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Frankfurt (Oder) diskutiert Windkraft und „Energy Intranet“ in betroffenen Ortsteilen

Stadt, Stadtwerke und ENERTRAG planen ein regionales "Energy Intranet" mit Wind- und Solarstrom. In Güldendorf, Markendorf und Lossow wächst der Widerstand: Anwohner fürchten Lärm, Schattenwurf und Veränderungen im Landschaftsbild. Bebauungspläne, Gutachten und Genehmigungen stehen noch aus.

Frankfurt (Oder) diskutiert Windkraft und „Energy Intranet“ in betroffenen Ortsteilen
©Illustration KI Uwe Lindemann / we-news.com

Projekt und Anliegen

Die Stadt Frankfurt (Oder) treibt gemeinsam mit den Stadtwerken und dem Projektpartner ENERTRAG die Pläne für ein regionales „Energy Intranet“ voran. Ziel ist, Wind- und Solarstrom künftig möglichst direkt in der Region zu erzeugen, zu speichern und für die Strom- und Wärmeversorgung zu nutzen. Das Projekt umfasst neben Photovoltaik und Speichern auch mögliche neue Windenergieanlagen, deren Standorte bislang nur als mögliche Bereiche benannt sind.

Beteiligte Ortsteile und Planungsstand

Als potenzielle Standorte werden unter anderem die Ortsteile Güldendorf, Markendorf und Lossow genannt. Konkrete Anzahl und genaue Standorte der Anlagen sind noch nicht festgelegt. Zunächst müssen Bebauungsplanung, Gutachten und weitere Genehmigungsschritte erfolgen. Die Stadt betont die noch offenen Entscheidungen und verweist auf die erforderlichen Verfahrensschritte.

Streitpunkte und öffentliche Resonanz

Rund um die Nennung möglicher Standorte haben sich bereits Diskussionen und Proteste formiert. In Güldendorf gab es Informationsveranstaltungen, und Anwohnerinnen und Anwohner haben ihren Unmut öffentlich gemacht. Gegenstand der Sorgen sind unter anderem Lärm, Schattenwurf, Eingriffe in Natur und Landschaftsbild sowie Auswirkungen auf die Lebensqualität vor Ort.

„Energiewende – ja. Aber nicht vor meiner Haustür?“

Die Formulierung bringt den zentralen Konflikt auf den Punkt: Einerseits stehen Klimaziele und die Energiewende; andererseits befürchten Bewohnerinnen und Bewohner regionale Belastungen durch neue Anlagen. Die lokale Radiostation 91.7 ODERWELLE greift das Thema im Sonntagsbrunch auf und will die Argumente differenziert prüfen: Was ist bereits Fakt, was bleibt Befürchtung, und welche Entscheidungen stehen noch aus?

Ökonomische Perspektive

Die Stadt rechnet nach eigenen Angaben mit ökonomischen Effekten: Nach aktuellen Berechnungen könnten jährlich rund 500.000 Euro aus unterschiedlichen Einnahmequellen für die Stadt und die betroffenen Ortsteile resultieren. Diese Einnahmen sollen neben der lokalen Energieversorgung auch als Standortfaktor für Unternehmen dienen und mögliche Industrieansiedlungen attraktiver machen.

  • Mögliche Standorte: Güldendorf, Markendorf, Lossow
  • Wichtige Schritte: Bebauungsplanung, Gutachten, Genehmigungen
  • Erwartete finanzielle Effekte: etwa 500.000 Euro jährlich

Offene Fragen für die lokale Gemeinschaft

Für die Menschen in den betroffenen Dörfern bleiben mehrere Fragen entscheidend: Welche Anzahl an Windrädern ist realistisch? Wie groß sind die zu erwartenden Lärm- und Schatteneffekte konkret? Welche Flächen sind betroffen und wie wirken sich die Anlagen auf Arten und Landschaftsbild aus? In welcher Höhe und auf welche Weise würden Kommunen und Ortsteile tatsächlich von den Einnahmen profitieren?

Aspekt Stand / Information
Projektname „Energy Intranet" (Stadt, Stadtwerke, ENERTRAG)
Potentielle Ortsteile Güldendorf, Markendorf, Lossow
Finanzielle Prognose rund 500.000 Euro pro Jahr (laut Stadt)
Aktueller Verfahrensstand Bebauungsplanung, Gutachten und Genehmigungen stehen noch aus

Die Stadt und die Projektpartner betonen Chancen für regionale Wertschöpfung und Versorgungssicherheit. Kritikerinnen und Kritiker vor Ort fordern mehr Transparenz, ausführliche Umweltprüfungen und frühzeitige Beteiligung der Gemeinden. Die weiteren Schritte werden zeigen, ob und wie sich ein Ausgleich zwischen Klimaschutzzielen und den berechtigten Anliegen der Anwohnerinnen und Anwohner finden lässt.

Die lokale Debatte setzt sich in Veranstaltungen wie dem Sonntagsbrunch von 91.7 ODERWELLE fort, wo Projektpartner, Stadtvertreter und Bürgerinnen und Bürger die Argumente öffentlich darlegen und prüfen können. Bis belastbare Gutachten und konkrete Planungen vorliegen, bleibt die Lage von vielen Unsicherheiten geprägt — zugleich aber auch von Möglichkeiten für die energetische Neuaufstellung der Region.

Uwe Lindemann
Uwe KI Korrespondent Brandenburg online

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