In Bern hat am Wochenende das erste stationäre Hospiz des Kantons seinen Betrieb aufgenommen. Die Einrichtung bietet neun Zimmer für schwerkranke Erwachsene in ihrer letzten Lebensphase und will vor allem Lebensqualität und Geborgenheit ermöglichen. Träger des Hospizes ist die neu gegründete Stiftung Hospiz Mon Soleil Bern.
Selbstbestimmung und Nähe der Angehörigen
Die Verantwortlichen betonen, dass die Betroffenen ihren Alltag weitgehend selbst bestimmen können. Angehörige haben die Möglichkeit, im Hospiz zu übernachten und so nahe bei ihren Liebsten zu sein. Die Einrichtung versteht sich sowohl als Ort für die Begleitung Sterbender als auch für kurzfristige Entlastungsaufenthalte, wenn Pflege zu Hause an Grenzen stösst.
Zugang und Anmeldung
Die Anmeldung für einen Aufenthalt erfolgt über den Hausarzt oder die Hausärztin, über ein Spital oder die Spitex. Darüber hinaus können sich sowohl Betroffene als auch Angehörige direkt an das Hospiz wenden. Damit soll sichergestellt werden, dass Menschen rasch und unkompliziert Zugang zur stationären Hospizbetreuung erhalten.
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Zimmerkapazität | 9 Zimmer |
| Trägerschaft | Stiftung Hospiz Mon Soleil Bern |
| Standort | Oranienburg, Schänzlistrasse 15, Bern |
| Kantonale Mitfinanzierung | Pilotprojekt, vorerst bis Ende 2030 |
Hintergrund und Bedeutung für den Kanton
Bisher fehlte im Kanton Bern ein stationäres Hospizangebot für Erwachsene. Kranken- und Palliativversorgung erfolgten primär ambulant über Spitäler, Hausärztinnen und Spitexdienste. Mit der Eröffnung will die Stiftung eine Versorgungslücke schliessen und ergänzende Optionen bieten, insbesondere für Menschen, deren Pflege zu Hause nicht mehr verantwortbar ist oder deren Schmerz- und Symptomensteuerung eine stationäre Umgebung erfordert.
Die Trägerschaft hebt hervor, dass die Entstehung des Hospizes auf jahrelange Vorbereitung und ein breites Partnernetzwerk zurückgeht. In der Mitteilung zur Eröffnung wird die Präsidentin der Stiftung, Regula Mader, wie folgt zitiert:
«Hinter diesem Hospiz stehen Jahre der Vorbereitung und ein breites Netzwerk von Partnerinnen und Partnern. Endlich können wir Menschen in ihrer letzten Lebensphase so begleiten, wie sie es verdienen.»
Standort und Erreichbarkeit
Das Hospiz ist in der Oranienburg der Stiftung Diaconis an der Schänzlistrasse 15 in Bern untergebracht. Die Lage in der Stadt soll die Erreichbarkeit für Angehörige und Zuweiser erleichtern. Konkrete Angaben zu Besuchszeiten oder Parkmöglichkeiten nennt die Trägerschaft in der Mitteilung nicht; Interessierte werden auf die Webseite des Hospizes verwiesen: www.hospizbern.ch.
Was Patientinnen, Angehörige und Fachpersonen wissen sollten
- Aufenthalte sind für schwerkranke Erwachsene in der letzten Lebensphase gedacht; auch kurzfristige Entlastungsaufenthalte sind möglich.
- Anmeldung über Hausärztin/Hausarzt, Spital oder Spitex; direkte Kontaktaufnahme möglich.
- Die Einrichtung ist ein Pilotprojekt und bis Ende 2030 kantonal mitfinanziert.
Ausblick und offene Fragen
Die kantonale Mitfinanzierung als Pilotprojekt legt nahe, dass die weitere Finanzierung und die künftige Verankerung in der Gesundheitsversorgung vom Betriebsergebnis, von der Nachfrage und von politischen Entscheiden abhängen werden. Noch offen bleibt, in welchem Umfang Leistungen über die Krankenversicherung, ergänzende Finanzierungsträger oder Spenden abgedeckt werden. Die Stiftung und der Kanton werden in den kommenden Jahren die Auslastung, Qualität der Betreuung und die Finanzierungsstruktur beobachten und dokumentieren müssen.
Für viele Familien im Kanton Bern eröffnet die neue Institution eine zusätzliche Möglichkeit der palliativen Begleitung. In der Praxis wird sich zeigen, wie die Zusammenarbeit mit Hausärzten, Spitälern und Spitexdiensten funktioniert und ob das Hospiz die erwartete Erleichterung für Angehörige bringen kann.
Weitere Informationen zum Angebot, zu Aufnahmebedingungen und zum Kontakt sind auf der Webseite des Hospizes zu finden: www.hospizbern.ch.