Sommerliche Premiere in Olten
Bei nahezu 30 Grad Celsius hat der EHC Olten auf dem Aussenterrain eine ungewöhnliche Form des Eishockeys erprobt: Gespielt wurde nicht auf klassischem Eis, sondern auf einer neuartigen Kunststofffläche, die ohne Wasser und aktive Khlung auskommt. Die Anlage stammt von Ultimate Hockey und wurde am Dienstagmorgen in Olten vorgestellt.
Technik und Spielgefühl
Das Feld besteht aus modularen Kunststoffplatten, die wie ein grosses Puzzle zusammengesetzt werden. Spielerinnen und Spieler können mit gewöhnlichen Schlittschuhen darauf laufen; die Oberfläche benötigt weder Wasser noch Kühlung und beansprucht nach Herstellerangaben deutlich weniger Energie als ein herkömmliches Eisfeld.
Das veränderte Material hat jedoch Folgen für das Spielgefühl: Die Kufen können sich stark erwärmen. Gemäss Beobachtung konnten die Kufen Temperaturen von bis zu 50 Grad erreichen — eine Temperatur, bei der echtes Eis längst geschmolzen wäre. Deshalb ist das Management der Hitze während der Spielpausen ein zentraler Punkt.
Hitze, Ventilatoren und Spielerreaktionen
Die Spieler schwitzten sowohl auf dem Feld als auch auf der Bank; unter der Plane des Aussenterrains staute sich die Wärme zusätzlich. Das EHC-Olten-Training war deshalb gekennzeichnet durch kürzere Drittel und den Einsatz von Ventilatoren, die an der Bank für Abkühlung sorgten. Verteidiger Silvan Wyss bezeichnete den Ventilator als «Gold wert». Einige Akteure lehnten sich in den Pausen über die Bande, um kurzzeitig Frischluft zu bekommen und einen kühlen Kopf zu bewahren.
Trainer bilanziert positiv
Für Headcoach Christian Wohlwend stellt die Kunststofffläche eine mögliche Alternative zum klassischen Eis dar. Er bewertet das Experiment als eine sinnvolle Ergänzung, insbesondere dort, wo eine konventionelle Eisproduktion schwierig oder energieintensiv wäre. Das Kunsteis eröffnet nach seiner Einschätzung Optionen für Trainingseinheiten und Veranstaltungen ausserhalb der regulären Saison.
«Der Ventilator war Gold wert», sagte Verteidiger Silvan Wyss nach dem Test.
Vor- und Nachteile im Überblick
- Vorteile: Kein Wasserbedarf, keine Kühlung nötig, geringer Energieaufwand, spielbar mit normalen Schlittschuhen.
- Nachteile: Wärmeentwicklung der Kufen, ungewohntes Lauf- und Bremsverhalten, Anpassungsbedarf bei Spielerinnen und Spielern.
| Merkmal | Kunsteis (Ultimate Hockey) | Klassisches Eis |
|---|---|---|
| Wasserbedarf | Kein Wasser | Hoher Wasserbedarf |
| Kühlung | Keine aktive Kühlung nötig | Refrigeration erforderlich |
| Spielbarkeit | Mit regulären Schlittschuhen | Mit regulären Schlittschuhen |
Folgen für Olten und den Verein
Für den EHC Olten bedeutet die Probe eine zusätzliche Option im Kalender: Trainings, Sommer-Events oder Promotions könnten künftig auch auf Kunststofffeldern stattfinden. Das ist für die Dreitannen-Städter besonders interessant, weil traditionelle Eisproduktion im Sommer hohe Energie- und Wasserressourcen beansprucht. Zugleich verlangt diese Alternative eine Anpassung von Trainingsmethodik und Materialpflege, etwa im Umgang mit warmen Kufen und veränderten Reibungsbedingungen.
Insgesamt zeigte sich der Klub offen für die Technologie, ohne bereits definitive Schlüsse zu ziehen. Das Experiment in Olten liefert praktische Erfahrungen, die in den kommenden Wochen und Monaten bewertet werden dürften, insbesondere hinsichtlich Haltbarkeit der Flächen, Anpassungsaufwand für Spieler und möglicher Einsatz bei Veranstaltungen ausserhalb der normalen Eissaison.