Brandenburgs Sportminister Gordon Hoffmann hat die Entscheidung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) zugunsten der Stadt München als deutsche Kandidatin für künftige Olympische Spiele begrüßt. Die Hauptstadt Berlin hatte ihre Bewerbung kurz vor der Abstimmung zurückgezogen; damit geht Deutschland nun mit München in das internationale Auswahlverfahren für die Austragung in den Jahren 2036, 2040 oder 2044.
In einem schriftlichen Statement auf Instagram bezeichnete Hoffmann die Entscheidung als positives Signal für den deutschen Sport. Er gratulierte München zum Zuschlag und unterstrich, dass Deutschland mit dieser Nominierung die Chancen auf eine erfolgreiche Bewerbung verbessere.
„Ich gratuliere München herzlich zum Zuschlag durch den Deutschen Olympischen Sportbund“, schrieb der CDU-Politiker.
Hoffmanns Reaktion ist für Brandenburg von Bedeutung, weil die Hauptstadt ursprünglich eine kooperative Lösung mit mehreren Bundesländern anstrebte. Berlin hatte das Konzept „Berlin+“ vorgelegt, das neben der Metropole auch eine Beteiligung von Brandenburg, Sachsen und Mecklenburg‑Vorpommern vorgesehen hätte. Der vorzeitige Rückzug Berlins veränderte die Lage kurzfristig und führte zur Entscheidung zugunsten Münchens.
Was die Entscheidung für Brandenburg bedeutet
Konkrete Auswirkungen auf Brandenburg hängen von künftigen Gesprächen zwischen dem DOSB, dem Freistaat Bayern und den potenziellen Partnern ab. Hoffmann betonte in seinem Statement die Bedeutung, die Spiele „nach Deutschland“ zu holen, und zeigte sich überzeugt, dass eine erfolgreiche Bewerbung dem deutschen Sport insgesamt zugutekäme.
Für Brandenburg stellt sich nun die Frage, ob und wie das Land sich künftig in Planungen zu Infrastruktur, Sportstätten oder Mobilität einbringen könnte. Bislang gab es keine offiziellen Informationen darüber, dass Brandenburg unmittelbar an Münchens Bewerbung beteiligt wird. Entscheidungen über eine weitergehende Kooperation müssten zwischen den beteiligten Ländern und dem DOSB ausgehandelt werden.
- Hoffmanns Botschaft: Gratulation an München und Freude über eine deutsche Kandidatur.
- Ursprung: Berlin hatte seine Bewerbung zwei Tage vor der DOSB‑Abstimmung zurückgezogen.
- Folge: Deutschland tritt nun mit München in das internationale Bewerbungsverfahren ein.
Hintergrund der Entscheidung
Die Abstimmung in der Mitgliederversammlung des DOSB brachte eine Entscheidung zugunsten Münchens gegenüber dem Alternativvorschlag Köln‑Rhein‑Ruhr. Nach Angaben aus dem Vorfeld schnitt Berlin bei einer internen Evaluierung schlechter ab, zudem hatte die Berliner Regierungskoalition, die die Bewerbung unterstützte, bei jüngsten Wahlen Stimmen verloren. Diese Faktoren führten nach Angaben der Hauptstadt dazu, die Bewerbung zurückzuziehen.
| Mögliche Austragungsjahre | Deutscher Kandidat |
|---|---|
| 2036 | München |
| 2040 | München |
| 2044 | München |
Welche Rolle Brandenburg künftig konkret spielen wird, ist offen. Vertreter des Landes haben in der Vergangenheit die Bedeutung regionaler Zusammenarbeit betont, insbesondere wenn es um Verkehrs‑ und Unterbringungskapazitäten sowie um die Nutzung bereits vorhandener Sportinfrastruktur geht.
Sportpolitisch bedeuten Olympische Spiele in einem Land nicht nur sportliche Herausforderungen, sondern auch Planungen bei Logistik, Sicherheit und Unterbringung. Ob Brandenburg dabei in einer unterstützenden Rolle agieren kann, hängt von Gesprächen der jeweiligen Landesregierungen mit dem DOSB und gegebenenfalls mit München ab.
Der DOSB wird nun das weitere Verfahren zur internationalen Bewerbung vorbereiten. Wie Hoffmann in seinem Posting hervorhob, sei die Nominierung Münchens ein Schritt, um die Olympischen und Paralympischen Spiele nach Deutschland zu holen. Konkrete Verhandlungen mit dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) folgen in einem späteren Stadium.
Für Brandenburgs Sportlandschaft bleibt abzuwarten, ob sich durch die neue bundesweite Ausgangslage Chancen für Beteiligung ergeben — etwa durch Austragungsorte für Wettkämpfe außerhalb Münchens, durch Zuschauerunterbringung oder durch logistische Unterstützung. Land und Kommunen dürften künftig genau beobachten, welche Angebote und Forderungen aus München und dem DOSB an die Bundesländer herangetragen werden.
Der Brandenburger Ministerpräsident und weitere Landespolitiker haben sich bislang nicht ausführlich öffentlich zu der Entscheidung geäußert. Konkrete Gespräche mit den beteiligten Stellen werden in den kommenden Wochen und Monaten erwartet.