Der Kanton Solothurn vergibt seinen Sozialpreis 2026 zum 20. Mal. Aus 30 eingegangenen Bewerbungen hat eine Fachjury fünf Projekte, Vereine und Firmen nominiert. Die Gewinnerinnen und Gewinner werden an der öffentlichen Preisverleihung am 17. September in der Schützi Olten bekannt gegeben.
Breites Spektrum an Engagement
Die Nominierungen zeigen die Vielfalt sozialen Engagements im Kanton: Sie reichen von ehrenamtlich getragenen Begegnungsangeboten über Integrationsprojekte bis hin zu Unternehmen, die Menschen mit Beeinträchtigungen in den ersten Arbeitsmarkt eingliedern. Die Jury hat damit Initiativen berücksichtigt, die sowohl gesellschaftlichen Zusammenhalt fördern als auch berufliche Teilhabe ermöglichen.
Diese fünf Projekte stehen zur Auswahl
| Kategorie | Nominiert | Kurzbeschreibung |
|---|---|---|
| Engagement | Treffpunkt Konversation Deutsch (IBZ Scalabrini Solothurn) | Langjähriges, ehrenamtlich getragenes Gesprächsangebot, das über Sprachförderung hinaus ein soziales Netzwerk schafft. |
| Engagement | Wunschbaum Biberist | Dorfweit abgestützte Initiative, die Wünsche von Altersheimbewohnenden, Migrantinnen und Migranten sowie Kindern sammelt und erfüllt. |
| Engagement | Verein Chor der Nationen Solothurn | Seit 20 Jahren ein schweizweit prägendes Angebot, das durch gemeinsames Singen Integration und Teilhabe fördert. |
| Wirtschaft | Mythentec AG (Biberist) | Bietet abgestufte Arbeitsplätze und setzt das «iPunkt»-Label für die berufliche Eingliederung von Menschen mit Beeinträchtigungen um. |
| Wirtschaft | Prodega Bellach | Langjährige, strukturierte berufliche Integration und Begleitung von Menschen mit psychischen Belastungen im ersten Arbeitsmarkt. |
Warum der Preis Bedeutung hat
Der Sozialpreis des Kantons würdigt seit zwei Jahrzehnten Leistung und Innovation im sozialen Bereich. Er richtet sich an Initiativen und Unternehmen, die Integration, Teilhabe oder Betreuung vorbildlich umsetzen. Solche Auszeichnungen haben mehrere Effekte: Sie erhöhen die Sichtbarkeit der Arbeit, erleichtern die Mittelbeschaffung und motivieren Ehrenamtliche und Fachpersonen, innovative Wege weiterzuverfolgen.
Was die Nominierten auszeichnet
Bei den diesjährigen Nominierten fallen zwei Schwerpunkte auf:
- Direkte soziale Begegnung und Integration: Projekte wie der Treffpunkt Konversation Deutsch und der Verein Chor der Nationen setzen bewusst auf gemeinsames Zugehen und Teilhabe.
- Berufliche Eingliederung: Mythentec AG und Prodega Bellach zeigen, wie Unternehmen Verantwortung übernehmen und Arbeitsplätze für Menschen mit psychischen oder sonstigen Beeinträchtigungen schaffen.
Praktische Informationen zur Verleihung
Die Preisverleihung findet öffentlich statt und bietet Gelegenheit, die Nominierten persönlich kennenzulernen. Die Bekanntgabe der Gewinnerinnen und Gewinner erfolgt am 17. September in der Schützi Olten. Der Anlass ist ein Forum für Austausch zwischen zivilgesellschaftlichen Akteuren, Unternehmerinnen und Unternehmern sowie Behörden.
Ausblick und Bedeutung für Gemeinden
Für Gemeinden im Kanton kann die Auszeichnung Impulse geben: Anerkannte Projekte dienen als Vorbilder für lokale Initiativen, Kooperationsmodelle zwischen gemeinnützigen Organisationen und Unternehmen oder als Grundlage für kantonale Fördermassnahmen. Gerade in einer Zeit, in der Ressourcen knapper sind und der Bedarf an inklusiven Angeboten wächst, liefert die Juryentscheidung Hinweise auf gelungene Praxis.
Die nominierten Organisationen haben bereits in verschiedener Weise zur sozialen Kohäsion im Kanton beigetragen. Ob die Jury am 17. September einen Traditionsverein, eine ehrenamtliche Initiative oder ein wirtschaftliches Integrationsvorbild auszeichnet, wird die Frage sein, die viele Akteure im sozialen Bereich in den kommenden Wochen beschäftigen dürfte.