Die anhaltend heissen, sonnigen Tage haben in der Region Basel zu einem markanten Anstieg der Ozonbelastung geführt. An den Messstationen Basel St. Johann, Binningen, Sissach und Dornach wurden in diesem Sommer bereits zwischen 390 und 440 Stunden registriert, in denen der gesetzlich festgelegte Stundengrenzwert von 120 Mikrogramm pro Kubikmeter überschritten war.
Was bedeuten die Zahlen?
Gemäss der Luftreinhalte-Verordnung (LRV) darf die Ozon-Konzentration während höchstens einer Stunde pro Jahr über 120 µg/m3 liegen. Die Belastung wird daher in der Anzahl Stunden über diesem Grenzwert angegeben. Die aktuellen Messwerte zeigen, dass die Anzahl solcher Stunden in diesem Jahr deutlich höher liegt als im gesamten letzten Sommerhalbjahr: Damals lagen die entsprechenden Werte an denselben Stationen zwischen etwa 180 und 260 Stunden.
| Messstation | Überschreitungen dieses Jahres (Stunden) | Überschreitungen letztes Sommerhalbjahr (Stunden) |
|---|---|---|
| Basel St. Johann | 390–440 | 180–260 |
| Binningen | 390–440 | 180–260 |
| Sissach | 390–440 | 180–260 |
| Dornach | 390–440 | 180–260 |
Ursachen und Wirkungen
Bodennahe Ozonbildung entsteht, wenn die Vorläuferschadstoffe — insbesondere flüchtige organische Stoffe (VOC) und Stickstoffdioxid (NO2) — unter Einfluss von UV-Strahlung und hohen Temperaturen reagieren. Die derzeitige Witterung mit viel Sonne und Hitze fördert diese Reaktionen und erklärt die gehäuften Überschreitungen.
Ozon ist ein farbloses, stechend riechendes Gas. Es reizt Augen und Schleimhäute der Atemwege, kann die Lungenleistung reduzieren und ist für empfindliche Personen, etwa Kinder, ältere Menschen oder Personen mit Atemwegserkrankungen, gesundheitlich relevant. Auch Pflanzen und Bäume leiden unter hoher Ozonbelastung.
Spitzenwerte bleiben vergleichsweise moderat
Trotz der deutlich höheren Anzahl an Überschreitungsstunden sind die gemessenen Spitzenkonzentrationen bislang nicht gestiegen. Historisch gemessene Höchstwerte von über 180 µg/m3, die in der Nordwestschweiz vor einigen Jahren zu einer Informationsstufe gegenüber der Bevölkerung geführt hätten, wurden in der laufenden Periode nicht erreicht.
Insgesamt hat sich die Luftqualität in den vergangenen Jahren verbessert, was auf verschiedene Massnahmen zur Reduktion der Vorläuferschadstoffe zurückzuführen ist. Die aktuellen Daten zeigen jedoch, wie stark Wetterbedingungen kurzfristig die Belastung beeinflussen können.
Praktische Hinweise für die Bevölkerung
- Empfindliche Personen sollten intensive körperliche Aktivitäten im Freien am Nachmittag meiden, wenn die Ozonbelastung meist am höchsten ist.
- Wer unter Atemwegserkrankungen leidet, soll bei Symptomen wie anhaltendem Husten, Atemnot oder verstärktem Reizhusten medizinischen Rat einholen.
- Zur Verringerung von Vorläuferschadstoffen tragen private und gewerbliche Massnahmen bei — etwa der sparsame Einsatz von Motorfahrzeugen, Heizungen und lösungsmittelhaltigen Produkten.
Was bleibt zu beobachten
Die Region muss die Entwicklung weiterhin verfolgen: Sinkende Spitzen, aber viele Überschreitungsstunden bedeuten eine länger andauernde Belastung für Bevölkerung und Vegetation. Relevant ist auch, wie sich künftige Hitzewellen auf die Höhe der Spitzenwerte auswirken könnten, falls sich meteorologische Rahmenbedingungen ändern.
Behörden und Umweltexperten verweisen darauf, dass langfristige Verbesserungen bei den Emissionen notwendig bleiben, um auch in heissen Sommern die Belastung zu begrenzen. Kurzfristig können Wetter und Sonnenschein die Ozonbildung aber massiv beeinflussen und zu spürbar schlechterer Luftqualität führen.