Die Wasserqualität im Kanton Solothurn hat sich in den vergangenen Jahrzehnten insgesamt verbessert. Das geht aus dem jüngsten Bericht «Zustand Solothurner Gewässer 2026» hervor, der die Beobachtungen an Fliessgewässern und im Grundwasser für den Zeitraum 1996 bis 2025 zusammenfasst. Die zuständige kantonale Stelle führt als Hauptgründe unter anderem eine effizientere Abwasserreinigung und gezielte Massnahmen zur Reduktion von Einträgen aus Siedlungen und der Landwirtschaft an.
Langfristiger Trend: Rückgang der Belastungen
Die ausgedehnten Messreihen zeigen, dass die Belastung durch Nährstoffe und Abwasser vielerorts zurückgegangen ist. Insbesondere grossflächige, kontinuierliche Verbesserungen seien erkennbar, heisst es in der Mitteilung des Kantons. Damit bestätige sich, dass konsequente Schutzmassnahmen langfristig Wirkung zeigen.
«Die Entwicklung bestätigt, dass konsequente Schutzmassnahmen langfristig wirken.»
Die Verbesserung macht sich vor allem in grösseren Fliessgewässern bemerkbar; bei kleinen Bächen sind die Verhältnisse jedoch anfälliger. In Trockenzeiten transportieren sie wenig Wasser, sodass selbst geringe Einträge aus gereinigtem Abwasser, belastetem Niederschlagswasser oder landwirtschaftlich genutzten Flächen relativ stärker ins Gewicht fallen.
Welche Stoffe bereiten weiterhin Sorgen?
Bei den meisten untersuchten Schwermetallen zeigt die Entwicklung stabile oder rückläufige Konzentrationen. Eine Ausnahme bildet jedoch Kupfer, das weiterhin über Dächer, Fassaden, Strassen und Verkehrsflächen sowie aus Industrie und der Landwirtschaft in Gewässer gelangt. Zudem bleiben verschiedene Abbauprodukte von Pflanzenschutzmitteln problematisch: Diese langlebigen Stoffe überschreiten an mehreren Messstellen den für Trinkwasser geltenden Höchstwert.
Weitere Beobachtungen des Berichts:
- Grundwasserqualität: An den meisten Messstellen wurde eine gute Qualität festgestellt.
- Pflanzenschutzmittel: Viele Wirkstoffe sind nicht oder nur in geringen Konzentrationen nachweisbar; problematisch sind langlebige Abbauprodukte.
- Lokale Überschreitungen: An einzelnen Orten liegen Nitrat-, Kupfer- und Zinkgehalte über den Anforderungen.
- PFAS: Per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen werden verbreitet nachgewiesen, die Trinkwasser-Höchstwerte werden jedoch eingehalten.
Praktische Bedeutung für Bevölkerung und Behörden
Für die Bevölkerung im Kanton bedeutet der Bericht weitgehend Entwarnung: Das Trinkwasser ist gemäss Angaben des Kantons trotz nachweisbarer Spuren weiterhin innerhalb der gesetzlichen Höchstwerte. Dennoch weisen die Ergebnisse auf Handlungsbedarf hin – insbesondere dort, wo langlebige Pestizid-Abbauprodukte oder Schwermetalle lokal erhöht sind.
Für Gemeinden, Landwirtschaft und Industrie liefert der Bericht eine Grundlage, um gezielte Massnahmen zu planen. Dazu gehören:
- Weiterentwicklung der Abwasserreinigung und intensivere Kontrollen bei Einleitungen.
- Massnahmen zur Verminderung von Einträgen aus Strassenentwässerung und Dachflächen.
- Förderung agrarökologischer Praktiken, die die Auswaschung von Nährstoffen und Pestiziden reduzieren.
- Monitoring von PFAS-Quellen und Schutz besonders sensibler Grundwasserfassungen.
Was sagt der Bericht konkret?
Der Bericht fasst Messdaten über fast 30 Jahre zusammen und erlaubt so Aussagen zur Entwicklung von Belastungen. Eine tabellarische Übersicht im Bericht unterscheidet klar zwischen positiven Trends, stabilen Verhältnissen und Problemfeldern:
| Beobachtung | Trend / Situation |
|---|---|
| Nährstoff- und Abwasserbelastung | Meist rückläufig seit Mitte 1990er-Jahren |
| Schwermetalle | Mehrheitlich stabil oder rückläufig; Ausnahme Kupfer |
| Pflanzenschutzmittel-Wirkstoffe | Meist nicht oder nur gering nachweisbar |
| Abbauprodukte von Pflanzenschutzmitteln | Teilweise Überschreitung Trinkwasser-Grenzwerte |
| PFAS | Verbreitet nachweisbar; Trinkwasser-Grenzwerte eingehalten |
Ausblick und Empfehlungen
Der Bericht betont, dass der positive Trend nicht als Freipass verstanden werden darf. Kleinere Gewässer bleiben empfindlich, und punktuelle Belastungen können lokale Trinkwasserfassungen gefährden. Weiterhin seien kontinuierliches Monitoring und kooperative Massnahmen zwischen Kantonsbehörden, Gemeinden, Landwirtschaft und Industrie nötig, um die Verbesserungen zu sichern und verbleibende Risiken zu minimieren.
Der vollständige Bericht «Zustand Solothurner Gewässer 2026» fasst die Messreihen von 1996 bis 2025 zusammen und steht als Grundlage für künftige Schutz- und Sanierungsprojekte im Kanton.