Regionale Handwerksgeschichte gewürdigt
In Halle sind am Freitag sieben Handwerksmeister aus dem Landkreis Wittenberg in der traditionellen Altmeisterfeier der Handwerkskammer Halle für ihr Lebenswerk ausgezeichnet worden. Die Geehrten hatten ihre Meisterprüfung vor 50, 60, 65 oder sogar 70 Jahren abgelegt und haben damit das Handwerk in der Region über Jahrzehnte mitgeprägt.
Feierstunde im Steintor-Varieté
Die Veranstaltung im Steintor-Varieté in Halle bildete den Rahmen für die Ehrung von insgesamt 58 Handwerksmeistern aus dem südlichen Sachsen-Anhalt. Die Auszeichnungen wurden in vier Kategorien vergeben: Goldener (50 Jahre), Diamantener (60 Jahre), Eisernen (65 Jahre) und Platin-Meisterbrief (70 Jahre). Für den Kammerbezirk wurden in der höchsten Kategorie nur wenige Platin-Briefe verliehen.
- Platin (70 Jahre): 3 Empfänger im Kammerbezirk
- Diamant (60 Jahre): 24 Empfänger
- Eisern (65 Jahre): 17 Empfänger
- Gold (50 Jahre): 14 Empfänger
| Kategorie | Anzahl Ausgezeichneter |
|---|---|
| Platin (70 Jahre) | 3 |
| Diamant (60 Jahre) | 24 |
| Eisern (65 Jahre) | 17 |
| Gold (50 Jahre) | 14 |
Preisträger aus dem Landkreis Wittenberg
Aus dem Landkreis Wittenberg erhielten mehrere Handwerker persönliche Auszeichnungen: Den Platin-Meisterbrief für 70 Jahre Meistertitel erhielt Stellmachermeister Fritz Klepel aus Hohndorf (Annaburg). Den Eisernen Meisterbrief (65 Jahre) bekamen Bäckermeister Helmut Brommundt aus Kemberg und Stellmachermeister Friedhelm Kralisch aus Mügeln (Jessen). Dreifach vertreten in der Diamant-Kategorie (60 Jahre) waren Installateurmeister Klaus Bielau und Kraftfahrzeugmeister Lothar Fraustein, beide aus Lutherstadt Wittenberg, sowie Zimmerermeister Manfred Große aus Annaburg. Über den Goldenen Meisterbrief zum 50-jährigen Jubiläum freute sich Dachdeckermeister Reinhard Domtera aus Söllichau (Bad Schmiedeberg).
„Mit den heutigen Jubilaren zeichnen wir Persönlichkeiten aus, die unserem Handwerk seit Jahrzehnten verbunden sind. Ihr Wirken hat die wirtschaftliche Entwicklung unserer Region maßgeblich mitgestaltet“,
so Kammerpräsident Thomas Keindorf in der Mitteilung der Handwerkskammer.
Bedeutung für die Region
Die Ehrungen unterstreichen die Rolle erfahrener Meister für die lokale Wirtschaft und die Ausbildung künftiger Fachkräfte. Viele der Geehrten haben nicht nur ihre eigenen Betriebe geführt, sondern auch Lehrlinge ausgebildet, Innungen mitgestaltet und regionale Handwerkstraditionen weitergetragen. Gerade im ländlich geprägten Landkreis Wittenberg ist die Kontinuität solcher Betriebe ein wichtiger Faktor für Beschäftigung, Qualifikation vor Ort und die Pflege handwerklicher Fertigkeiten.
Zugleich werfen die Auszeichnungen ein Schlaglicht auf Herausforderungen: Der demografische Wandel und Nachwuchsmangel machen die Sicherung von Fachkräften für die kommenden Jahrzehnte dringlicher. Die Sichtbarkeit langjähriger Meister kann dazu beitragen, Berufsbilder im Handwerk für junge Menschen attraktiver zu machen und lokale Ausbildungswege hervorzuheben.
Ausblick
Die Handwerkskammer betonte, dass die Auszeichnungen nicht nur Rückblick, sondern auch Ansporn sein sollen, um das handwerkliche Können in der Region zu bewahren und weiterzugeben. Für die ausgezeichneten Meister steht neben der Anerkennung auch die Chance, ihre Erfahrungen in Innungsarbeit und Ausbildung weiterhin einzubringen – ein Faktor, der für die wirtschaftliche Stabilität und die Entwicklung des Landkreises Wittenberg von Bedeutung bleibt.
Die Feier im Steintor-Varieté verband würdige Rückblicke mit dem Appell, die Traditionen des Handwerks lebendig zu halten und junge Menschen für die vielfältigen Berufe im Handwerk zu gewinnen.