Projekt „Werkbank Sektorenkopplung“ stellt praktische Maßnahmen vor
Hamm – Der Tierpark Hamm und die Hochschule Hamm‑Lippstadt (HSHL) haben am Dienstag, 22. September 2026 die Ergebnisse einer gemeinsamen Untersuchung vorgestellt, die klären soll, wie der Park seine Energieverbräuche transparenter erfassen und erneuerbare Energien stärker nutzen kann. Grundlage ist das Drittmittelprojekt „Werkbank Sektorenkopplung“, das Ende Januar 2026 zwischen den Partnern vereinbart wurde.
Im Zentrum der Analyse standen zwei Bausteine: die Konzeption eines Energiemonitorings sowie die Prüfung zusätzlicher Potenziale für Photovoltaik auf den Dächern und Flächen des Tierparks. Nach Angaben der Projektverantwortlichen könnten durch die Umsetzung des Messkonzepts rund 90 Prozent der Strom-, Wärme- und Kälteverbräuche des Parks kontinuierlich überwacht werden. Ein solches Monitoring soll eine belastbare Datengrundlage für künftige Investitionsentscheidungen schaffen.
„Wir haben eine Vorbildfunktion. Viele Arten – einige von ihnen haben wir auch in unserem Tierpark – sind durch die Folgen des Klimawandels bedroht. Deshalb wollen wir unseren Beitrag leisten“, sagte Sven Eiber, Geschäftsführer des Tierparks.
Messstellenkonzept: kleine Technik, große Wirkung
Das von der HSHL entwickelte Messstellenkonzept folgt einem fünfstufigen Vorgehensmodell. Konkret sieht es den Einbau von Stromsensoren und Wärmemengenzählern an insgesamt dreizehn Verbrauchsstellen vor, davon neun mit hoher Priorität und vier mit geringerer Priorität. Die kontinuierliche Erfassung soll interne Energie- und Kostenflüsse transparent machen und Einsparpotenziale sichtbar liefern.
- Messpunkte mit hoher Priorität: 9
- Messpunkte mit niedriger Priorität: 4
- Abdeckungsgrad der Verbräuche bei Umsetzung: ca. 90%
Nach Darstellung der Forschenden dient das Monitoring nicht nur dem Energiesparen, sondern auch als Entscheidungsgrundlage für die Frage, welche technischen Maßnahmen – etwa neue Wärmeerzeuger, Speicherlösungen oder zusätzliche Photovoltaik – wirtschaftlich sinnvoll sind.
Photovoltaik‑Potenziale: Prüfung vorhandener und neuer Standorte
Ein weiterer Schwerpunkt der Untersuchung war die Analyse zusätzlicher Flächen für Photovoltaik. Bereits bestehen Anlagen auf dem Mandrill‑Haus und dem Werkstattgebäude. Das Projektteam prüfte darüber hinaus vier weitere Gebäude auf ihr Potenzial. Erwähnt wurden unter anderem das Madagaskar‑Haus, das Antilopen‑Haus und die Verwaltung.
Die Projektverantwortlichen wiesen darauf hin, dass zusätzliche Photovoltaikflächen nicht nur den Eigenverbrauch des Parks senken, sondern langfristig finanzielle Entlastungen bringen können. Der Tierpark sieht hierin die Chance, eingesparte Mittel wiederum für die Tiere und den Unterhalt einzusetzen: „Außerdem kann das Projekt für uns große Einspareffekte bringen, die unseren Tieren geldlich wieder zugutekommen“, sagte Sven Eiber.
Ausblick und Handlungsoptionen für Hamm
Die vorgestellten Ergebnisse liefern der Leitung des Tierparks und der Hochschule konkrete Optionen: Schrittweise Installation der Messstellen, gezielte Photovoltaik‑Erweiterungen an geprüftem Potenzialstandorten sowie darauf aufbauende Investitionsentscheidungen. Die Untersuchung zeigt, dass bereits vergleichsweise einfache Messtechniken einen hohen Grad an Transparenz und damit eine bessere Steuerung der Energieflüsse ermöglichen.
Für die Stadt Hamm und lokale Akteurinnen und Akteure ist das Projekt ein Beispiel dafür, wie kommunale Einrichtungen lokal zur Klimaanpassung und -minderung beitragen können. Die Kooperation zwischen Hochschule und Tierpark demonstriert zudem, wie Forschung direkt vor Ort praktischen Nutzen stiften kann – sowohl in ökologischer als auch in wirtschaftlicher Hinsicht.
| Aspekt | Ergebnis / Ziel |
|---|---|
| Messstellen | 13 insgesamt (9 hohe Priorität, 4 niedrige) |
| Abdeckungsgrad | Rund 90 % der Strom-, Wärme- und Kälteverbräuche |
| Prüfung PV‑Standorte | Bestehende Anlagen auf Mandrill‑Haus und Werkstatt; weitere Prüfungen u.a. Madagaskar‑Haus, Antilopen‑Haus, Verwaltung |
Die nächsten Schritte hängen von der Entscheidung des Tierparks über die Umsetzung des Messkonzepts und möglicher Investitionsförderungen ab. Konkrete Zeitpläne oder Finanzierungszusagen wurden bei der Vorstellung der Ergebnisse nicht genannt. Offen bleibt ebenfalls, ob und in welchem Umfang weitere städtische Partner in Hamm in ähnliche Maßnahmen eingebunden werden.