Ergebnis der Ersatzwahlen in Wil
Die Stadt Wil hat am Sonntag die Ersatzwahlen für das Stadtpräsidium und einen frei werdenden Sitz im Stadtrat abgeschlossen. Im zweiten Wahlgang setzte sich Andreas Breitenmoser (Die Mitte) im Duell um das Stadtpräsidium gegen Jigme Shitsetsang (FDP) durch. Für den frei werdenden Sitz im Stadtrat gewann Lukas Reimann (SVP) gegenüber Michael Sarbach (Grüne Prowil).
- Breitenmoser (Die Mitte): 3'793 Stimmen
- Shitsetsang (FDP): 1'954 Stimmen
- Reimann (SVP): 3'670 Stimmen
- Sarbach (Grüne Prowil): 3'201 Stimmen
Die Stimmbeteiligung betrug laut Stadt Wil bei der Präsidiumswahl 48,49 Prozent, bei der Stadtratswahl 48,9 Prozent. Im Vergleich zum ersten Wahlgang im Juni sank die Beteiligung damit deutlich (erste Runde: Präsidium 55,8 Prozent; Stadtrat 56,3 Prozent).
Konstellation im Stadtrat
Mit den gewählten Personen setzt sich der fünfköpfige Stadtrat wie folgt zusammen: zwei Mitglieder der FDP sowie je ein Mitglied von Die Mitte, SP und SVP. Nach dem Rücktritt von Hans Mäder (Die Mitte) übernimmt Breitenmoser das Stadtpräsidium; unabhängig vom Ausgang der Präsidiumswahl war bereits vor den Urnen klar, dass ein Stadtratssitz vakant werden würde, weil beide Präsidiumskandidaten bereits Stadträte sind.
| Kontest | Gewinner | Stimmen |
|---|---|---|
| Stadtpräsidium | Andreas Breitenmoser (Die Mitte) | 3'793 |
| Stadtratssitz | Lukas Reimann (SVP) | 3'670 |
Ausgangslage und Bedeutung
Im ersten Wahlgang Ende Juni hatte kein Kandidat das absolute Mehr für das Präsidium erreicht; bereits damals führte Breitenmoser die Resultate an. Für die zweite Runde blieben nur noch Breitenmoser und Shitsetsang im Rennen. Weil beide Kandidaten bereits einer Exekutive angehören, blieb für Wählende die Frage, wer neu in den Stadtrat nachrückt. In diesem Kampf setzte sich der bekannte Nationalrat Lukas Reimann (SVP) gegen den Grünen Gemeinderat Michael Sarbach durch.
«Die Würfel sind gefallen.»
Die Zusammensetzung des Stadtrats hat direkte Folgen für die politische Arbeit in Wil bis Ende der Legislatur 2028. Am kommenden Dienstag will sich das Gremium neu konstituieren und die Departementsverteilung vornehmen. Damit sind Aufgabenbereiche wie Finanzen, Bau, Sicherheit, Bildung und Soziales neu zuzuweisen; die realen Zuständigkeiten werden an der Stadtratssitzung festgelegt.
Die Ergebnisse zeigen, dass parteiübergreifende Kräfteverhältnisse in Wil stabil bleiben, jedoch veränderte Mehrheiten in einzelnen Departementen möglich sind. Das Votum der Wiler Stimmenden offenbarte zudem, dass die Mobilisierung zwischen erstem und zweitem Wahlgang nachliess: Die Beteiligung sank um rund sieben bis acht Prozentpunkte. Leer- und ungültige Stimmzettel wurden sowohl bei der Präsidiumswahl als auch bei der Stadtratswahl registriert; bei der Präsidiumswahl waren zudem Stimmen an Vereinzelte vermerkt.
Für die Stadt Wil beginnt nun die Phase der administrativen Übergabe und der politischen Abstimmung innerhalb der Exekutive. Wichtige lokale Dossiers — von der Stadtentwicklung über den Verkehr bis zu sozialen Angeboten — stehen an. Die Wilerinnen und Wiler können an den kommenden Sitzungen der Exekutive verfolgen, wie Departemente verteilt werden und welche inhaltlichen Schwerpunkte der neue Stadtrat setzt.
Die definitiven Protokolle und das detaillierte Ergebnis werden von der Stadt Wil veröffentlicht, zudem informiert die Verwaltung über die Departementsaufteilung nach der konstituierenden Stadtratssitzung.