Die Bürgeraktion «Müll und Umwelt e.V.» lädt Mitte September zu einer Informationsfahrt nach Würzburg und Egenhausen ein, um Beispiele aus Kunststoff‑Recycling und Agri‑Photovoltaik vor Ort zu zeigen. Die Veranstaltung richtet sich an interessierte Bürgerinnen und Bürger und kombiniert fachliche Einblicke mit praktischen Besichtigungen.
Programm und Anliegen der Tour
Am Samstag, 12. September, startet die Gruppe beim SKZ Kunststoffzentrum in Würzburg. Dort erhalten Teilnehmende einen Überblick zum aktuellen Stand des Recyclings von Kunststoffen. Ergänzend stellt ein junges Unternehmen aus der Recyclingbranche seine Arbeit vor: Das Startup LaMa Recycling bereitet Produktionsabfälle aus der Windelproduktion auf und führt sie der Industrie wieder zu.
Nach der Mittagszeit setzt die Fahrt die Strecke nach Egenhausen fort. Auf einem rund 1,5 Hektar grossen Feld wurde eine Agri‑Photovoltaik‑Anlage mit einer Leistung von 1 MW installiert. Laut Betreiber bleibt die landwirtschaftliche Nutzung weiterhin möglich: Etwa 90 Prozent der Ackerfläche sind weiterhin bewirtschaftbar. Der Landwirt, der die Anlage betreibt, wird die Projektumsetzung und die Bewirtschaftungspraktiken erläutern und Fragen beantworten.
Organisation, Kosten und Teilnahme
Die Teilnahme an der Busfahrt ist öffentlich; als Zustiegsorte werden zwei Haltepunkte genannt: Geldersheim (Marktplatz, Abfahrt 9:15 Uhr) und Bergrheinfeld (Sparkasse, Abfahrt 9:30 Uhr). Die Rückkehr ist gegen 16:00 Uhr geplant. Organisatorisch wird um eine verbindliche Anmeldung per E‑Mail bis zum 5. September gebeten. Die Fahrtkosten betragen 10 Euro; Kinder nehmen kostenfrei teil.
- Datum: Samstag, 12. September
- Treffpunkte: Geldersheim (Marktplatz, 9:15), Bergrheinfeld (Sparkasse, 9:30)
- Rückkehr: ca. 16:00
- Kosten: 10 Euro (Kinder gratis)
- Anmeldung: bis 5. September per E‑Mail an info@muellundumwelt.de
Kontext: Schnittstellen zwischen Kreislaufwirtschaft und Energieproduktion
Die Tour verbindet zwei Aspekte, die in der Debatte um Nachhaltigkeit und regionale Wertschöpfung immer wieder auftauchen: Zum einen die Wiederverwertung von Kunststoffabfällen, insbesondere die industrielle Aufbereitung von Produktionsrückständen, und zum anderen die Kopplung von Energieerzeugung mit landwirtschaftlicher Nutzung durch Agri‑PV. Solche Projekte intendieren, Flächennutzung effizienter zu gestalten, neue Einkommensquellen für Landwirtinnen und Landwirte zu schaffen und zugleich Erträge aus Solarenergie zu erzielen, ohne landwirtschaftliche Nutzfläche vollständig aufzugeben.
| Aspekt | Angabe aus der Veranstaltung |
|---|---|
| Anlagengrösse Agri‑PV | ca. 1,5 Hektar |
| Leistung | 1 MW |
| Weiter nutzbare Ackerfläche | ca. 90 % |
| Fahrtkosten | 10 Euro |
Relevanz für die regionale Energiewende
Für die Energiewende sind sowohl technische Lösungen wie Agri‑PV als auch funktionierende Recyclingketten von zentraler Bedeutung. Die Besichtigung der SKZ‑Angebote und des Agri‑PV‑Projekts zeigt die Praxisseite von Konzepten, die oft nur theoretisch diskutiert werden. Die Einbindung lokaler Akteure, etwa eines Landwirts als Betreiber, illustriert, wie Projekte vor Ort umgesetzt und in bestehende Bewirtschaftungsstrukturen integriert werden können.
Die Bürgeraktion «Müll und Umwelt e.V.» gehört zum Dachverband «Das bessere Müllkonzept» und arbeitet mit lokalen Umweltschutzgruppen zusammen. Schwerpunkte sind Müllvermeidung, Kreislaufwirtschaft und der Ausstieg aus der Atomkraft. Der Verein betreibt zudem ein Messnetz zur Überwachung der Radioaktivität im Landkreis Schweinfurt.
Die Veranstaltung bietet eine Gelegenheit, konkrete Umsetzungsformen zu besichtigen, technische Fragen zu stellen und die Chancen sowie Herausforderungen solcher Projekte direkt mit Betreibern und Fachleuten zu diskutieren.