Die anhaltende Trockenheit wirkt sich auch in Gossau deutlich auf die Wasserversorgung aus. Die eigenen Quellen und das Grundwasser liefern seit Wochen weniger Wasser als üblich, weshalb die Stadtwerke die Netze verstärkt mit Wasser aus dem Bodensee versorgen. Trotz erhöhtem Verbrauch auf heissen Tagen bleibt die Trinkwasserversorgung derzeit gewährleistet, wie die Stadtwerke auf Anfrage von Gossau24 mitteilten.
Weniger Grund- und Quellwasser, mehr Zufluss vom Bodensee
Die Stadtwerke bestätigen, dass die eigenen Fördermengen aus Grund- und Quellwasser «derzeit deutlich weniger Wasser als üblich» erreichen. Als Folge speisen sie vermehrt Bodenseewasser in das Gossauer Netz ein. Die Versorgungsleistung habe damit weiterhin genügend Puffer, um die aktuelle Nachfrage zu decken.
«Mit dem Bodensee verfügen wir über eine sehr potente Ressource», erklären die Stadtwerke.
Gleichzeitig machen die Stadtwerke aber darauf aufmerksam, dass ein sparsamer Umgang mit Trinkwasser wichtig bleibt. Jeder eingesparte Liter schaffe zusätzliche Durchleitungskapazitäten für die westlichen und nördlichen Nachbarn und schone die eigenen Quellen und Grundwasserstände.
Verbrauch über dem Durchschnitt, an heissen Tagen deutlicher Anstieg
Seit Wochen liegt der Wasserverbrauch in Gossau nahezu konstant über dem Jahresdurchschnitt. Die Stadtwerke nennen als Vergleichswert einen Durchschnitt von 4500 Kubikmetern pro Tag. An heissen Wochentagen wurden in den vergangenen Wochen wiederholt mehr als 6000 Kubikmeter pro Tag verbraucht.
| Kennzahl | Wert |
|---|---|
| Jahresdurchschnitt Verbrauch | 4500 m³/Tag |
| Verbrauch an heissen Tagen | >6000 m³/Tag |
Die Stadtwerke informieren, dass die Trinkwasserqualität durch den verstärkten Einsatz von Bodenseewasser unverändert hoch bleibe und keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen zu erwarten seien. Allerdings könne es durch eine höhere Einspeisung vermehrt zu Ausfällungen kommen, die das Wasser vorübergehend rötlich oder bräunlich erscheinen lassen können. Dies sei optisch, nicht aber im gesundheitlichen Sinne relevant.
Mögliche weitere Massnahmen und Appell an die Bevölkerung
Sollte die Trockenheit oder der Verbrauch weiter anhalten oder sich verschärfen, schliessen die Stadtwerke zusätzliche Massnahmen nicht aus. Solche Schritte würden situativ beurteilt und könnten ähnlich aussehen wie in anderen Gemeinden, heisst es. Konkrete Einschränkungen wurden bislang nicht angekündigt.
Die Stadtwerke beteiligen sich an der Kampagne «Trinkwasser bewusst nutzen» und sensibilisieren die Bevölkerung über verschiedene Kanäle. In der Mitteilung werden einfache Verhaltensweisen empfohlen, die helfen, den Verbrauch zu senken:
- Wasser nicht unnötig laufen lassen (beim Zähneputzen, Rasieren)
- Nur volle Geschirr- und Waschmaschinen laufen lassen
- Begrenzter Einsatz von Gartenbewässerung, bevorzugt abends oder nachts
Die Stadtwerke gehen davon aus, dass sich die Situation mit dem Ende des Sommers entspannen dürfte. Der verstärkte Bezug von Bodenseewasser dürfte allerdings zunächst bestehen bleiben. Weitere Schritte werden nach Lage der Dinge geprüft.
Für Gossau bedeutet die Lage vorerst eine erhöhte Aufmerksamkeit gegenüber dem eigenen Verbrauch und eine enge Koordination mit regionalen Versorgern, falls Engpässe in Nachbargemeinden auftreten sollten. Die Stadtwerke betonen, dass die Versorgung im Moment gesichert ist, appellieren aber zugleich an die Solidarität und Zurückhaltung der Bevölkerung, um Reserven für alle Gemeinden zu sichern.