Die umfassende Umstrukturierung der Basler Kantonspolizei im Jahr 2025 zeigt nach Aussagen des Justiz‑ und Sicherheitsdepartements erste messbare Erfolge. Ein externes Monitoring des Instituts für Arbeitsforschung und Organisationsberatung (Iafob) kommt zu dem Schluss, dass die Massnahmen zu einer spürbaren Entlastung der Mitarbeitenden geführt haben und das Betriebsklima sich verbessert hat.
Weniger Überlast, neue Führungsstrukturen
In der Mitteilung des Departements heisst es, die Mitarbeitenden würden die Entlastung «spürbar» erleben und schätzen. Als zentrale Erfolgsfaktoren nennt die Auswertung die personelle Verstärkung der Sicherheitspolizei, klarere Verantwortlichkeiten sowie die konsequente Begrenzung des Aufwands. Diese Elemente hätten zu einer «grossen Zufriedenheit im Arbeitsumfeld» und zu einem veränderten Führungsklima beigetragen.
Die Belastung durch Extraaufgebote sei demnach deutlich gesunken. Im kommunizierten Befund spielt die rasche Umsetzung der Massnahmen eine wichtige Rolle: Viele Veränderungen seien zügig umgesetzt worden, was offenbar dazu beitrug, den positiven Effekt zu beschleunigen.
Konkrete Eingriffe: Sipo+ und Auflösung des Einsatzzuges
Ein zentrales Projekt der Neustrukturierung trägt den Namen «Sipo+». Im Rahmen dieses Projekts wurde unter anderem der Einsatzzug aufgelöst und dessen Kräfte auf die Sicherheitspolizei verteilt. Zudem wurden die Stellen der operativen Abteilungsleitungen nach interner und externer Ausschreibung neu besetzt.
| Massnahme | Erwarteter Effekt |
|---|---|
| Verteilung der Einsatzzug‑Bestände auf Sicherheitspolizei | Verbesserte Personalverfügbarkeit, entlastete Einsatzpläne |
| Neubesetzung operativer Abteilungsleitungen | Klare Verantwortlichkeiten, neues Führungsklima |
| Beschränkung des administrativen Aufwands | Mehr Fokus auf Kerneinsätze, geringere Zusatzbelastung |
Ausblick: Weitere Entlastung und Rekrutierungsoffensive
Das Departement kündigt weitere Schritte an: Geplant seien zusätzliche Massnahmen zur Entlastung der Frontkräfte sowie eine Verstärkung der Rekrutierungsbemühungen mit besonderem Fokus auf die Gewinnung von Frauen für die Polizei. Konkrete Zahlen zu personalpolitischen Zielen oder Zeitplänen wurden in der Mitteilung nicht genannt.
- Iafob: Externes Institut, das die Reorganisation evaluiert hat.
- Sipo+: Projektname der Umstrukturierung inklusive Auflösung des Einsatzzuges.
- 2025: Jahr der Umsetzung der zentralen Massnahmen.
Hintergrund: Vorgeschichte der Reform
Die Reform kommt vor dem Hintergrund erheblicher Kritik am Polizeikorps. Im Juni 2024 hatte der Verwaltungsrechtler Markus Schefer in einem Bericht erhebliche Missstände im Kantonspolizeikorps aufgezeigt. Die damalige Analyse legte die Grundlage für die nun in hoher Geschwindigkeit umgesetzten Massnahmen.
Die nun vorliegende externe Evaluation des Iafob bestätigt, dass die Neuausrichtung erste Wirkungen entfaltet. Ob diese Effekte nachhaltig sind, hängt nach Ansicht von Beobachtern von der Verstetigung der neuen Strukturen, der langfristigen Personalpolitik und von weiteren Reformschritten ab.
Was dies für die Bevölkerung bedeutet
Für die Bevölkerung ergeben sich aus der Reorganisation vor allem indirekte Vorteile: Bessere personelle Absicherung der Sicherheitspolizei kann zu stabileren Einsatzkapazitäten und damit zu zuverlässigerer Präsenz in kritischen Situationen führen. Gleichzeitig sollen entlastete Mitarbeitende belastbarer und motivierter bleiben, was sich auf die Qualität der Polizeiarbeit auswirken kann.
Konkrete Auswirkungen auf Einsätze, Wartezeiten oder Kriminalitätszahlen nennt die Mitteilung nicht. Solche Kennzahlen würden erst mittelfristig aussagekräftige Rückschlüsse zulassen, schreiben Fachleute.
Fazit
Die Basler Polizei befindet sich im Umbruch. Die externe Evaluation durch das Iafob bescheinigt erste positive Effekte der 2025 eingeleiteten Reorganisation: weniger Überlastung, klarere Verantwortlichkeiten und ein verändertes Führungsklima. Die weitere Entwicklung hängt nun davon ab, ob geplante Folgeprojekte — insbesondere die Rekrutierungsoffensive für Frauen und zusätzliche Entlastungsmassnahmen — konsequent und nachhaltig umgesetzt werden.