Auf dem Feld in Lauffohr wächst weiterhin Reis, obwohl die Flächen allgemein trockener sind als sonst. Betreiber des Anbaus ist die Landwirtschaftsunternehmung von Max Schwarz. Weitere Reisanbauflächen nennt der Bericht in Verbindung mit Umbricht in Ennetturgi. Entscheidend für das Gedeihen der Kultur ist die Verfügbarkeit von Wasser aus den grossen Flüssen Aare und Limmat.
Flusswasser erlaubt Flutung, Kantonsregeln setzen Grenzen
Reis benötigt für die Entwicklung geflutete Felder. In normaleren Jahren stellt dies in der Schweiz kein Problem dar, doch in diesem Rekordsommer ist die Lage anders. In der Region des Wasserschlosses, wo mehrere wichtige Ströme zusammenfliessen, führen die Flüsse derzeit weniger Wasser als üblich. Trotzdem reicht die aktuelle Abflussmenge der Aare in Brugg nach kantonalen Vorgaben noch aus, um Felder zu fluten.
Die Abflussmenge lag am Freitagnachmittag bei 148'000 Litern pro Sekunde. Gemäss den Regeln dürfen Landwirte höchstens 20 Prozent des Niedrigwasserpegels abpumpen. Heiner Gysi, Geschäftsführer der Max Schwarz AG, erklärt, dass diese Menge ausreiche, um das Reisfeld zu fluten.
«Das Wasserschlossreis ist eine der wenigen Kulturen, die durch die Trockenheit nicht so stark tangiert ist.»
Praktischer Ablauf auf dem Feld
Anfang Juni wurden auf der Lauffohrer Parzelle rund 120 Aren Reis gesetzt. Die Kultur profitiert davon, dass der konstante Wasserstand im Feld durch die Aare sichergestellt werden kann, unabhängig von der Niederschlagsmenge. Dennoch ist die Situation aussergewöhnlich: Beobachter vor Ort beschreiben die umliegenden Äcker als «so trocken wie kaum zuvor»; Mais und andere Kulturen benötigen ergänzende Bewässerung.
- Reisanbauort: Lauffohr; weiterer Anbau bei Umbricht in Ennetturgi.
- Angepflanzte Fläche: ca. 120 Aren (Beginn Juni).
- Aktuelle Aare-Abflussmenge in Brugg: 148'000 l/s.
- Maximal erlaubtes Abpumpen: 20% des Niedrigwasserpegels.
Konsequenzen für Ernte und andere Kulturen
Im Gegensatz zu 2023, als es Berichten zufolge zu Totalausfällen kam, ist diesmal laut den Aussagen vor Ort kein vollständiges Scheitern der Reisernte zu erwarten. Das Risiko bleibt jedoch: Wenn die Abflussmengen weiter sinken oder die Zugangsvorgaben verschärft werden, könnten Bewässerungsstrategien betroffen sein.
Für den Gemüsebau stellt die anhaltende Trockenheit weiterhin eine grosse Herausforderung dar. Gemüsekulturen reagieren sensibler auf unregelmässige Wasserzufuhr als Reis, der auf gefluteten Flächen stabiler gehalten werden kann. Die Betreiber betonen, dass beim Reis die Versorgung mit Flusswasser die ausschlaggebende Sicherheit bringt.
Was das für Gemeinden und Wasserbewirtschaftung bedeutet
Die Situation macht deutlich, wie stark lokale Landwirtschaft von der Wasserführung grosser Flüsse abhängt. Künftige Hitzesommer und veränderte Niederschlagsmuster stellen die Bewirtschaftung vor neue Fragen: Wer erhält Priorität beim Wasserbezug, wie lassen sich ökologische Mindestabflüsse sicherstellen, und welche Anpassungen sind bei Kulturen nötig?
Die kantonalen Vorgaben zur Begrenzung des Abpumpens sollen einen Ausgleich zwischen landwirtschaftlichem Bedarf und ökologischen beziehungsweise öffentlichen Interessen herstellen. Solange die Aare aber noch genügend Wasser führt, kann der Reisbau in den betroffenen Gebieten weitergeführt werden.
| Faktor | Wert |
|---|---|
| Abfluss Aare (Brugg, Stand Freitagnachmittag) | 148'000 l/s |
| Max. erlaubtes Abpumpen | 20 % des Niedrigwasserpegels |
| Angepflanzte Reisfläche (Lauffohr) | 120 Aren |
Ausblick und praktische Hinweise
Landwirte in der Region beobachten die Flussstände genau und passen Bewässerung und Kulturwahl laufend an. Für Konsumentinnen und Konsumenten bleibt festzuhalten: Lokaler Reisanbau im Aargau läuft trotz der Trockenheit weiter, profitiert aber unmittelbar von den hydrologischen Bedingungen der Aare und Limmat. Für Politik und Verwaltung ergeben sich Diskussionspunkte zur langfristigen Wasserbewirtschaftung in Hitze- und Trockenperioden.
Weiterführende Entscheidungen zu Pumpmengen oder Eingriffen in Wasserrückhalte- und Bewirtschaftungssysteme liegen bei kantonalen Stellen und Wasserbehörden. Für die Landwirte vor Ort bedeutet die aktuelle Lage, dass sie bis auf Weiteres weiterhin Reis produzieren können, die Situation jedoch weiterhin aufmerksam verfolgen müssen.