Der 25-jährige Foodtruck-Betreiber Angelo DaNazaret aus Herisau (AR) kann seinen Holzofen seit Tagen nicht anfeuern. Das absolute Feuerverbot in Teilen der Ostschweiz zwingt ihn, das Pizzamobil stillzulegen. Für den Jungunternehmer bedeutet die Zwangspause einen erheblichen Einnahmeausfall: Im Lager liegen Zutaten für mehr als 1000 Pizzen, und für den Monat August sind ihm 25 Anlässe weggebrochen.
Ausnahmegesuche ohne Erfolg
Der Betrieb von Holzofen-Pizzas ist Kerngeschäft von DaNazaret; seit fünf Jahren fährt er mit seinem umgebauten Fiat Ducato durch die Region und beliefert Mittagsgäste sowie private und gewerbliche Veranstaltungen. Nachdem St. Gallen und später auch Appenzell Ausserrhoden ein absolutes Feuerverbot verhängt haben, verweigerten die Behörden auch dem jungen Unternehmer eine Ausnahmebewilligung. Der Foodtruck steht derzeit in einer Tiefgarage, die Mitarbeiter sind ohne Arbeit.
«Wir können nichts machen. Ausser einen Regentanz vielleicht.»
Mit diesem Satz hat DaNazaret die Situation in Sozialen Medien kommentiert. Laut eigenen Angaben habe er rund 30 Telefonate mit Behörden geführt, doch der Tenor sei geblieben: keine Ausnahme.
Konkrete Folgen für Angebot und Umsatz
Der Betriebsausfall zeigt sich unmittelbar an mehreren Punkten:
- Zutaten für über 1000 Pizzen liegen ungenutzt in seinem Lager.
- Rund 25 gebuchte Veranstaltungen im August können nicht bedient werden.
- Das Pizzamobil bleibt in der Tiefgarage, drei Mitarbeitende haben aktuell keine Arbeit.
DaNazaret erwähnt einen «enormen» Umsatzverlust; konkrete Zahlen nennt er nicht. Aus seiner Sicht trifft die Beschränkung gerade das umsatzstärkste Segment des Jahres.
Warum Gas- und Elektrogrills anders bewertet werden
Die aktuell geltenden Regeln erlauben unter bestimmten Bedingungen den Betrieb von Gas- und Elektrogrills. Der Unterschied zu einem Holzofen liegt in der Einstufung des Brandrisikos und der Emissionsart. In der Praxis führt dies jedoch zu Verwerfungen für Betriebe, deren Produkte – wie traditionell gebackene Pizza aus Holzofen – nicht einfach auf Gasbetrieb umgestellt werden können.
Behördliche Abwägung gegen wirtschaftliche Folgen
Die Behörden begründen das Feuerverbot mit der anhaltenden Trockenheit und dem erhöhten Waldbrandrisiko. Die Massnahme zielt auf die Prävention von Bränden; sie hat aber gleichzeitig direkte wirtschaftliche Auswirkungen auf lokale Gastronomiebetriebe und Veranstaltungsanbieter. In diesem Konflikt stehen öffentliche Sicherheitsinteressen gegen wirtschaftliche Existenzfragen kleiner Gewerbebetriebe.
Praktische Situation vor Ort
Für Kundinnen und Kunden sowie Veranstalter bedeutet das Verbot konkret:
- Absagen bereits bestätigter Leistungen bei Event-Caterern mit Holzofen.
- Umsorganisationen hin zu Gas- oder Elektroalternativen dort, wo dies technisch möglich ist.
- Ungewissheit für Mitarbeitende kleiner Betriebe, die auf saisonale Aufträge angewiesen sind.
| Fakt | Angabe |
|---|---|
| Zutaten gelagert | >1000 Pizzen |
| Gebuchte Anlässe im August | 25 |
| Beginn Feuerverbot (Region) | seit Mitte/Ende Juli |
Reaktionen und Solidarität
Der Betreiber berichtet von Solidaritätsbekundungen in den Sozialen Medien; Kundinnen und Kunden schicken ihm Vorschläge, etwa auf Gasgrills auszuweichen oder Zutaten im lokalen Handel zu kaufen. Konkrete Unterstützung von politischen Stellen oder finanziellen Hilfen sind aus dem Bericht nicht ersichtlich.
Die Lage wirft grundlegende Fragen auf: Wie lassen sich Schutzmassnahmen gegen Waldbrandgefahren mit den wirtschaftlichen Interessen kleiner, lokaler Unternehmen vereinbaren? Und welche Instrumente gibt es, um betroffene Betriebe kurzfristig zu entlasten?
Für Angelo DaNazaret bleibt zunächst unklar, wann und unter welchen Bedingungen er den Holzofen wieder betreiben darf. Bis dahin steht sein Pizzamobil still, und geplante Auftritte sind abgesagt.