Die invasive Asiatische Hornisse (Vespa velutina) ist seit Ende Juli erstmals im Kanton Appenzell Ausserrhoden bestätigt worden. Bislang gelang es den Behörden und beteiligten Imkerinnen und Imkern nicht, das Nest ausfindig zu machen. Die Behörden prüfen nun, ob einzelne Tiere mit Sendern versehen werden sollen, um ihren Flugweg und damit das Nest zu lokalisieren.
Stand der Meldungen und Funde
Der Kanton hat auf Anfrage mitgeteilt, dass seit der Erstmeldung insgesamt elf Hinweise aus der Bevölkerung eingegangen seien. Von diesen konnten nur ein Hinweis als Asiatische Hornisse bestätigt werden. Weitere Meldungen stellten sich als einheimische Arten heraus oder liessen sich mangels Bildmaterial nicht eindeutig zuordnen.
| Meldungstyp | Anzahl |
|---|---|
| Bestätigte Asiatische Hornisse | 1 |
| Verwechslungen mit einheimischen Wespen/Hornissen | 5 |
| Unklare Meldungen (fehlendes Bildmaterial) | 5 |
| Weitere Hinweise ausserhalb Herisau (Waldstatt, Schwellbrunn, Hundwil) | 3 (als einheimische Hornissen identifiziert) |
Suchmassnahmen laufen — Nest noch nicht gefunden
In Herisau suchten Fachpersonen und geschulte Imkerinnen mit Locktöpfen nach dem Nest, bisher ohne Erfolg. Die Suche wird weiterhin aktiv betrieben; der Kanton kündigte an, die Anstrengungen zu verstärken, falls die bisherigen Massnahmen nicht zum Erfolg führen.
«Die Suche nach dem Nest muss intensiviert werden, und eine Besenderung der Hornissen wäre zu prüfen», sagte Svenja Graf vom Kommunikationsdienst Appenzell Ausserrhoden.
Die Besenderung ist eine Methode, bei der einzelne Tiere mit einem sehr kleinen Sender ausgestattet werden, damit ihr Rückflug zum Nest verfolgt werden kann. Diese Technik wurde in anderen Kantonen bereits angewendet und hat dort geholfen, Nester zu finden.
Ressourcen und Perspektive
Der Kanton betont, dass aktuell genügend Kapazitäten vorhanden seien, um die Bekämpfungsphase weiterzuführen. «In der aktuellen Bekämpfungsphase stehen – dank engagierter Mithilfe der Imker – noch genügend Ressourcen zur Verfügung», so Graf.
Gleichzeitig ziehen Experten den Schluss, dass eine vollständige Ausrottung der Asiatischen Hornisse in der Schweiz zunehmend unrealistisch ist. Das Invasionsgeschehen und die grosse Mobilität der Tiere erschweren eine langfristige Eliminierung.
Lokale Bedeutung und Folgen für Imkerinnen
Die Asiatische Hornisse stellt eine ernste Bedrohung für Bienenvölker dar, da sie arbeitende Bienen am Flugloch tötet und so Honigbienenbestände schwächen kann. Für Imkerinnen und Imker bedeutet das erhöhte Wachsamkeit und gegebenenfalls die Umsetzung von Schutzmassnahmen zur Reduktion von Verlusten. Der Kanton arbeitet mit Imkerorganisationen zusammen, um Beobachtungen zu koordinieren und fachliche Unterstützung bereitzustellen.
- Beobachtungen dokumentieren: Bilder und Videos erleichtern die Bestimmung.
- Meldungen einreichen: Hinweise aus der Bevölkerung bleiben wichtig für die Suche.
- Zusammenarbeit mit Imkerinnen: Fachwissen und lokale Präsenz unterstützen die Suchaktionen.
Was Die Bevölkerung wissen muss
Bis ein Nest gefunden und beurteilt ist, gelten weiterhin die bekannten Hinweise zur Vorsicht bei Begegnungen mit Hornissen: Abstand halten, keine Hysterie, Schutz von Bienenvölkern in der Umgebung prüfen. Konkrete Handlungsanweisungen oder Kontaktdaten des Kantons wurden in der aktuellen Mitteilung nicht genannt; die Behörden rufen aber generell zur Mithilfe auf.
Die laufende Lage zeigt, dass die Asiatische Hornisse ein Thema von regionaler Bedeutung ist, das sowohl ökologisch als auch ökonomisch Folgen haben kann. Die nächsten Schritte — insbesondere eine mögliche Besenderung — könnten helfen, das Nest zu lokalisieren und gezielt zu handeln. Solange das Nest jedoch nicht gefunden ist, bleibt die Verbreitung ungewiss.