Der Kanton Solothurn will seine Kantonspolizei langfristig verstärken: Der Regierungsrat plant einen schrittweisen Ausbau des Korps um rund 100 Stellen bis ins Jahr 2035. Das geht aus dem neu vorgelegten «Sicherheitsbericht 26+» hervor, mit dem die Regierung auf einen Vorstoss des Landrats reagiert.
Ausgangslage: Hohe Belastung, tiefe Dichte
Der Bericht diagnostiziert eine angespannte Situation: Solothurn müsse aktuell die dritthöchste Kriminalitätsbelastung der Schweiz bewältigen, gleichzeitig verfüge der Kanton über die vierttiefste Polizeidichte. In der Folge verzeichne Solothurn schweizweit die höchste Anzeigenbelastung pro Polizeimitarbeitenden. Gegenwärtig arbeiten im Kanton rund 600 Polizistinnen und Polizisten, das geplante Ziel liegt bei etwa 700.
Regierungsrat begründet Ausbau
Landammann Susanne Schaffner (SP) stellte die Absichten am Medienanlass dar. Sie bezeichnete die Aufstockung als eine Investition in die Sicherheit, die Standortattraktivität und die Lebensqualität des Kantons. Die Anschubkosten für die ersten drei Jahre bezifferte die Regierung als «einen tiefen zweistelligen Millionen-Betrag»; detaillierte Budgetzahlen liegen im Bericht nicht vor.
«Die Politik wollte das Problem nicht wahrhaben, doch jetzt nimmt die Bevölkerung wahr, dass die Kriminalität steigt»,
so Schaffner. Sie verwies darauf, dass frühere Anträge auf mehr Ressourcen für die Polizei im Parlament erfolglos geblieben seien.
Ziel: Mittelfeld bei Polizeidichte
Mit dem Aufbau will der Regierungsrat die Polizeidichte auf ein durchschnittliches nationales Niveau bringen. Der Bericht zieht dafür Vergleiche mit anderen Kantonen und stützt sich auf die Zahlen der Konferenz der Kantonalen Polizeikommandanten. Die Regierung nennt als Prioritäten eine höhere Präsenz vor Ort sowie die gezielte Bekämpfung von Strukturkriminalität.
Reaktionen und politische Perspektive
Der Ausbau ist eine politische Entscheidung: Der Kanton hat auf parlamentarischen Druck den Sicherheits- und Strukturfragen der Kantonspolizei nachgehen lassen. Der «Sicherheitsbericht 26+» liefert nun die Grundlage für die weiteren Entscheide im Regierungsrat und im Landrat. Ob und wie rasch die Stellen umgesetzt werden, hängt von den nächsten Haushaltsberatungen und den parlamentarischen Debatten ab.
Konkrete Zahlen im Überblick
| Aktuell | Ziel 2035 | Bemerkung |
|---|---|---|
| ~600 Polizistinnen und Polizisten | ~700 Polizistinnen und Polizisten | Schrittweiser Ausbau bis 2035 |
| Dritthöchste Kriminalitätsbelastung (CH) | — | Quelle: «Sicherheitsbericht 26+» |
| Vierttiefste Polizeidichte (CH) | — | Ziel: Aufschliessen ins Mittelfeld |
Folgen für Bevölkerung und Sicherheitsstrategie
Die Regierung erwartet, dass mehr Personal die Polizeipräsenz erhöht und damit präventiv wirkt. Zudem soll zusätzliche Kapazität die Bearbeitung von Anzeigen entlasten und die Bekämpfung organisierter oder strukturierter Kriminalität ermöglichen. Konkrete Massnahmen, etwa die Aufstockung bestimmter Dienste oder verstärkte Präsenz in ausgewählten Gemeinden, nennt der Bericht nicht im Detail.
- Langfristiges Ziel: Polizeidichte ins schweizerische Mittelfeld bringen
- Prioritäten: Präsenz erhöhen, Strukturkriminalität bekämpfen
- Finanzierung: Erste drei Jahre mit tiefem zweistelligem Millionen-Betrag kalkuliert
Weiteres Vorgehen
Der Bericht liefert die Grundlage für Entscheidungen des Regierungsrats und der parlamentarischen Gremien. Im weiteren Prozess werden die Kosten, die Verteilung der neuen Stellen und der Zeitplan konkretisiert. Welche Auswirkungen die Aufstockung kurzfristig auf die Aufklärungsquote oder die Wartezeiten bei Anzeigen haben wird, bleibt abzuwarten und ist Gegenstand künftiger Evaluationen.
Die geplante Verstärkung der Kantonspolizei ist zugleich eine politische Antwort auf die Wahrnehmung von Sicherheit in der Bevölkerung. Ob die Massnahme die erhoffte Wirkung erzielt, hängt von der konkreten Umsetzung, der Budgetierung und der Abstimmung mit kantonalen Behörden und Gemeinden ab.