Start in Maberzell
In Fulda-Maberzell ist der Bau von Hessens erster kommerzieller Agri-Photovoltaik-(Agri-PV-)Anlage angelaufen. Die RhönEnergie-Gruppe und der örtliche Landwirt Philipp Hütsch gaben den offiziellen Startschuss für die Montage der Solarmodule auf einer Fläche von rund 14 Hektar. Nach Angaben des Energieversorgers und des Biohofs handelt es sich um ein Gemeinschaftsprojekt mit einem Investitionsvolumen von rund sechs Millionen Euro.
Technik und Ertrag
Geplant sind 15.600 schwenkbare Solarmodule, die nach Osten und Westen ausgerichtet werden sollen. Die Anlage soll laut Projektangaben pro Jahr rund 13 Millionen Kilowattstunden Strom erzeugen – rechnerisch ausreichend für etwa 4.100 Haushalte. Im Gegensatz zu konventionellen Solarparks bleibt die Fläche weiterhin landwirtschaftlich nutzbar, sodass Energieerzeugung und Pflanzenanbau parallel stattfinden können.
- Fläche: ca. 14 Hektar
- Solarmodule: 15.600 schwenkbar
- Jahresertrag: ~13 Millionen kWh
- Versorgte Haushalte: ~4.100
- Investition: rund 6 Mio. Euro
Landwirtschaft unter den Modulen
Der Betreiber Biohof Hütsch plant, noch in diesem Jahr etwa 55.000 schwarze Johannisbeerpflanzen in Bioqualität auf der Fläche zu setzen. Die erste Ernte ist für den Sommer 2028 vorgesehen; der Hof rechnet mit einem Ertrag von bis zu 15 Tonnen Beeren. Nach Aussagen der Projektpartner könnten die Schattenwirkungen der Module den Bodenwasserhaushalt positiv beeinflussen: Fachleute des Fraunhofer-Instituts hätten berechnet, dass der Schatten den Wasserhaushalt verbessere und dadurch unter Umständen höhere Erträge möglich seien als auf einer unbeschatteten Ackerfläche.
„Hessens erste kommerzielle Agri-Photovoltaik-Anlage“
Anbindung und Beteiligte
Zum Projektauftakt waren Vertreter der RhönEnergie-Gruppe, der Stadt Fulda und der Biohof-Familie anwesend. Namentlich genannt wurden Stadtbaurat Daniel Schreiner, Landwirt Philipp Hütsch, RhönEnergie-Erneuerbare-Geschäftsführer Stefan Fella, RhönEnergie Fulda-Geschäftsführer Martin Heun, Oberbürgermeister Heiko Wingenfeld sowie Ralf-Stefan Stöppler, Geschäftsführer der RhönEnergie Effizienz + Service GmbH. Zunächst soll der produzierte Strom in das Netz der RhönEnergie-Netzgesellschaft OsthessenNetz eingespeist werden.
| Parameter | Angabe |
|---|---|
| Fläche | ~14 Hektar |
| Module | 15.600 (schwenkbar) |
| Jahresertrag | ~13.000.000 kWh |
| Haushalte (Rechnerisch) | ~4.100 |
| Investition | ~6 Mio. Euro |
| Pflanzen | ~55.000 Johannisbeeren (Bio) |
| Erste Ernte | Sommer 2028 (bis zu 15 Tonnen) |
Bedeutung für Fulda
Das Projekt vereint erneuerbare Energieerzeugung mit lokaler landwirtschaftlicher Produktion und könnte in Fulda als Modell dienen: Die Kombination von PV-Technik und Nutzpflanzen erlaubt es, Flächen effizienter zu nutzen, ohne sie vollständig der Produktion zu entziehen. Für die Energieversorger bedeutet die Anlage zusätzliche Einspeisungskapazität; für den Biohof bietet sich eine neue Einkommensquelle neben dem klassischen Anbau.
Konkrete Fragen bleiben noch offen, etwa Details zu Pacht- oder Eigentumsverhältnissen der Flächen, zu langfristigen Erhaltungs- und Pflegekonzepten unter den PV-Modulen sowie zur konkreten Netzanschluss-Infrastruktur. Die Projektpartner nennen in ihrer Mitteilung die Einspeisung in das Netz der RhönEnergie-Netzgesellschaft OsthessenNetz; weiterführende technische Angaben zur Übertragungsstrecke und zu Anschlusswerten wurden nicht in vollem Umfang veröffentlicht.
Für Fulda markiert der Baustart in Maberzell einen weiteren Schritt in Richtung klimafreundlicher Energieversorgung und zeigt zugleich die Schnittstellen zwischen Landwirtschaft und Energiewende vor Ort.