Stadt startet Planverfahren für Rechenzentrum in Eberstadt
Die Stadt Darmstadt hat den Weg für ein mögliches Rechenzentrum im Stadtteil Eberstadt formal eingeleitet. Gemeinsam mit einem städtebaulichen Vertrag stimmten die Stadtverordneten einem Aufstellungsbeschluss zum Bebauungsplan E58 zu. Konkret sollen Flächen zwischen Industriestraße und Marienburgstraße für die Entwicklung einer entsprechenden Anlage ausgewiesen werden.
Unklar bleibt derzeit, wer als Betreiber auftreten wird, wie groß die geplanten Gebäude sein sollen oder welche technische Kapazität das Rechenzentrum haben wird. Die Initiative geht auf den Immobilienunternehmer Ergün Karakaya zurück; seine Firma IBER Immobilien GmbH hat ihren Sitz in der Marienburgstraße. Karakaya bestätigte gegenüber der Frankfurter Rundschau, dass sich das Vorhaben „in einer frühen Planungs- und Entwicklungsphase“ befinde und dass grundlegende Rahmenbedingungen mit der Stadt erarbeitet würden.
„Im weiteren Verlauf wollen wir offen und transparent über die Entwicklung des Projekts informieren.“
Politische Reaktionen und Forderungen nach Klarheit
In der jüngsten Stadtverordnetenversammlung äußerte die Partei Die Linke Kritik an der Entscheidung. Sie bemängelte die fehlenden Angaben zu Betreiber, Größe und Auswirkung des Projekts und forderte eine Vertagung der Abstimmung. Dagegen betonte Stadtrat Paul Wandrey (CDU), der Beschluss stelle den ersten Schritt dar: Er ermögliche weitere Planungen und die Erstellung notwendiger Gutachten. Nach Wandrey soll die konkrete Ausgestaltung in mindestens zwei weiteren Abstimmungen in der Stadtverordnetenversammlung behandelt werden.
Vertreter der Grünen bewerteten die Initiative als ein mögliches Novum für Darmstadt, sollten sich die Planungen konkretisieren. Weitere Details zu den städtebaulichen Vorgaben hat die Stadt bislang nicht veröffentlicht; die Beratungen über mögliche Auflagen, Ausgleichsmaßnahmen oder Schutzanforderungen stehen noch aus.
Offene Fragen für Anwohnerinnen und Stadtentwicklung
Für Anwohnerinnen und Anwohner sind insbesondere Lärmschutz, Energiebedarf und mögliche Auswirkungen auf die Verkehrsinfrastruktur bedeutsam. Eine Anwohnerin äußerte Hoffnung auf wirksamen Lärmschutz; die Stadt betonte, dass die anstehenden Gutachten auch diese Aspekte prüfen würden. Konkrete zeitliche Abläufe für Genehmigungsverfahren, Baubeginn oder Inbetriebnahme sind zum jetzigen Zeitpunkt nicht bekannt.
- Standort: Zwischen Industriestraße und Marienburgstraße (Eberstadt)
- Vorhabenträgerin: Nicht namentlich genannt; Projektentwicklung durch Ergün Karakaya / IBER Immobilien GmbH
- Status: Aufstellungsbeschluss Bebauungsplan E58 und städtebaulicher Vertrag beschlossen
- Offen: Betreiberfirma, Gebäudegröße, Kapazität, konkrete Auflagen
| Aspekt | Bekannt | Unklar |
|---|---|---|
| Flächen | Industriestraße – Marienburgstraße (Eberstadt) | - |
| Projektverantwortliche | Ergün Karakaya / IBER Immobilien GmbH (Projektentwicklung) | Namentlich genannte Betreiberin noch nicht bekannt |
| Planungsstand | Aufstellungsbeschluss und städtebaulicher Vertrag beschlossen | Gebäudegröße, Kapazität, Zeitplan |
Die Stadtverordneten betonten, dass weitere Beratungen, Stellungnahmen von Fachbehörden und Gutachten nötig seien, bevor verbindliche Beschlüsse zur Ausgestaltung gefasst würden. Damit wird deutlich, dass die Entscheidung über die grundsätzliche Möglichkeit einer Ansiedlung zwar gefallen ist, zahlreiche Detailfragen aber noch offenbleiben.
Für Darmstadt stellt die mögliche Ansiedlung eines Rechenzentrums einerseits einen wirtschaftlichen Impuls dar, könnte aber andererseits Fragen der kommunalen Infrastruktur, des Energieverbrauchs und der städtebaulichen Integration aufwerfen. Wie groß diese Auswirkungen tatsächlich sein werden, hängt von den noch ausstehenden Planungen, den technischen Vorgaben und den vertraglichen Vereinbarungen zwischen Stadt und Projektträger ab. In den kommenden Sitzungen der Stadtverordnetenversammlung dürften daher sowohl weitere Informationen als auch konkrete Auflagen für das Projekt Thema sein.