Die anhaltende Hitze und Trockenheit im Südwesten Deutschlands führt laut aktueller Berichte dazu, dass Quellen im Schwarzwald zunehmend versiegen. Betroffen sind insbesondere abgelegene Täler: Der Seebach zwischen Feldberg und Titisee ist nach Angaben von Medienberichten bereits ausgetrocknet. In der Gemeinde Feldberg müssen erste Bauernhöfe schon jetzt auf Notfallversorgung umstellen.
Bereits erste Haushalte ohne Leitungswasser
Die Lage in Feldberg beschreibt Bürgermeister Johannes Albrecht als ernst: Viele Höfe, die jahrzehntelang oder sogar jahrhundertelang auf eigene Quellen angewiesen gewesen seien, würden aktuell ein Nachlassen der Schüttung dieser Quellen beobachten. Laut Berichten sind einzelne Höfe bereits auf Versorgung mit Wasser aus Tanks angewiesen.
Eine Betroffene, Tatjana Sorgato aus dem Seebachtal, berichtete, sie habe schon seit mehr als zehn Tagen kein fliessendes Wasser mehr. Normalerweise beziehe ihr Haushalt Wasser aus einer Brunnenstube oberhalb des Hauses; derzeit «tröpfeln» die Quellen nur noch. Als Übergangslösung bekomme sie Wasser per Gartenschlauch von Nachbarn, die an ein öffentliches Trinkwassernetz angeschlossen seien. Sorgato wünschte sich zudem «dringend mehr Unterstützung» durch die Gemeinde.
Netzbetreiber prüft Notfalloptionen
Der südbadische Netzbetreiber Badenova Netze, zuständig für die Wasserversorgung von rund 700'000 Menschen, bereitet sich laut eigenen Angaben auf einen Notfall vor. Simon Herrmann, Leiter Wasser und Abwasser bei Badenova Netze, erklärte, man prüfe in welchem Umfang Trinkwasser mit einem für Lebensmitteltransporte zugelassenen Sattelschlepper transportiert werden könne. Konkrete Einsätze von Tanklastern seien bislang eine mögliche Option, sollte das Versiegen von Quellen zunehmen.
«Wir prüfen, in welchem Umfang Trinkwasser mit einem für Lebensmitteltransporte zugelassenen Sattelschlepper transportiert werden kann.» — Simon Herrmann, Badenova Netze
Welche Orte und Massnahmen genannt werden
Nach bisherigen Meldungen bereiten sich mehrere Gemeinden im Versorgungsgebiet von Badenova Netze auf den Fall vor, dass lokale Quellenausfälle zu Versorgungslücken führen. Namentlich genannt wurde die Gemeinde Bollschweil im Kreis Breisgau-Hochschwarzwald, die offenbar einen Krisenplan erstellt. Insgesamt deuten die Berichte darauf hin, dass vor allem abgelegene Höfe und Gemeinden mit dezentralen Quellsystemen gefährdet sind.
- Betroffene Region: Hochschwarzwald, u. a. Seebachtal, Feldberg, Titisee
- Konsequenz: Erste Haushalte ohne fliessendes Wasser; Versorgung per Tanklaster möglich
- Verantwortlicher Netzbetreiber: Badenova Netze (Versorgung für ca. 700'000 Menschen)
| Ort / Lage | Situation | Vorgeschlagene Massnahme |
|---|---|---|
| Seebachtal (Feldberg) | Quelle fast versiegt; Haushalte ohne Leitungswasser | Wasserlieferung per Tank, Nachbarschaftsversorgung |
| Bollschweil | Krisenplanung läuft | Vorbereitung auf Notversorgung |
Welche Bedeutung hat das für Baden und die Region?
Direkte Auswirkungen auf die Trinkwasserversorgung in der Stadt Baden sind aus den vorliegenden Berichten nicht ersichtlich; die Meldungen beziehen sich auf Gemeinden im Schwarzwald, also auf das Versorgungsgebiet jenseits der Schweizer Grenze. Gleichwohl macht die Entwicklung deutlich, wie verwundbar dezentrale Quellensysteme in Trockenperioden sein können. Netzbetreiber und Gemeinden sehen sich vermehrt gezwungen, Notfallpläne zu erstellen und logistische Lösungen wie lebensmitteltaugliche Tanktransporte zu prüfen.
Für die Einwohnerinnen und Einwohner von Baden bedeutet dies vor allem: Die Nachbarschaftsregion erlebt eine Stresssituation bei der Trinkwasserversorgung, die bei andauernder Trockenheit weiter eskalieren könnte. Behörden, Gemeinden und Versorgungsunternehmen bleiben gefordert, Transparenz über mögliche Engpässe und geplante Notmassnahmen zu bieten.
Die Situation im Schwarzwald zeigt zudem die Notwendigkeit, regionale Vorsorgekonzepte für extreme Wetterlagen zu entwickeln und bestehende Wassersysteme zu überprüfen. Ob und in welchem Umfang Tankwagenlieferungen tatsächlich zum Einsatz kommen, wird von der weiteren Entwicklung von Trockenheit und von behördlichen Entscheidungen abhängen.