Trägerwechsel kurz vor dem Abschluss
Die psychiatrischen und psychosomatischen Kliniken der Helios Dr. Horst Schmidt Kliniken (HSK) in Wiesbaden sollen an den hessischen Landeskonzern Vitos verkauft werden. Die Entscheidung der Aufsichtsräte von Helios HSK und der städtischen EGW Gesellschaft für ein gesundes Wiesbaden fiel am Montag, der Magistrat stimmte am Dienstag zu. Das letzte Wort hat die Stadtverordnetenversammlung am 30. September; laufen die noch ausstehenden Gremienbeschlüsse bei Helios und Vitos planmäßig, ist die Übernahme zum 1. November vorgesehen.
Hintergrund des Wechsels sind nach Angaben der Beteiligten erhebliche Defizite bei der baulichen Substanz und eine angespannte Stationsauslastung. Vitos kündigt an, die Angebote in Wiesbaden fortzuführen und perspektivisch auszubauen. Für den Standort soll ein Erbpachtvertrag mit der Stadt geschlossen werden; langfristig ist zudem ein Neubau einer psychosomatischen Klinik vorgesehen.
Finanzierung und Sanierungsbedarf
Vitos will vier Millionen Euro in die Sanierung der Gebäude investieren. Nach der bisherigen Darstellung sind von fünf Stationen bislang nur eine vollständig saniert und eine weitere in einem Zustand, der eine grundlegende Instandsetzung erfordert. Die verbleibenden Stationen sollen in den kommenden Jahren folgen. Die geplanten Maßnahmen zielen darauf ab, die Versorgungssicherheit und die Versorgungsqualität der psychiatrischen und psychosomatischen Behandlung in der Stadt zu verbessern.
| Fakt | Angabe |
|---|---|
| Geplanter Übernahmetermin | 1. November |
| Investition in Sanierung | 4 Millionen Euro |
| Betroffene Beschäftigte | ca. 160 |
| Stadtbeteiligung an HSK | 51 Prozent |
Personal und Versorgungsfolgen
Rund 160 Beschäftigte würden mit dem Wechsel einen neuen Arbeitgeber erhalten; Vitos hat die Übernahme des Personals angekündigt. Gesundheitsdezernentin Milena Löbcke (Linke) bezeichnete den Wechsel als Gewinn für die Versorgungssicherheit in Wiesbaden. Vitos-Geschäftsführer Reinhard Belling sprach von einer "Re-Kommunalisierung", da Vitos dem Landeswohlfahrtsverband Hessen gehört und damit öffentlich getragen ist.
„Vitos sei ‚mit Abstand der bedeutendste Akteur‘ der hessischen Psychiatrie“, sagte Gesundheitsdezernentin Milena Löbcke.
Weil die Stadt mit 51 Prozent an den HSK beteiligt ist, ist ihre Zustimmung Voraussetzung für den Verkauf. Die städtischen Gremien haben den Verkauf bereits gebilligt, die finale politische Entscheidung liegt bei der Stadtverordnetenversammlung.
Planungen am Klinikstandort
Vitos plant neben der Sanierung der Bestandsgebäude auch perspektivisch neue bauliche Maßnahmen: Für das Klinikgelände ist ein Erbpachtvertrag angedacht, und mittelfristig ist der Neubau einer psychosomatischen Klinik vorgesehen. Konkrete Zeitpläne oder Detailpläne für den Neubau wurden bislang nicht veröffentlicht. Vitos und die Stadt betonen jedoch, dass Kontinuität in der Versorgung sowie Verbesserung der räumlichen Bedingungen Ziele der Vereinbarung sind.
- Übernahme geplant: 1. November – vorbehaltlich noch ausstehender Beschlüsse.
- Investition: 4 Millionen Euro für Sanierungsarbeiten.
- Personal: etwa 160 Beschäftigte sollen übernommen werden.
Die Entscheidung ist für Wiesbaden von Bedeutung: Sie beeinflusst die örtliche psychiatrische Versorgung, die Arbeitsplätze am Krankenhausstandort und die zukünftige bauliche Entwicklung der Klinik. Die Stadtverordnetenversammlung wird die Pläne am 30. September beraten und damit die politische Weichenstellung für die nächsten Jahre treffen.