Der Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft hat in einer Reihe von Stellungnahmen seine Haltung zu mehreren bildungs- und umweltpolitischen Vorlagen dargelegt. Im Zentrum stehen die Frage nach einer Anpassung der Schulblockzeiten auf Grundlage des Berner Versuchs «Spitalacker», die Versorgung im Bereich der Sonderschulung, Aspekte der Berufsbildung sowie die Wirkung kantonaler und bundesnaher Subventionen auf die Biodiversität.
Kein klarer Nutzen bei Übernahme des Berner Modells
Auf Basis des Berner Schulversuchs «Spitalacker» hat die Bildungs-, Kultur- und Sportdirektion des Kantons Basel-Landschaft vier Varianten für mögliche Blockzeiten ausgearbeitet. Der Regierungsrat kommt nach einer Prüfung zum Schluss, dass eine Ausrichtung der Blockzeiten in Richtung des Berner Modells für Eltern wie für den Kanton nur geringe Vorteile brächte. Konkrete Vorteile, die einen Wechsel rechtfertigen würden, seien nicht erkennbar.
Der Regierungsrat betont, dass er bei bildungspolitischen Entscheidungen die Bedürfnisse von Familien, der Gesellschaft und der Wirtschaft gleichermassen berücksichtigen wolle. Bereits mit der Teilrevision des Bildungsgesetzes habe der Kanton jedoch die Voraussetzungen geschaffen, um Tagesschulen zu ermöglichen; diese Massnahme sei ein Instrument zur Entlastung von Familien und zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Betreuung.
Sonderschulung: Interpellation beantwortet
Der Regierungsrat hat zudem auf eine Interpellation reagiert, die sich mit der Sonderschulung im Baselbiet befasst. Die Interpellation 2026/3183 thematisiert Versorgungslücken, Sparfolgen und fehlende Entlastungsangebote. In der Stellungnahme nimmt die Regierung zu diesen Punkten Stellung; aus dem veröffentlichten Material geht hervor, dass der Kanton die Situation prüft und Massnahmen im Rahmen seiner Zuständigkeiten prüft und kommuniziert.
Berufsbildung und wirtschaftsfreundliche Blockzeiten
Die Regierung widmet sich in ihrer Antwort auch insgesamt der Frage, wie Blockzeiten mit wirtschaftsfreundlichen Rahmenbedingungen in Einklang zu bringen sind. Bei der Diskussion um eine Anpassung der Schulzeiten spiele die Berufsbildung eine wichtige Rolle: Ausbildungszeiten und betriebliche Bedürfnisse müssten mit schulischen Angeboten kompatibel bleiben. Der Kanton favorisiere pragmatische Lösungen, die sowohl pädagogisch sinnvoll als auch verträglich für Betriebe und Familien seien.
Biodiversität und Subventionen
Zur Biodiversität nahm der Regierungsrat in der Beantwortung der Interpellation 2026/4864 Stellung. Er anerkennt die Bedeutung der Biodiversität für den Kanton Basel-Landschaft und stellt fest, dass einige Subventionen nicht primär der Förderung der Biodiversität dienten, sondern andere Zielsetzungen verfolgten. Daraus könnten widersprüchliche Wirkungen entstehen, die eine sorgfältige Interessenabwägung erfordern.
Der Regierungsrat weist darauf hin, dass viele einschlägige Subventionsinstrumente in der Zuständigkeit des Bundes liegen. Dennoch könne der Kanton über fachliche Konferenzen und Vernehmlassungen Einfluss nehmen und lege grossen Wert auf Verbesserungen zugunsten der Biodiversität.
- Vier Varianten hat die Bildungsdirektion für Blockzeiten geprüft (Berner Modell als Referenz).
- Teilrevision des Bildungsgesetzes schafft Grundlagen für Tagesschulen.
- Interpellationen mit den Nummern 2026/4864 und 2026/3183 wurden beantwortet.
Übersicht: Themen und Regierungsposition
| Thema | Kurze Bewertung des Regierungsrats |
|---|---|
| Blockzeiten (Berner Modell) | Prüfung ergab nur geringe Vorteile bei Umstellung |
| Tagesschulen | Rechtliche Grundlage durch Teilrevision des Bildungsgesetzes vorhanden |
| Sonderschulung | Antwort auf Interpellation; Versorgungslücken und Entlastungsthemen werden geprüft |
| Biodiversität | Erkennt Widersprüche bei Subventionen; Kanton nimmt über Konferenzen und Vernehmlassungen Einfluss |
Die veröffentlichten Stellungnahmen zeigen, dass der Regierungsrat in Bildungs- und Umweltfragen einen pragmatischen Weg verfolgt: Er prüft externe Modelle, wägt Vor- und Nachteile ab und nutzt die ihm zur Verfügung stehenden Instrumente, ohne vorschnelle landesweit geltende Umstellungen anzustossen. Für Eltern und Betriebe bedeute dies vorerst Kontinuität bei den Schulzeiten, verbunden mit der Möglichkeit, Tagesschulangebote lokal zu prüfen und zu nutzen.
Für Fragen der Biodiversität bleibt die Zusammenarbeit mit dem Bund zentral. Der Regierungsrat signalisiert jedoch, dass er in kantonalen Belangen aktiv an Lösungen arbeitet und bei nationalen Vorlagen sein Interesse an einer biodiversitätsverträglichen Umsetzung geltend mache.