Die Gemeinde Uzwil (Kanton St. Gallen) schliesst ihr Freibad an der Flawilerstrasse bereits am kommenden Sonntag und damit rund zwei Wochen früher als geplant. Grund ist eine ausgeprägte Wasserknappheit: Die Grundwasserstände seien seit dem Frühling gesunken und mehrere Quellen hätten bereits versagt, teilte die Gemeinde mit. Die vorzeitige Schliessung ist Teil eines kaskadierten Massnahmenplans, mit dem die Gemeinde die Trinkwasserversorgung sichern will.
Alltagsbetrieb trifft auf knappe Ressource
Die Badi benötigt laut Mitteilung täglich zwischen 50'000 und 150'000 Liter Wasser. Dieser Verbrauch entspricht etwa dem Bedarf von rund 1000 Personen. Angesichts der sinkenden Grundwasserstände und einer Zunahme des Verbrauchs seit der Rückkehr vieler Bewohnerinnen und Bewohner aus den Sommerferien sei die Lage angespannt, schreibt die Gemeinde.
«Es geht wirklich an die Substanz», sagte Gemeindepräsident Lucas Keel gegenüber dem St. Galler Tagblatt.
Uzwil hatte bereits in den vergangenen Wochen wiederholt zum Wassersparen aufgerufen. Diese Appelle hätten nicht die erhoffte Wirkung gezeigt, zum Teil weil viele Personen während der Ferien abwesend gewesen seien, so die Gemeinde. Mit der vorzeitigen Schliessung der Badi will Uzwil unmittelbar und sichtbar Wasser einsparen und gleichzeitig ein Signal an die Bevölkerung senden.
Gestufter Massnahmenplan
Die Gemeinde beschreibt ihr Vorgehen als Kaskadenmodell: Zuerst werden freiwillige Einsparungen empfohlen, danach sind bei anhaltender Verschlechterung strengere Auflagen möglich. Konkrete nächste Schritte, die in Betracht gezogen werden, sind ein Verbot von Rasensprinklern oder weitere Einschränkungen für Grossverbraucher. Gleichzeitig sucht die Gemeindeverwaltung das Gespräch mit Unternehmen und anderen grossen Wasserbezügern.
- Freiwillige Reduktion des Wasserverbrauchs
- Dialog mit grossen Wasserverbrauchern
- Bei Bedarf Verbot von Rasensprinklern und strengere Einschränkungen
Die Gemeinde weist darauf hin, dass die Massnahmen schrittweise eingeführt werden sollen, um angemessen auf die Entwicklung der Grundwasserstände reagieren zu können.
Praktische Folgen für Badegäste
Für die Besucherinnen und Besucher der Badi Uzwil bedeutet die vorzeitige Schliessung, dass die Saisonabonnemente nicht verfallen: Saisonabos der Badi Uzwil bleiben gemäss Gemeinde im benachbarten Freibad Oberuzwil gültig, das vorerst geöffnet bleibt. Details zur Rückgabe, Erstattung oder Umtausch von Abos will die Gemeindeverwaltung kommunizieren; in der Mitteilung werden die Betroffenen dazu aufgefordert, die offiziellen Informationskanäle der Gemeinde zu nutzen.
| Aspekt | Angabe |
|---|---|
| Täglicher Wasserbedarf Badi | 50'000–150'000 Liter |
| Entsprechender Personenverbrauch | rund 1000 Personen |
| Gültigkeit Saisonabos | Badi Oberuzwil |
Regionale Einordnung
Uzwil ist nicht die einzige Gemeinde in der Region, die unter tiefen Grundwasserständen leidet. In der Mitteilung heisst es, dass es Nachbargemeinden gebe, die «kein Tropfen eigenes Quellwasser mehr» hätten. Damit steht Uzwil exemplarisch für eine Problemlage, die in weiten Teilen der Ostschweiz spürbar ist: anhaltende Trockenheit in Verbindung mit erhöhtem Verbrauch durch Wetterlage und Ferienrückkehr führt zu lokal unterschiedlichen, aber spürbaren Versorgungsengpässen.
Die vorzeitige Schliessung des Freibads ist eine massgebliche kommunale Entscheidung. Sie zeigt, wie schnell öffentliche Angebote zur Schonung der Ressource herangezogen werden, wenn die Versorgungssicherheit in Frage steht. Für die kommenden Wochen bleibt die Entwicklung der Grundwasserstände entscheidend für mögliche weitere Schritte.
Was Betroffene jetzt wissen sollten
- Informieren Sie sich über offizielle Mitteilungen der Gemeinde Uzwil bezüglich Abo-Regelungen und möglicher Erstattungen.
- Reduzieren Sie freiwillig den Wasserverbrauch, etwa beim Rasen Giessen, Autowaschen oder Duschen.
- Behalten Sie mögliche lokale Verbote, etwa für Sprinkleranlagen, im Auge.
Die Gemeindebehörde kündigt laufende Beobachtung der Lage an und will bei Bedarf weitere Massnahmen bekannt geben. Ziel ist es, die Trinkwasserverfügbarkeit sicherzustellen und gleichzeitig soziale Härten so gering wie möglich zu halten.