarn wandte sich an das Regierungspräsidium Tübingen über das Generalkonsulat in Stuttgart.
- Das RP erklärte, in Baden‑Württemberg fehlten geeignete Stauanlagen zur Abflussstützung.
- Der Pegel in Hundersingen befindet sich auf Niedrigwasser‑Stufe 2 (extrem niedrig).
- In Ungarn hat das Niedrigwasser bereits zu gravierenden Folgen geführt, etwa zu einem temporären Stillstand der Stromproduktion im einzigen Atomkraftwerk des Landes.
Folgen des Niedrigwassers
In Ungarn hat die anhaltende Trockenheit nach den vorliegenden Berichten bereits erhebliche Auswirkungen: So musste das einzige Atomkraftwerk des Landes seine Stromproduktion zeitweise vollständig einstellen. Weitere wirtschaftliche und ökologische Konsequenzen lassen sich in den betroffenen Flussregionen erwarten, etwa für die Schifffahrt, die Trinkwasserversorgung oder für Ökosysteme entlang der Donau. Welche konkreten grenzüberschreitenden Hilfsoptionen überregional denkbar wären, lässt sich aus den vorliegenden Angaben nicht ableiten.
| Messpunkt | Status |
|---|---|
| Hundersingen (Kreis Sigmaringen) | Niedrigwasser‑Stufe 2 (extrem niedrig) |
Was bedeutet das für Baden?
Direkte Auswirkungen auf die Stadt Baden (AG) aus dem konkreten Vorgang zwischen Budapest und dem Regierungspräsidium Tübingen sind nicht ausgewiesen. Die Meldung zeigt jedoch, wie begrenzt lokale Behörden bei extremen hydrologischen Ereignissen agieren können und dass solche Situationen länderübergreifend Abstimmungsbedarf erzeugen. Für die Bevölkerung in Baden und Aargau relevant bleiben allgemeinere Fragen zur Trinkwassersicherheit, zur Versorgungssicherheit und zur Beobachtung von Niedrigwasserereignissen in den näheren Flussgebieten.
Beobachter warnen, dass anhaltende Niedrigwasserphasen in europäischen Flusssystemen häufiger werden können und dass dies verstärkte Kooperation zwischen Regionen und Ländern erfordert — sowohl in technischen wie auch in institutionellen Fragen. Wie diese Kooperation konkret ausgestaltet werden könnte, zeigen die vorliegenden Meldungen bislang nicht.
Das Regierungspräsidium Tübingen gibt klare Auskunft über seine Möglichkeiten: Es sieht keine technischen Mittel in Baden‑Württemberg, die den Abfluss der Donau im vorliegenden Fall hätten stützen können. Ob auf anderer Ebene Hilfsangebote koordiniert werden, bleibt offen.