Mehrere Baustellen beim öffentlichen Verkehr
In Allschwil, der grössten Gemeinde des Kantons Basel-Landschaft, zeichnet sich eine Verschärfung der Erreichbarkeitsprobleme ab. Gleich mehrere Projekte, die für die Verbindung ins regionale ÖV-Netz zentral wären, sind derzeit blockiert oder gefährdet. Betroffen sind Tramverlängerung, S-Bahn-Anschluss und der Takt der Buslinie 33. Das hat direkte Folgen für Pendlerinnen, Anwohnende und für das stark wachsende Wohngebiet Bachgraben.
Probleme im Überblick
- Tram: Die direkte Tramverbindung zum Bahnhof SBB endet derzeit an der Gemeindegrenze; eine Verlängerung nach Allschwil ist bislang nicht realisiert.
- Bus: Für die zentrale Buslinie 33 droht eine Taktausdünnung, was die Anschlussqualität innerhalb der Gemeinde und Richtung Basel verschlechtern würde.
- S-Bahn: Ein S-Bahn-Anschluss, geplant aus Richtung Bern, ist offenbar beerdigt und wird Allschwil nicht wie erhofft erschliessen.
- Bachgraben: Das Boom-Gebiet ist derzeit nur durch einen Bus erschlossen; die frühere Linie 64 in der bekannten Form existiert nicht mehr.
Konsequenzen für Allschwil
Die Kombination dieser Probleme erhöht die Gefahr eines lokalen Verkehrskollapses. Ohne Tramverlängerung, ohne S-Bahn und mit reduzierten Bustakten entstehen längere Reisezeiten, schlechtere Anschlüsse und eine grössere Belastung für die Strasseninfrastruktur, weil mehr Menschen auf das Auto ausweichen könnten. Besonders betroffen wäre das Gebiet Bachgraben, das als Wachstumszone viele neue Wohnungen und damit zusätzlichen Verkehr bringt, aber aktuell nur unzureichend mit ÖV bedient ist.
Technische und politische Blockaden
Aus dem verfügbaren Material geht hervor, dass die Ursachen vielschichtig sind: Es fehlt einerseits an der Umsetzung der Tramverlängerung über die Gemeindegrenze hinaus, andererseits wurden Pläne für eine S-Bahn-Anbindung aus Bern offenbar nicht weiterverfolgt. Zudem steht die Frage der Finanzierung und Priorisierung innerhalb der regionalen Verkehrsplanung im Raum. Für die Buslinien wiederum sind Betriebskonzepte und Taktfinanzierung entscheidend; hier droht ohne Nachbesserung eine Verschlechterung im Angebot.
Was Allschwil jetzt braucht
Die Gemeinde steht vor der Herausforderung, ihre Interessen gegenüber Kanton, Region und Verkehrsunternehmen durchzusetzen. Für eine nachhaltige Lösung sind mehrere Schritte nötig:
- Klare Priorisierung der Tramverlängerung, damit Allschwil direkt an den Perron des Bahnhofs Basel SBB angeschlossen wird.
- Prüfung alternativer S-Bahn-Szenarien oder Ersatzlösungen, falls die Verbindung aus Bern definitiv nicht realisierbar ist.
- Vertragliche Sicherung der Takte bei den zentralen Buslinien, damit es nicht zu einer Verschlechterung des Angebots kommt.
| Projekt | Status | Konsequenz für Allschwil |
|---|---|---|
| Tramverlängerung | Nicht realisiert; Endet an Gemeindegrenze | Kein direkter Tramanschluss; schlechtere Erreichbarkeit |
| S-Bahn-Anschluss (Bern) | Pläne beerdigt | Kein S-Bahn-Anschluss; Pendlerinnen betroffen |
| Buslinie 33 | Taktausdünnung droht | Weniger Anschlüsse, längere Wartezeiten |
| Bachgraben | Nur mit Bus erschlossen | Wachstumsgebiet bleibt schlecht angebunden |
Ausblick und Handlungsbedarf
Allschwil muss nun gegenüber kantonalen Stellen und den regionalen Verkehrsunternehmen aktiv werden. Entscheidend ist, dass Finanzierung, Zeitplan und Prioritätensetzung transparent gemacht werden. Ohne konkrete Zusagen droht eine weitere Zunahme des Individualverkehrs und damit eine Belastung der lokalen Strassen und des quartiersinternen Verkehrsraums.
Für die Bewohnerinnen und Unternehmen in Allschwil geht es um die Alltagstauglichkeit des ÖV-Angebots: Arbeitswege, Erreichbarkeit von Dienstleistungen und die Attraktivität des Wohnorts hängen direkt an der Qualität der ÖV-Verbindungen. Die Gemeinde steht in der Verantwortung, diese Aspekte in Gesprächen mit dem Kanton und den Verkehrsbetreibern klar zu vertreten.